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The first pride was a riot

But for all of those who don't fit in 
Who follow their instincts 
And are told they sin
This is a prayer for 
A different way
(Pet Shop Boys)

163/∞

Good evening, Europe!

Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen zum letzten Newsletter! Wer hätte gedacht, dass zu kleine Tomatenpflanzen ein Thema sind, das so viele Menschen beschäftigt und zusammenbringt?

Dann wollen wir doch mal schauen, hinter welchen Themen wir uns heute sammeln können!

Der Juni ist schon seit längerem der Pride Month (Si apre in una nuova finestra), in dem die LGBTQIA+-Community auf sich und ihre Ziele wie Akzeptanz, Gleichberechtigung und freie Selbstentfaltung aufmerksam macht.

So schlimm wie in den USA, wo Firmen, die in den letzten Jahren ihre Logos in Regenbogenfarben angemalt hatten, dieses Jahr darauf verzichten (Si apre in una nuova finestra), ist es in Deutschland noch nicht und wird es wahrscheinlich auch so bald nicht werden. Die allermeisten Konzerne sind natürlich opportunistisch und orientieren sich bei ihrem gesellschaftlichen „Engagement“ an Trends und Strömungen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es in Deutschland irgendwelche ernstzunehmenden Kräfte gibt, die die Zeit gerne zurückdrehen würden vor den Auftritt (Si apre in una nuova finestra) von Angela Merkel bei „Brigitte live“, bei dem sie auf sagenhaft Merkel’sche Art in einem Nebensatz mal eben die Tür für die Ehe für alle öffnete. Trotzdem gibt es schon Bestrebungen (Si apre in una nuova finestra) der Union, das Selbstbestimmungsrecht für Transpersonen wieder einzuschränken, und die AfD hat ihre ganz eigene Brandmauer eh direkt hinter der Grundstücksgrenze von Alice Weidel und deren Ehefrau aufgebaut.

Erst gestern berichtete die „F.A.Z.“ (Si apre in una nuova finestra) - nicht unbedingt das Erste, was einem beim Gedanken an queere Medien einfällt - über offene Gewaltandrohungen gegen Pride-Paraden und Christopher Street Days, über „Gegendemonstrationen“ von Neo-Nazis und ähnliche Unappetitlichkeiten. Dabei gilt, wenig überraschend: Diese Drohungen treten vor allem (aber nicht nur) dort auf, wo die AfD besorgniserregende Ergebnisse einfährt; im Osten der Republik, aber auch in Gelsenkirchen, wo der geplante CSD im Mai aufgrund einer Bedrohungslage abgesagt (Si apre in una nuova finestra) werden musste, und wo die AfD bei der Bundestagswahl die meisten Stimmen (Si apre in una nuova finestra) erhalten hatte. (In Gelsenkirchen spekuliert die Presse aktuell über einen islamistischen Hintergrund, was nur auf den ersten Blick meiner gerade hingezimmerten These widerspricht: AfD, IS — tomato, tomato. Beide hassen Freiheit und Fortschritt und ob sie sich nun am Schnitzel festhalten oder an der Burka, sind so nebensächliche Details wie Nachkommastellen beim Mehrwertsteuersatz. Beide Gruppen haben nichts im Angebot, um die Welt besser zu machen, und panische Angst, dass das rauskommen könnte.)

Ich hab das schon mal geschrieben (Si apre in una nuova finestra), aber: Wahlerfolge mit rechter Rhetorik verändern das gesellschaftliche Klima: Leute, die über Jahre (zu recht) zu feige waren, rassistische, queerfeindliche oder sonstwie xenophobe Kommentare abzugeben, fühlen sich plötzlich wieder in der Mehrheit, weil die Medien, richtige wie Soziale, voll sind mit den ganzen Ungeheuerlichkeiten (und ja auch linke, aufgeklärte Menschen sie gerne noch einmal teilen, um noch mal klar zu machen, wie ungeheuerlich sie sind). 

