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ADHS Energiemanagement: Wie du deine Energie richtig nutzt

https://youtu.be/uINAAQKpVuA?si=chO9qblO92r3q45m (Si apre in una nuova finestra)

ADHS und Energiemanagement sind eng miteinander verbunden – gerade für Menschen mit ADHS ist es oft eine große Herausforderung, die eigene Energie sinnvoll zu steuern und zu nutzen. Ich bin Kathryn Rohweder, erwachsene Person mit ADHS und Coach für Erwachsene mit ADHS, und möchte dir in diesem Artikel zeigen, wie du deine Energielevel besser verstehen und gezielt einsetzen kannst. Denn oft reicht reines Zeitmanagement nicht aus, um den Alltag gut zu bewältigen. Stattdessen geht es darum, deine individuellen Rhythmen, Pausen und Tageszeiten zu kennen und für dich zu nutzen. So kannst du stressfreier leben und hast mehr Raum für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind.

Warum ist Energiemanagement bei ADHS so wichtig?

Viele Menschen mit ADHS erleben ihre Energie als etwas, das einfach da ist oder nicht – mal sprudelnd und unaufhaltsam, mal fast nicht vorhanden. Das Gefühl, keinen Einfluss darauf zu haben, ist weit verbreitet. Doch gerade bei ADHS ist es essenziell, die eigenen Energielevel zu erkennen und zu steuern. Denn die exekutiven Funktionen wie Aufmerksamkeitslenkung, Arbeitsgedächtnis, emotionale Regulation und Impulssteuerung sind stark von der verfügbaren Energie abhängig. Je niedriger dein Energielevel, desto schwieriger wird es, diese Funktionen zu kontrollieren.

Energiemanagement heißt also, bewusst mit den eigenen Kräften umzugehen und zu lernen, wann du welche Aufgaben am besten erledigen kannst, wann Pausen nötig sind und wie du deine Energiequellen stärkst. So kannst du Überforderung vermeiden und gleichzeitig deine Leistungsfähigkeit nachhaltig erhalten.

Der Unterschied zwischen Zeitmanagement und Energiemanagement

Oft wird Zeitmanagement als der Schlüssel zum Erfolg gesehen: Kalender vollplanen, To-Do-Listen abarbeiten, Termine setzen. Doch ohne Energiemanagement kann das schnell ins Leere laufen. Eine Klientin von mir brachte es treffend auf den Punkt: „Ich plane alles ganz hart durch und schaffe viel – aber danach habe ich einen richtigen Kater.“

Das zeigt, dass Zeitmanagement und Energiemanagement Hand in Hand gehen müssen. Nur Zeit zu planen, reicht nicht aus, wenn du nicht auch deine Energie berücksichtigst. Aufgaben, für die du viel Energie brauchst, an Zeiten zu legen, an denen du wenig Energie hast, führt zu Frust und Erschöpfung. Umgekehrt kann es helfen, deine produktivsten Zeiten zu nutzen, um anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen, und weniger energieintensive Tätigkeiten in Zeiten geringer Energie zu legen.

Warum Zeitmanagement allein nicht reicht

  • Volle Planung ohne Pausen: Der Kalender ist voll, aber die Energie reicht nicht, um alles durchzuziehen.

  • Falsche Zeit für schwierige Aufgaben: Die superlangweilige oder anspruchsvolle Aufgabe wird zur ungünstigen Tageszeit eingeplant, was die Motivation und Konzentration senkt.

  • Kein Bewusstsein für eigene Rhythmen: Ohne zu wissen, wann du mental am stärksten bist, kann Zeitmanagement schnell ineffektiv werden.

Energiemanagement als Ergänzung

Energiemanagement bedeutet, sich selbst gut zu kennen: Wann bist du geistig am stärksten? Wann kannst du dich gut konzentrieren? Wann brauchst du Pausen? Und wie kannst du deine Energiequellen gezielt einsetzen? Nur wenn du diese Fragen für dich beantwortest, kannst du Zeitmanagement effektiv gestalten.

Wie erkennst du deine Energielevel?

Der erste Schritt im ADHS Energiemanagement ist, deine eigenen Energielevel wahrzunehmen. Das ist nicht immer leicht, weil die Energie oft schwankt und sich schnell ändert. Hier ein paar Anhaltspunkte, die dir helfen können, deine Energie besser einzuschätzen:

  • Körperliche Signale: Fühlst du dich wach, motiviert, konzentriert oder eher müde, abgeschlagen und reizbar?

