Passa al contenuto principale

Kreativupdate

Eigentlich war dieser Beitrag „nur“ als Schreibupdate gedacht. In den letzten Tagen bzw. Wochen habe ich mir allerdings grundsätzlich Gedanken darüber gemacht, ob, wie und was ich überhaupt noch weitermachen möchte.

Diesmal geht es ziemlich tief in meinen Kopf und in meine Gedanken, was nicht unbedingt sehr heiter, aber mir sehr wichtig ist. Nächstes Mal wird der Ton wieder positiver bzw. weniger ernst, versprochen! ☺️

Burn-out … schon wieder

Ich bin erschöpft. Erschöpft von dem, was ich alles gern machen würde, aber für das der Tag zu kurz ist. Erschöpft davon, ständig einen Algorithmus füttern zu müssen, den ich eigentlich nicht einmal füttern will, nur um irgendwo präsent zu werden, wo ich am Ende doch nie auftauche. Erschöpft von den innerlichen Vergleichen mit Kreativen, die das alles hauptberuflich in Vollzeit machen, obwohl ich es natürlich besser weiß und mich dennoch davon einschüchtern und entmutigen lasse. Erschöpft von der Omnipräsenz von KI.

Das alles wäre bereits belastend genug, wenn es „nur“ um das Illustrieren und Designen ginge. In den letzten Monaten bzw. inzwischen Jahren kam nun auch noch das Schreiben dazu, das sich wenig davon unterscheidet. Dabei habe ich es nie mit dem Ziel begonnen, irgendwann einmal zu veröffentlichen. Ich wollte immer nur für mich oder höchstens meine engsten Freunde schreiben, später nur noch für meine beste Freundin und mich. Das war mein Rückzugsort, er musste niemandem außer uns beiden gefallen, niemand hat ihn beurteilt oder kontrolliert.

Mit Rausch des Blutes erreichte mein Schreiben dann irgendwie ein Ausmaß, dass ich mir dachte, zumindest das könnte ich ja mal veröffentlichen. Ohne dass ich es bemerkt habe, entstand dabei schleichend mein Anspruch an mich selbst, nun direkt alles öffentlich zu machen, was ich schreibe – vielleicht ein typischer Fall von Legitimation dieses Hobbys, wo ich doch lieber Erwachsenendinge tun sollte.

Ich fand in die Buchbubble, die an sich ein super Ort ist. Nur plötzlich musste alles irgendwem gefallen, bloß niemandem auf die Füße treten, jede:r hatte einen moralischen Kompass, dem es zu folgen gilt, jede:r fand was anderes schrecklich oder super toll etc. Leider bin ich ein Mensch, der sich extrem schnell verunsichern lässt, wenn es um kreative Dinge geht. Vermutlich habe einfach sehr gewissenhaft verinnerlich, dass kreative Arbeit keine „echte“ Arbeit ist und muss mich daher permanent rechtfertigen. Der Abschnitt darüber in We Need Your Art fiel mir beim Lesen übrigens extrem schwer. Ich musste das Buch mehrfach mit nassen Augen beiseite legen.

Langer Rede kurzer Sinn: So hat das Schreiben keinen Spaß mehr gemacht, sodass ich mich ernsthaft gefragt habe, wieso und für wen ich das überhaupt gerade noch mache – und ich hatte keine Antwort drauf. Schlimmer noch: Eigentlich war es mir vollkommen egal, denn Freude habe ich in der aktuellen Form ohnehin nicht mehr dran. Stattdessen habe ich eine permanente To-do im Kopf, die mich mental belastet und blockiert.

Darum mache ich vorerst Schluss mit dem (öffentlichen) Schreiben.

Auf Werkseinstellung zurücksetzen

Meine kreativste und glücklichste Phase bestand aus Zeichnen, Pen and Paper sowie hin und wieder ausschließlich für mich und besagte Freundin ein paar Seiten schreiben. Ohne Plan, ohne großes Editing, ohne Druck (weder mental noch auf Papier 😉) – einfach unsere kleine Welt, wie wir sie haben wollten.

In diesen Zustand möchte ich weitestgehend zurück. Klar, die Lebensumstände haben sich geändert, es wird nicht „wie damals“. Der grundsätzliche Kern der Priorisierung ist allerdings sehr wohl umsetzbar.

Zuletzt habe ich testweise meinen Schreibtag gestrichen. Abgesehen von ein paar Gedankenspielen habe ich diesem Thema bewusst keine Aufmerksamkeit mehr gegönnt. Das Ergebnis was erschreckend positiv. Ich hatte wieder Platz im Kopf, kein ständiges Gefühl, noch etwas tun zu müssen oder nicht fertig zu sein. Stattdessen habe ich im April ganze vier Illustrationen beendet. Sogar eine Runde Pen and Paper ist wieder drin gewesen (als Spielleitung liegt die Vorbereitung dafür bei mir, das ist eine Menge Arbeit). Ich war einfach entspannter, weniger genervt von allem. Das soll bitte so bleiben.

Aufgeben als Lösung?

Nein, im Gegenteil. Würde ich es nämlich so weiterlaufen lassen, wäre das Ergebnis letzten Endes weniger Freude an Kreativität, sodass ich früher oder später nichts mehr zustande bringe, weil es mich kaputt gemacht hat. Wenn ich meinen Fokus neu setze, erhalte ich mir meine kreative Energie, sodass ich eben nicht aufgeben muss. Ich muss eine gesunde Balance finden, Prioritäten setzen. Das habe ich getan: Ich will zeichnen. Seit ich 11/12 Jahre alt bin, will ich zeichnen.