Aus diesem Grund erscheint mir der Pride Month dieses Jahr so notwendig wie lange nicht mehr. Fortschritte müssen nicht nur erkämpft, sondern immer auch verteidigt werden. The first pride was a riot (Si apre in una nuova finestra). Anders als in Köln, wo egal, was man reintut, immer alles als Karneval wieder rauskommt,1 war der CSD in Bochum seit seiner Wiedereinführung vor ein paar Jahren deshalb immer als explizit politische Demonstration gedacht. Die Idee, sich dezidiert intersektional mit möglichst vielen marginalisierten Gruppen zu beschäftigen, ist den Veranstalter*innen im vergangenen Jahr insofern auf die Füße gefallen, als sie palästinensische und jüdische Stimmen zu Nahostkonflikt und Antisemitismus zu Wort kommen lassen wollten — ein ehrenwerter Versuch, der in Zeiten des oft undifferenzierten Schwarz-Weiß-Aktivismus auf Social Media (Hashtag Freedom Flotilla) leider dazu führte, dass die Organisator*innen von allen Seiten so massiv angegangen wurden, dass sie sich kurzfristig zu einer Absage (Si apre in una nuova finestra) der Demonstration entschieden. 

Eigentlich bin ich Fan der alten Drehbuch-Regel „show, don’t tell“: Zu sagen, dass etwas „ganz normal“ sei, wirkt für mich immer so, als sei es eben nicht normal. Und gleichzeitig ist mir klar, dass da natürlich mein liberal-progressives Weltbild spricht, das vielleicht schon ein paar Schritte weiter ist als weite Teile der Gesellschaft, gepaart mit einer relativ hohen Überraschungsschwelle.2 Ich habe trotzdem Verständnis für Menschen, die sich mit dem Konzept von nicht-binären Personen schwer tun — sei es beim ESC oder im Service-Personal der urbanen Hipster-Eisdiele. Die allermeisten Leute da draußen haben wahrscheinlich noch nie bewusst eine nicht-binäre oder trans Person getroffen, und die allermeisten nicht-binären oder trans Personen, die ich kenne, wissen das auch und haben volles Verständnis für diese Anfangsirritationen. Aber der Wille, zu lernen, sollte natürlich schon erkennbar sein.

Es folgt der banalste, allgemeingültigste Satz der Menschheitsgeschichte: Ich hatte eine schwierige Pubertät.

Ich war von Männern wie von Frauen gleichermaßen fasziniert und weiß noch ganz genau, was das Musikvideo (Si apre in una nuova finestra) zu „Shut Up (And Sleep With Me)“ von Sin With Sebastian - ein eher unsubtiler novelty song, dessen Titel schon andeutet, wohin die Reise geht - oder Nathan Moore von Worlds Apart (Si apre in una nuova finestra) mit mir gemacht haben. Und die Besetzung von Robert Rodriguez’ halb vergessenem Teenie-Horror-Film „The Faculty“  hat mehr für die Entwicklung meiner sexuellen Identität getan als alle „Bravo“-Ausgaben, die ich gelesen habe (Jordana Brewster und Elijah Wood! Famke Janssen und Josh Hartnett! Salma Hayek und Shawn Hatosy!). Aber während Sexualität an sich schon ein kompliziertes, schambehaftetes Thema war, galt das auch um die Jahrtausendwende noch ganz besonders für die Präfixe „Homo-“ und „Bi-“ (Si apre in una nuova finestra).

Es war passenderweise Natalie Portman, ein weiterer meiner teenage celebrity crushes, die meinem eigenen Hadern ein Ende setzte, als sie die ziemlich weise (rhetorische) Frage (Si apre in una nuova finestra) stellte, warum man die Hälfte der Weltbevölkerung von vornherein für Partnerschaften aller Art ausschließen solle. Ab da habe ich mich als „85% heterosexuell“ bezeichnet, bis ich im Fragebogen der Dating-App OK Cupid auf den Begriff „heteroflexibel“ (Si apre in una nuova finestra) stieß und wahnsinnig glücklich war, endlich eine weitere passende Bezeichnung neben „queer“ gefunden zu haben. (Seht Ihr? Sprache prägt unser Denken. Je mehr Vokabeln uns zur Verfügung stehen, desto besser können wir uns ausdrücken. Das gilt für Farben ebenso wie für Gefühle oder Identitäten.)