  • Mentale Leistungsfähigkeit: Wie gut kannst du dich fokussieren, Entscheidungen treffen oder kreativ sein?

  • Emotionale Verfassung: Bist du entspannt, gestresst, gereizt oder traurig?

Wenn du lernst, diese Signale zu erkennen, kannst du besser entscheiden, wann du welche Aufgaben angehst und wann Pausen nötig sind. Ein praktisches Werkzeug dafür ist ein Energiebarometer, das du für dich erstellst. Darauf kannst du notieren, woran du merkst, dass du viel oder wenig Energie hast, und so schneller reagieren.

Praktische Tipps für dein ADHS Energiemanagement

Basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und den Coachings mit anderen Menschen habe ich einige Strategien entwickelt, die dir helfen können, deine Energie besser zu managen.

1. Nutze deine besten Zeiten

Jeder hat Zeiten am Tag oder in der Woche, in denen er besonders produktiv ist. Bei mir ist das zum Beispiel der Montagmorgen – da habe ich oft sehr viel Energie und Motivation. Ich muss aber aufpassen, mich nicht zu überarbeiten, denn das rächt sich in den Folgetagen.

Finde heraus, wann deine mental stärksten Zeiten sind, und plane anspruchsvolle Aufgaben genau dann ein. Weniger anstrengende oder kreative Tätigkeiten kannst du in Zeiten geringerer Energie verlegen.

2. Plane Pausen bewusst ein

Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig, um deine Energie aufzufüllen. Dabei solltest du Pausen nicht mit Medienkonsum verwechseln. Stattdessen sind echte Erholungszeiten wichtig – sei es ein kurzer Spaziergang, Atemübungen oder einfach mal bewusst abschalten.

Übe, deine Pausen zu fühlen und zu genießen, damit du danach wieder mit frischer Energie arbeiten kannst.

3. Erstelle eine Liste für dein absolutes Minimum

Es gibt Phasen, in denen der Energielevel so niedrig ist, dass kaum etwas geht. In solchen Zeiten kann eine Minimal-Liste helfen – eine Liste mit den wichtigsten Dingen, die du innerhalb einer Woche unbedingt erledigen möchtest, um nicht unterzugehen.

Diese Liste hilft dir, dich nicht zu überfordern und trotzdem ein Gefühl von Kontrolle und Struktur zu behalten.

4. Identifiziere deine Energiefresser und Energiegeber

Jede Aktivität kann entweder Energie rauben oder geben. Energiefresser sind Tätigkeiten, Menschen oder Situationen, die dir Kraft entziehen. Energiegeber sind das Gegenteil – sie stärken dich und laden deine Batterien auf.

Indem du deine Energiefresser erkennst, kannst du sie vermeiden oder gezielt reduzieren. Gleichzeitig solltest du deine Energiegeber bewusst in dein Leben integrieren, um deine Reserven aufzufüllen.

5. Berücksichtige deinen Zyklus und Jahreszeiten

Deine Energie schwankt nicht nur täglich, sondern auch im Wochen- oder Monatsrhythmus. Wenn du einen Zyklus hast, kann es hilfreich sein, diesen bei deiner Planung zu berücksichtigen. Auch Jahreszeiten können Einfluss auf deine Energie haben – vielleicht bist du im Sommer aktiver und im Winter eher zurückgezogen.

Wo möglich, kannst du Projekte so planen, dass sie besser zu deinen natürlichen Rhythmen passen.

6. Sei realistisch und plane Puffer

Menschen mit ADHS haben oft Schwierigkeiten, Zeit und Energie realistisch einzuschätzen. Deshalb ist es wichtig, Puffer einzuplanen – sowohl für Zeit als auch für Energie. Das heißt, nicht alles voll zu packen, sondern auch Raum für Unvorhergesehenes, Erschöpfung oder Energietiefs zu lassen.

Wenn du merkst, dass du zu eng geplant hast, ist es besser, Dinge zu streichen oder zu verschieben, bevor du gestresst oder überfordert bist.

7. Achte auf deine Übergänge und Energiewechsel

Manchmal fühlt es sich so an, als hättest du keine Energie, obwohl es nur ein Übergang ist – ein Wechsel von einer Aufgabe oder einem Fokus zum nächsten. In solchen Momenten bist du vielleicht nur „festgefahren“ und kannst dir nicht vorstellen, die neue Sache zu bewältigen.