Ich werde nie an Hauptberufler herankommen, denn ich kann und will meinen sicheren Beamtenstatus nicht aufgeben. Das bringt mich allerdings zugleich in die wahnsinnig luxuriöse Situation eines festen, regelmäßigen Einkommens und guter sozialer Absicherung. Das nutze ich als Sicherheitsnetz, denn machen wir uns nichts vor: Der Markt ist vollkommen übersättigt. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ich nennenswerte Umsätze erziele.

Trotzdem will ich es versuchen, darum studiere ich selbst in Zeiten von KI noch Design, darum weigere ich mich, Dumping-Preise für meine Bilder zu nehmen. Ich will ein vernünftiges Einkommen erzielen, mit dem ich die Möglichkeit habe, meinen Brotjob auf 20 Stunden zu reduzieren.

Meine Lösung ist also nicht das Aufgeben, meine Lösung ist ein neuer/stärkerer Fokus. 💪🏻

Was wird sich ändern?

Für dich eigentlich nicht viel, denn durch die Blockade kam ohnehin so gut wie nichts mehr an Texten heraus. 😅 Im Optimalfall werden es mehr Illustrationen. Festlegen will ich mich da aktuell nicht.

Die gravierendste Änderung muss in meinem Kopf stattfinden: weniger Druck, weniger Wollen. Wenn ich Lust habe, werde ich schreiben, klar. Aber eben genau das: wenn ich Lust habe. Ob ich es dann teile, weiß ich nicht. Vermutlich nicht, denn ich möchte mir keine Gedanken mehr machen, ob es jemandem außer mir oder einer anderen Person, die so tickt wie ich, gefällt. Ich möchte keine ungefragten Ratschläge, moralische Belehrungen oder einfach nur Desinteresse ernten. Lustigerweise habe ich seit diesem Entschluss wieder ein wenig in Bezug auf Eterna aufs digitale Papier gebracht. Was ich damit mache, entscheide ich irgendwann. Vielleicht mache ich auch einfach gar nichts damit.

Rezensionen wirst du hier weiterhin finden. Aber eben nur mein persönliches Empfinden und wenn ich insgesamt etwas Positives zu sagen habe. Zerrissen wird hier nichts. Ich möchte einen positiven Ort erhalten.

Außerdem möchte ich mich wieder mehr auf Pen and Paper fokussieren. Ob und inwieweit ich das hier einbauen kann, muss sich erst zeigen. Einige Ideen dazu habe ich bereits: Vielleicht erstelle ich mal eine Szene in Dungeon Alchemist live im Stream, wir werfen einen Blick in meine aller ersten Abenteuernotizen als Spielleitung oder ich berichte einfach mal, wie ich das so handhabe. Wie immer nehme ich auch dazu gern deine Vorschläge entgegen! 🥰

Heiter weiter!

Für mehr Konsistenz und Verbesserung muss ich selbstverständlich mehr Routine ins Zeichnen bekommen. Die geht mir ja ständig aus den verschiedensten Gründen wieder flöten. 🤪 Bisher läuft es mit meinem Plan, den ich bereits in meinen Schreibtools vorgestellt habe, aber recht gut. Daher werde ich dort die Lücke, die das Schreiben frei macht, fürs Zeichnen nutzen.

Um flexibler zu werden, starte ich noch einmal den Versuch, das Reckless Deck als Zufallsgenerator zu nutzen. Bisher war das leider erfolglos, denn ohne einen tieferen Nutzen fehlte mit komplett die Motivation. „Üben“ hat da bedauerlicherweise nicht als Grund gereicht. Nun habe ich aber die CC-Lizenz, unter der ich die random erstellen Zeichnungen sogar verkaufen könnte. Vielleicht reicht das nun als Motivation. Aktuell habe ich zum Glück Inspiration aus Eterna, sodass die Ergebnisse dazu noch auf sich warten lassen werden.

Ich habe mir außerdem einen größeren Zeichenkurs herausgesucht, der unter anderem von Künstler:innen geleitet wird, die für MTG, Blizzard und andere große Namen arbeiten / gearbeitet haben und nach Aussage anderer Illustrator:innen sehr gut sein soll. Die Kurse sind in Videos angelegt, auf Wunsch kann man sogar Feedback bekommen. Dennoch kann ich flexibel in meinem Tempo arbeiten, das ist mir wichtig. Im Studium lerne ich halt kein Zeichnen. Die beiden Module „Zeichentechniken“ waren ein schlechter Witz. Ich studiere allerdings eben Design und nicht Illustration/Kunst wie auch immer. Der Kurs kostet stolze 460 $, daher ist aktuell sparen angesagt. 🥲

Verlage werde ich ebenfalls weiterhin in regelmäßigen Abständen mit meinem Portfolio bewerfen. 😂 Inzwischen konnte ich mir sogar erlauben, zwei Varianten zu erstellen: eine etwas düstere für Dark Fantasy, Dark Romantasy etc. und eine etwas freundlichere, wenn man so möchte. So kann ich bereits im Voraus präziser auswählen, was ich welchem Verlag anbieten möchte. Die Mails werden dann so alle sechs Monate verschickt, um im Gedächtnis zu bleiben. Das habe ich inzwischen von mehreren Illustrator:innen gehört, wenn es um Tipps zum Berufseinstieg ging. Selbst ohne Antwort will man einfach präsent bleiben. Der Mensch muss schließlich etwas sechs- oder siebenmal gesehen haben, bevor er sich zum Kauf entschließt. 🤓

Hier geht es selbstverständlich ebenfalls fleißig weiter. Ich liebe es, auf Steady zu schreiben, WIP und Illustrationen zu teilen und mir Content zu überlegen. 🥰

Danke für deinen Support und dass du bis hierher durchgehalten hast! Wir lesen uns! 🩵

Argomento Kreativblog

1 commento

Vorresti vedere i commenti?
Abbonati a Ascira Art e partecipa alla conversazione.
Sostieni