Dabei ist nicht nur Semantik wichtig, sondern auch auch Repräsentation: Die einzigen offen schwulen Männer, die ich in meiner Jugend privat kennengelernt hatte, waren Freunde meiner amerikanischen Familie aus San Francisco (of course), die in meiner deutschen Familie zwar höflich mit „Macht nichts“ abmoderiert wurden, bei denen ihre sexuelle Orientierung dann aber anschließend in der familieninternen Rezeption den wichtigsten bis einzigen Aspekt ihrer Persönlichkeit ausmachte — ähnlich wie bei den schillernden, aber immer auch etwas skeptisch betrachteten Männern im Fernsehen (Hape Kerkeling, Alfred Biolek, Wilhelm Wieben). Gleichzeitig hatten wir im Freundeskreis den „Haha, schwul!“-Humor (Stefan Raab und Michael „Bully“ Herbig, ich schaue in Eure Richtung!) derart internalisiert, dass wir in unserer Verfilmung von E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ für den Deutschunterricht billigste Tucken-Klischees durchbuchstabiert haben. Natürlich könnte ich das jetzt, 26 Jahre später, mit einem kontextualisierenden „Wir wussten es halt einfach nicht besser“ wegwischen, aber für Mitschüler*innen, die queer und mit ihrer Selbsterkenntnis schon einen Schritt weiter als ich waren, war das sicher keine Einladung zum coming out

Ich will Eltern, Lehrer*innen und uns selbst keine Vorwürfe machen - es waren, auch vor 25 Jahren, einfach andere Zeiten und vom hohen Ross der Gegenwart, das auf den Schultern des Fortschritts balanciert, auf die Vergangenheit zu blicken und ihr vorzuwerfen, nicht schon weiter gewesen zu sein, ist nahezu immer wohlfeil  — und gleichzeitig will ich nicht, dass es wieder so wird wie damals.

Ich möchte nicht, dass Kinder aufwachsen müssen mit der Frage, ob sie vielleicht schwul sind und ob das schlimm ist. Ich möchte nicht, dass es in Fernsehserien den einen schwulen Charakter gibt, der ostentativ normal vor allem schwul ist (noch mal: Keine Kritik an Hans W. Geißendörfer und/oder Georg Uecker, die enormen Mut bewiesen haben und deren Verdienst (Si apre in una nuova finestra) heute nicht ausreichend gewürdigt wird!), sondern ein völlig alltägliches Portfolio von Regenbogenfamilien, Trans-, Bi-, A- und Intersexuellen, bei denen zuschauende Kinder und Jugendliche dann für sich entscheiden können, in welchen Rollen sie sich wie weit wiederfinden. Ich möchte mehr Rechte und Gleichberechtigung für die community und nicht weniger. 

Das kann ich schwerlich weltweit ändern (etwa in Uganda (Si apre in una nuova finestra), wo evangelikale Christen aus den USA über Jahre Kampagnen gegen LGBTQIA+ massiv gefördert haben), aber ich kann zumindest hier das Beste versuchen, meine (im Vergleich wirklich wahnsinnig harmlose) Geschichte erzählen und laut sein. The first pride was a riot!

Die Woche begann für mich am Pfingstmontag mit einem Video (Si apre in una nuova finestra), auf das ich schon lange gewartet hatte: Der original cast von „Hamilton“ war wieder zusammengekommen, um bei den Tony Awards aus Anlass des 10. Geburtstag des Musicals ein Medley aufzuführen.

Die Freude, die fast allen trotz aller Professionalität ins Gesicht geschrieben steht! Der Auftrittsapplaus, der jedes Erscheinen begleitet! Die Idee, alle in schwarz auftreten zu lassen, und nur den absolutistischen Herrscher King George III ein bisschen Farbe auf die Bühne bringen zu lassen! Die Komplexität des Arrangements, das ich-weiß-nicht-wie-viele Songs miteinander verschneidet und am Ende einfach gleichzeitig stattfinden lässt! Wie sie den zentralen Satz „History has its eyes on you“ mahnend in die gar nicht mehr so vereinigten Staaten rufen! Wow!

Ich bin natürlich erstmal tief in die begleitenden Hintergrundinformationen (Si apre in una nuova finestra) und Proben (Si apre in una nuova finestra) eingetaucht und hab auch zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder das Cast-Album (Apple Music (Si apre in una nuova finestra), Spotify (Si apre in una nuova finestra), Amazon Music (Si apre in una nuova finestra), Tidal (Si apre in una nuova finestra), YouTube Music (Si apre in una nuova finestra)) gehört.