Probiere aus, ob du nach einem kurzen Energiewechsel doch noch Energie hast, um weiterzumachen. Wenn nicht, erkenne den Unterschied zwischen wirklicher Erschöpfung und einem bloßen Übergang.

8. Verteile deine Energie auf verschiedene Lebensbereiche

Du bist mehr als nur Arbeit oder Haushalt. Achte darauf, deine Energie auch für persönliche Projekte, Hobbys, Spaß und deine persönliche Entwicklung zu reservieren. Das sorgt für Balance und verhindert, dass dein Leben nur aus Pflichten besteht.

9. Gehe kleine Schritte und überfordere dich nicht

Energiemanagement ist kein Wettbewerb. Wenn du zu „ganz oder gar nicht“ neigst, kann das schnell in Stress ausarten. Fang klein an, mit einfachen Veränderungen, die du gut umsetzen kannst, ohne dich zu überfordern. Zum Beispiel:

  • Arbeitszeiten anpassen

  • To-Do-Listen nach Tageszeit sortieren

  • Regelmäßig kurze Pausen einbauen

So kannst du nach und nach eine bessere Balance finden.

10. Suche dir Unterstützung

Veränderungen sind leichter, wenn du Unterstützung hast – sei es im Job, im privaten Umfeld oder durch Coaching. Wenn du das Gefühl hast, alleine gegen den Strom zu schwimmen, kann das die Situation erschweren. Versuche, Menschen mit ins Boot zu holen, die dich verstehen und unterstützen.

Was beeinflusst deine Energie noch?

Deine Energie wird von vielen Faktoren beeinflusst, die du teilweise selbst steuern kannst:

  • Schlafqualität: Ausreichender und erholsamer Schlaf ist die Grundlage für Energie.

  • Ernährung: Gesunde und regelmäßige Mahlzeiten unterstützen deine Leistungsfähigkeit.

  • Gedanken und Gefühle: Negative Gedanken und Stress kosten Energie, positive Gedanken und Entspannung laden auf.

  • Zyklus und individuelle Rhythmen: Wie bereits erwähnt, spielen diese eine große Rolle.

Wenn du möchtest, kann ich gern noch mehr zu diesen Themen schreiben – gib mir einfach Bescheid.

Warum du dein Energiemanagement ernst nehmen solltest

Energiemanagement ist nicht nur wichtig, um mehr zu schaffen, sondern auch, um Zeit für die Dinge zu haben, die dir wirklich wichtig sind. Es hilft dir, abends entspannter zu sein, weniger gereizt und emotional ausgeglichener. Viele Menschen mit ADHS erleben, dass sie nach der Arbeit „kurz vorm Explodieren“ sind oder emotional sehr labil werden. Das hat viel mit dem Umgang mit der eigenen Energie zu tun.

Eine Geschichte, die ich oft höre, ist die von Menschen, die im Job alles geben, aber zu Hause dann mit kurzer Lunte und Gereiztheit reagieren – ein Zeichen dafür, dass viel Energie bei der Arbeit gelassen wird. Medikation kann helfen, aber Energiemanagement ist eine wichtige Ergänzung, um Stress zu reduzieren und die Kraft besser einzuteilen.

Fazit: ADHS Energiemanagement als Schlüssel für mehr Lebensqualität

Energiemanagement ist für Menschen mit ADHS ein zentraler Baustein, um den Alltag besser zu bewältigen und dabei nicht auszubrennen. Es geht darum, sich selbst gut zu kennen, die eigenen Energielevel wahrzunehmen und Aufgaben sowie Pausen sinnvoll zu planen.

Wichtig ist, dass du realistisch bleibst, kleine Schritte machst und dir Unterstützung suchst, wenn du sie brauchst. Mit einem bewussten Umgang mit deiner Energie kannst du nicht nur produktiver sein, sondern auch mehr Zeit und Kraft für die Dinge gewinnen, die dir Freude bereiten.

Wenn du möchtest, kannst du dir gerne meinen kostenlosen Guide zum Energiemanagement herunterladen, der dir hilft, deine Energiefresser und Energiegeber zu identifizieren und praktische Tipps für deinen Alltag bereithält.

Ich wünsche dir einen energievollen Tag – oder Abend, je nachdem, wann du das liest – und viel Erfolg beim Ausprobieren deiner eigenen Energiemanagement-Strategien!

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