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“Ich bin extrem erschöpft”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, einfühlsamen und gleichzeitig pragmatischen Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

[Der E-Mail war eine weitere E-Mail vorangegangen, bei der es darum ging, dass das Kind nicht in den Kindergarten gehen wollte. Das Problem hatte sich dann aber lösen lassen für die meisten Tage.]

Hallo liebe Anna,

Aktuell ist es so, dass ich (alleinerziehend) so dermaßen erschöpft bin, dass ich es morgens nicht immer schaffe alles vorzubereiten (Waldkindergarten, das heißt Essen etc. muss alles mitgegeben werden), so dass ich meinen Sohn oft zuhause lasse, wenn er auch gerade nicht so gern in den Kindergarten möchte. Was überwiegend der Fall ist. Ich bekomme keine Rhythmus hin, dann wird es abends oft spät, weil mein Sohn auch extrem lange vorm iPad sitzt usw. Es ist ein Teufelskreis. Mittlerweile bin ich schon dahinter gekommen, dass ich ADHS haben könnte, was ein Grund dafür sein könnte, dass manche Dinge einfach extrem schwierig sind für mich. Dazu die Erschöpfung, weil die Situation mit dem Papa meines Sohnes extrem viel Kraft kostet und ich es einfach unendlich anstrengend finde, mich 24/7 um ein Kleinkind zu kümmern. Mein Sohn fordert enorm viel Aufmerksamkeit. Die Alternative ist, dass er iPad schaut. Das stresst mich wiederum auch enorm, vor allem weil ich ihn dann nicht mehr raus bekomme und ich irgendwann extrem gereizt bin. Wenn dann noch meine Tage dazu kommen, dann bin ich echt komplett Land unter.
Es ist alles ein verdammt schmaler Grad und es gibt kaum bis extrem wenig Spielraum in dem ich etwas ändern kann. Gleichzeitig bin ich extrem und zwar wirklich extrem wehmütig, dass ich die Zeit mit meinem Sohn nicht mehr genießen kann und vor allem ihm nicht mehr geben kann. Mein schlechtes Gewissen frisst mich täglich auf. Eine Mutter Kind Kur ziehe ich aktuell nicht in Betracht, weil mein Sohn bei niemandem bleiben würde.
Also überlebe ich momentan einfach irgendwie in einem stetigen auf und ab. Und hoffe dass uns irgendwann ein Wunder begegnet.

Ganz liebe Grüße
Josi*

Argomento mentale Gesundheit

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