Wenn Ihr diesen Newsletter schon lange lest, erinnert Ihr Euch vielleicht noch, wie ich im Juli 2020 (s.a. Newsletter #75 (Si apre in una nuova finestra)) ganz außer mir war vor Begeisterung über dieses Musical, das Lin-Manuel Miranda über die amerikanischen Gründerväter (und -mütter) geschrieben hatte und das mit großer Leichtigkeit Hip-Hop und Historisches kombiniert.

2020 fühlt sich heute unendlich weit weg an: Die Corona-Pandemie hatte das öffentliche Leben weltweit zum Erliegen gebracht und statt im Sommer Sportveranstaltungen im Fernsehen zu verfolgen oder auf Festivals zu gehen, saßen wir zuhause und bildeten uns zum Thema Rassismus fort (s.a. Newsletter #72 (Si apre in una nuova finestra)). Im November verlor Donald Trump die Wahl und die Welt schien auf dem richtigen Weg.

Dann griff Wladimir Putin nach der ganzen Ukraine, auf der ganzen Welt nutzten autoritäre Parteien die Unübersichtlichkeit der Lage und die Unsicherheit der Bevölkerung (und das Zaudern der regierenden Parteien) für ihre Wahlkämpfe der einfachen Lösungen und am Ende wurde Donald Trump doch wieder Präsident und regiert die USA inzwischen so, dass die USA eingreifen würden, wenn es irgendwo anders auf der Welt geschähe, wie es irgendwo auf Social Media so schön hieß.

Ich hoffe, dass es nur das letzte Aufbäumen des Monsters am Ende des Films ist, kurz bevor es von einem herabfallenden Gegenstand erschlagen oder von einem bisher als zögerlich gezeigten Charakter erschossen wird (und mein Freund und Kollege Nils Minkmar hat in der aktuellen Ausgabe (Si apre in una nuova finestra) seines Newsletters wieder sehr schön beschrieben, warum es sich darauf zu hoffen lohnt), aber da sind wir wieder an dem Punkt: Die Freiheit rettet sich nicht alleine; Fortschritte müssen nicht nur erkämpft, sondern immer auch verteidigt werden.

Am Sonntag kam die Meldung, dass Carlo von Tiedemann im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Er war ein scheinbares Oxymoron, nämlich weltberühmt in einem klar geographisch umrissenen Gebiet — in diesem Fall dem Sendebereich des Norddeutschen Rundfunks.3 So bin auch ich ohne ihn aufgewachsen, brauchte aber nur wenige Fernsehabende mit den Eltern einer Ex-Freundin, um anhand der „NDR Quizshow“ zu begreifen: Dieser Mann ist zwar manchmal etwas merkwürdig, aber eine Legende. (Eine Ferndiagnose, die viele NDR-Kolleg*innen, die direkt mit ihm zusammengearbeitet haben und stets mit großem Respekt vom Moderator sprachen, teilen.)

Peter Urban, unbestritten selbst eine absolute NDR-Legende (und im Norden vor allem als bestens informierter Musikexperte (Si apre in una nuova finestra) bekannt, nicht nur als jahrzehntelange Stimme des ESC), hat am Montag auf Instagram einen wunderbaren, von Herzen kommenden Nachruf (Si apre in una nuova finestra) auf seinen Freund und Kollegen veröffentlicht, in dem er mit groben Strichen einen Mann und ein ganzes Leben skizziert. Wie es eine Freundin so schön formulierte: „Wenn man mal etwas über mich schreibt, dann möchte ich, dass es sich so anfühlt beim Lesen.“

Nachdem am Montag die Nachricht (Si apre in una nuova finestra) gekommen war, dass Sly Stone gestorben ist (sicherlich ein musikhistorisch bedeutsamer Verlust, zu dem ich persönlich leider nichts sagen konnte, weil ich nicht einen Song von Sly & the Family Stone benennen könnte), brachte am Mittwochabend das Ableben von Brian Wilson auch den Alltag bei uns zuhause durcheinander. Die Zubereitung und der Verzehr unseres Abendessens wurden jedenfalls lautstark von Beach-Boys-Songs begleitet und das Kind musste am Esstisch ein Stegreifreferat meinerseits über sich ergehen lassen. 

Ich hab all das, was ich ihm erzählt habe, und ein bisschen mehr dann gestern auch noch im Blog (Si apre in una nuova finestra) aufgeschrieben.

