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Ähm, what the f*** ist eigentlich Working in Public?

Wenn du hier gelandet bist, bist du zumindest neugierig, was Working in Public ist und ob es zu dir passt. Wunderbar. Let’s go.

Das erste Missverständnis gleich vorweg: Damit ist nicht gemeint, dass man im öffentlichen Dienst oder als Beamt:in arbeitet, sondern “Public” im Sinne von in der Öffentlichkeit.

Von Startup-Dudes und Indie-Hackern wird auch gerne der Begriff Building in Public eingesetzt. Ich finde den aber nicht so passend, wenn man nicht gerade eine App oder ein physisches Produkt entwickelt. Deswegen nenne ich es Working in Public.

Eine schöne Metapher, die ich dazu neulich gelesen habe: Man arbeitet mit offener Werkstatttür. Sprich, man lässt Menschen einen Blick auf die eigene Arbeitsweise werfen. Noch während die Arbeit im Prozess ist, nicht erst wenn das Ergebnis finalisiert wird.

Und die offene Werkstatttür entkräftet ein weiteres Missverständnis: Bei Working in Public geht es nicht um maximale Transparenz. Ja, es gibt ein paar Indie Hacker, die liebend gern mit ihren Umsatzzahlen flexen und das Working/Building in Public nennen, aber die Tür zum Büro, wo sich die Steuerbescheide und Rechnungen befinden, lassen wir hier geschlossen.

Working in Public-Content kann also sowas sein wie ein Vlog, in dem du deinen Arbeitsalltag dokumentierst, eine Laberstory zu einem Ereignis, das dich heute zum Nachdenken gebracht hat, oder ein Reel, in dem du deine Meinung zu einer häufig gestellten Frage teilst.

Working in Public ist mehr eine Haltung als eine “ich poste jeden morgen meinen Kaffee in meiner Instastory”-Gewohnheit.

Denn Working in Public stellt Marketing auf den Kopf. Was wir hier nicht machen:

  • ❌ eine bestimmte Zielgruppe oder Wunschkundin im Kopf haben

  • ❌ Pain Point Marketing oder “kennst du das…”-Copy

  • ❌ Strategisches Storytelling um mit einer Rags-to-Riches-Story das eigene Angebot zu bewerben

Stattdessen: Wir senden von uns aus, sprechen über das, was uns interessiert und zeigen unsere Arbeit im Prozess.

Ich nutze dafür gerne das Bild von einem Leuchtturm versus einer Taschenlampe: Beide strahlen Licht aus, aber auf sehr unterschiedliche Arten und Weisen.

🔦 Die Taschenlampe ist flexibel. Wir können sie auf etwas richten. Wir können damit unsere Zielgruppe anstrahlen und genau das kommunizieren, was sie interessiert oder was mit ihr resoniert. Für manche Leute ist es sehr angenehm, andere hingegen fühlen sich von dem grellen Schein geblendet.

🕯️Der Leuchtturm hingegen steht fest an einem Ort und sendet sein Signal in die Ferne. Für manche ist es ein Zeichen, diesen Ort zu meiden, andere hingegen wollen genau ihn besuchen und nutzen ihn damit als Orientierung.

Also vereinfacht gesagt: Bei Working in Public kommunizieren wir, was uns interessiert und schauen dann, für wen das interessant ist und wen das anzieht. Das können Kund:innen in spe sein, aber auch Mitbewerber:innen, unser Netzwerk oder einfach Leute, die’s cool finden.

Bei Working in Public vertrauen wir darauf, dass wir unser Marketing über Bande spielen. Es ist okay, wenn wir nicht direkt unsere Zielgruppe ansprechen, weil unser Publikum uns als Multiplikatorin dient.

Wenn wir es schaffen, aus einer Marketinghaltung rauszukommen und stattdessen mehr Spaß daran haben, unseren Alltag und vor allem auch unsere Persönlichkeit zu zeigen (mit allen Side Quests, die dazugehören!), machen Content und Netzwerken viel mehr Spaß.

Ich möchte euch wirklich ermutigen, dabei dem zu folgen, was euch happy macht. Seien es süße Fotos von eurem Haustier, ein außergewöhnliches Hobby, ein verrückter Teil eurer Morgenroutine oder das freitägliche Bánh mì (Si apre in una nuova finestra).

Und auf die Gefahr, mich jetzt unbeliebt zu machen… Der Guten-Morgen-Kaffee ist fucking langweilig 💀 I beg you: zeig uns deine Persönlichkeit!

Ich glaube: In the age of AI, you need a personality and a framework. Sprich: Wenn Leute sich immer mehr fragen, ob sie eine Aufgabe auch von ChatGPT erledigen lassen können statt von einem Menschen, dann musst du sowohl deine Expertise zeigen und differenzieren (framework) als auch deine Menschlichkeit hervorheben (personality). Working in Public ist wunderbar für beides geeignet.

Also; tl;dr: Working in Public besteht (für mich) aus drei Elementen:

  • Zeig dich im Prozess – nicht erst, wenn alles fertig ist. Arbeite mit offener Werkstatttür. Nicht radikal transparent, sondern einfach sichtbar darin, wie du arbeitest.

  • Sei ein Leuchtturm, keine Taschenlampe. Die Taschenlampe zielt auf einen Pain Point, in diesem icky „kennst du das, wenn…"-Stil. Der Leuchtturm leuchtet und sendet ein Signal – die richtigen Leute steuern drauf zu.

  • Hol das Persönliche rein. Hobbys, Side Quests, Passion Projects, halbfertige Gedanken. Die sorgen dafür, dass Leute dich schätzen – nicht deine Berufsbezeichnung.

Willst du den Working-in-Public-Muskel mit mir zusammen trainineren? Dann bist du in meinem Club genau richtig. Come on in!

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