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“Meine Tochter piesackt das neue Baby”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, einfühlsamen und gleichzeitig pragmatischen Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

Unsere 3 jährige Tochter ist ein absolutes Wunschkind. Sie brauchte schon immer sehr viel Aufmerksamkeit und kann sich nicht gut selbst regulieren. Auch waren so Dinge wie Zähne putzen, Körperpflege (vor allem Haare waschen und Nägel schneiden) schon immer ein riesiges Drama und sie hat eine unwahrscheinliche motorische Unruhe.

Seit das Baby aber da ist (unsere zweite, sehr entspannte kleine Tochter ist jetzt 5 Monate alt) schafft sie es fast täglich, mich mit ihrer mangelnden Kooperationsfähigkeit und indem sie das Baby "piesackt" auf die Palme zu bringen.

Jobbedingt ist es im Alltag derzeit so, dass ich die Morgen und auch 2 mal die Woche die Abende (also vom Abholen von der Krippe bis zum ins Bett gehen) allein bin mit den beiden.

Nun tut meine Tochter das, was Kleinkinder "halt so machen" , verweigert zum Beispiel das An-oder Ausziehen, die Körperpflege, schmiert mit dem Essen herum, wirft Spielzeug, etc. Zudem kann man sie keine 5 Sekunden mit dem Baby allein lassen, da man befürchten muss, dass sie ihr (nicht beabsichtigt, aber trotzdem gefährlich) wehtut, weil sie das Baby versucht hochzuheben, usw.

Meine Frustration hat schon öfter dazu geführt, dass ich die Dreijährige laut verbal angegangen bin und im Affekt habe ich ihr auch schon einen Klapser auf die Beine gegeben, als sie wieder mal direkt auf/neben dem Baby herumgehüpft ist. Ich fühle mich deshalb grauenhaft.

Ich habe mittlerweile einen richtigen Horror vor den Tagen, an denen mein Mann auch abends nicht da ist. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als wieder eine entspannte, und vor allem gewaltfreie Beziehung zu meiner Tochter zu haben. Vielleicht hast du ja ein wenig Inspiration für mich?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Karo*

Argomento Elternschaft

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