von Christoph Fetzer
Zu jedem Play-off-Tag in der DEL gibt es von uns drei kurze Gedanken.
Das Ergebnis von Mittwoch, 15. April:
DEL-Viertelfinale:
Kölner Haie - Eisbären Berlin 4:3 n.V. (Serie: 2:2)

1. Dominik hat Bokk (sorry dafür)
Wenn es um die goldene deutsche Eishockey-Generation geht, fallen immer drei Namen: Draisaitl, Seider, Stützle. Vielleicht sind noch Peterka und Reichel dabei, aber das war es dann in der Regel. Dabei gäbe es da ja noch einen Dominik Bokk. Der war der erste Deutsche nach Draisaitl, der in der ersten Runde gedraftet wurde, 2018 war das. Aber in der NHL kam er nie an, er hat bislang nicht mal eine WM gespielt, geschweige denn bei Olympia. Denn obwohl er zweifellos einer der deutschen Stürmer mit den besten Anlagen ist, war er bei den (Bundes-)Trainern nie wirklich zu beliebt. Zu verspielt, kein harter Arbeiter, insgesamt ein eigenwilliger Typ. Einer, der keinen Bokk hat (noch mal sorry). Selbst als er 2022 mit Berlin Meister wurde, änderte sich das kaum, da war er meist in den hinteren Reihen zu finden.
Erst in seinem ersten Jahr in Frankfurt bekam er endlich die Rolle, die ein Mann mit seinem Hockey-IQ, seinem Schuss und seinem Tempo einnehmen muss. Aber das Jahr konnte er in den beiden folgenden Saisons bei den Löwen nicht bestätigen. Lag es an seiner Verletzung? Oder waren das wieder die alten Bokk-Probleme? In Köln sah es diese Saison dann wieder besser aus, seine 17 Hauptrunden-Tore konnten sich sehen lassen. Aber zuletzt klappte wieder weniger: Elf Spiele war Dominik Bokk zum Ende der Hauptrunde und ins Viertelfinale hinein ohne Tor geblieben.
Jetzt ist er in der entscheidenden Saisonphase aber voll da. Fünf Tore hat der mittlerweile 26-Jährige in den Play-offs bereits geschossen, allein vier davon in der Halbfinal-Serie gegen die Eisbären Berlin. Und da waren richtig schöne Dinger bei, vor allem dieser Alleingang im zweiten Spiel, wo er allen Berlinern davonrannte und den Puck dann unters Dach schaufelte. Da war der Dominik Bokk zu sehen, dem einst eine NHL-Karriere vorhergesagt wurde.
Das wichtigste Tor war aber sein Game Winner in der Verlängerung von Spiel 4. Wieder so ein satter Schuss. Bokk ist damit der ligaweit beste Torschütze des Halbfinals. Aber es sind eben nicht nur seine Tore. Auch das frühe 1:0 von Frederik Storm am Mittwoch hatte er vorbereitet. Er ist mit sechs Punkten auch der beste Scorer der Runde. Weil es eben auch defensiv funktioniert. Mit ihm auf dem Eis lautet die Tordifferenz der Haie bei Fünf-gegen-Fünf gegen Berlin 6:2. In einem Satz: Dominik hat Bokk.
2. Das Verletzungspech schlägt wieder zu