Was macht der Garten?

Die Tomaten. Wir sprachen darüber. (Den Him- und Erdbeeren geht es aber super!)

Was hast Du gehört?

„Hamilton“. Sehr viel Beach Boys (als Einstieg empfehle ich die Spotify-Playlist „Remembering Brian Wilson“ (Si apre in una nuova finestra)). Und das neue, dritte Album von Shura, „I Got Too Sad For My Friends“ (PIAS; Apple Music (Si apre in una nuova finestra), Spotify (Si apre in una nuova finestra), Amazon Music (Si apre in una nuova finestra), Tidal (Si apre in una nuova finestra), YouTube Music (Si apre in una nuova finestra), Bandcamp (Si apre in una nuova finestra)), bei dem elektronischer Dreampop jetzt mit einigen Folk-Einflüssen angereichert wird. 

Was hast Du gesehen?

„Judge Dredd“ ist eine Comicbuchverfilmung mit Sylvester Stallone aus dem Jahr 1995, die ich noch nie gesehen hatte. Nun bin ich einerseits geneigt zu sagen, dass ich da auch nicht viel verpasst hatte, andererseits passt dieser Film so perfekt zwischen die Joel-Schumacher-„Batman“-Filme, „Tank Girl“, „Das fünfte Element“, „Eraser“ und „Matrix“. Anders gesagt: Sie machen solche Filme einfach nicht mehr.

Was hast Du gelesen?

In unserer Nachbarstadt Witten hat ein Imbisswagen geschlossen. Ein Team der „Lokalzeit“ hat darüber berichtet und ein vom WDR interviewter Schulbusfahrer wurde darüber so emotional (Si apre in una nuova finestra), dass ihm die Tränen kamen (und er hernach viral ging (Si apre in una nuova finestra)). Micky Beisenherz hat für die „Süddeutsche Zeitung“ (Si apre in una nuova finestra) einen wunderbaren Aufsatz über dieses Ereignis geschrieben, der nicht nur unglaublich warmherzig die Schönheit des Banalen feiert, sondern dies in derart wortgewaltigen Sätzen tut, dass er dafür - und ich übertreibe hier allenfalls ein winzig kleines bisschen - den Pulitzer-Preis verdient!

Irgendwie dazu und zum Anfang dieses Newsletters (die Älteren werden sich erinnern) passend hat Thomas Lindemann im „Frankfurter Allgemeine Quarterly“ (Si apre in una nuova finestra) (F+) ein tastendes Essay über moderne Männlichkeit veröffentlicht. Es geht um Männergruppen, Influencer und am Ende natürlich zumindest implizit um die alte Frage, wann der Mann ein Mann sei.

Was hast Du gelernt?

Als die Beatles „Abbey Road“ veröffentlichten, war das Konzept „Zebrastreifen“ im Vereinigten Königreich gerade mal seit 17 Jahren im Betrieb. Das ist ungefähr so, als würde man heute ein iPhone auf sein Album-Cover packen. (Quelle: Wikipedia (Si apre in una nuova finestra))

Was hat Dir Freude bereitet?

Sommerabende im eigenen Garten.

Und jetzt: Musik!

https://www.youtube.com/watch?v=3gwfPY68vUs (Si apre in una nuova finestra)

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Habt ein schönes Wochenende!

Always love, Luki

  1. Was - es geht heute ja um Toleranz und unterschiedliche Lebensentwürfe - ja auch schön sein kann.

  2. Um Euch kurz ein Beispiel zu geben, wie hoch diese Schwelle ist: Ich war neulich mit mehreren ähnlich progressiven Freund*innen im Auto unterwegs, als an einer Ampel ein*e furry stand, also eine erwachsene Person in einem flauschigen Tierkostüm, und ich war der Einzige in unserer Gruppe, der das wortlos zur Kenntnis genommen hat.

  3. Diese Sendegebiete der einzelnen Rundfunkanstalten der ARD und die damit einhergehende völlige Zerklüftung der Radiolandschaft zahlen übrigens meines Erachtens auf meine These (Si apre in una nuova finestra) ein, dass „Deutschland“ als solches gar nicht existiert. So kann ich neben den AfD-Anhängern auch noch weitere Teile der Bevölkerung mit diesem Newsletter empören.

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