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Nicht schon wieder ein Auto kaufen

Das neue Jahr ist gut zwei Wochen alt und ich finde, es hat vielversprechend angefangen. Mir habe ich zum Beispiel versprochen, fünf Kilo abzunehmen, als die Waage einen persönlichen Rekordwert anzeigte. Die gutgelaunten Vorturner in der daraufhin aus dem tiefen Standby erlösten Fitnessapp versprachen bei den ersten schweißtreibenden Einheiten, dass sich die Anstrengung lohnen würde. Und dann waren da ja noch die lieben Menschen, die mir gute Vorsätze für die nächste Kurzgeschichte geschickt haben. Solche wie “Nicht schon wieder ein Auto kaufen”. Das verspricht unterhaltsam zu werden!

Screenshot eines Beitrags von Christine Piontek auf Instagram mit zwei Glücksschweinen aus Porzellan und dem Aufruf zum Vorschlagen von guten Vorsätzen. Quelle: @piontextchen_autorin (Si apre in una nuova finestra)
Die Puzzlestücke erreichten mit per E-Mail, in Kommentaren unter den Januar-News und über meinen Aufruf bei Instagram. Klicke aufs Bild, um zum Beitrag zu gelangen.

Vielen Dank für den inspirierenden, herausfordernden und auch humorvollen Input! Da ist ganz schön was zusammengekommen. Hier sind alle Einsendungen im Überblick:

  1. Nicht mehr so viele neue Bücher bei mir einziehen zu lassen, bevor mein SuB endlich kleiner wird

  2. Keine guten Vorsätze fassen, sondern auf sich selbst und auf Familie und Freunde achten!

  3. Nö!

  4. Mach mehr, indem du weniger machst.

  5. Möglichst vor Mitternacht ins Bett gehen, um genügend Schlaf zu haben

  6. Alles, was mir nicht guttut, muss weg.

  7. Einfach auch mal Nein sagen, ohne ständige Rechtfertigung

  8. Mehr reisen

  9. Nicht schon wieder ein Auto kaufen

  10. Mehr Proteine essen ohne Skyr

  11. Ich mache in diesem Jahr fünf Dinge zum ersten Mal in meinem Leben.

  12. Ich verbringe einen Kurzurlaub mit Hängematte und Buch.

Alle Stichworte muss ich gleich unter einen Hut bekommen. Auslassen darf ich nichts, auch wenn manches auf den ersten Blick kurios oder widersprüchlich erscheint. Das ist die Challenge.

Wie würdest du an so eine Geschichte rangehen? Einfach losschreiben und sehen, wohin es dich führt? In der Regel mache ich das so. Gut ist dabei allerdings, einen roten Faden zu haben. Ein Grundgerüst, bestenfalls mit Anfang, Mittelteil und Ende. Woraus könnte ich mir das hier bauen?

Ich verrate dir, was mir im konkreten Fall zur zündenden Idee verholfen hat. Und nein, KI war es nicht – die bleibt bei allen Piontextchen außen vor. Es war die Anzahl der Vorschläge …

Viel Spaß mit:

Annas Bananenflanke

Ladies Night in der Dorfkneipe. Die erste in diesem Jahr, und wie immer hatten die Damen vom FC Klein-Gernegroß einen Tisch für 12 reserviert – den harten Kern der Frauenmannschaft. Nur die Trainerin fehlte noch. Dabei war bereits Halbzeit.

“Jeder Schuss ein Treffer”, rief Anna aus der Abwehr gerade und prostete den anderen mit ihrem dritten KiBa(haha) zu – einem KiBa mit Kirschlikör. Bislang jedoch schien der an ihr abzuprallen wie der Ball am Pfosten beim Spiel gegen die Mädels aus Mückefeld. Der Stachel saß tief …

Eine Discokugel im Scheinwerferlicht, die gelbe Lichtpunkte an die umliegenden Wände wirft (Si apre in una nuova finestra)
Musik zur Geschichte? Klicke aufs Bild!

Anna nutze die Gelegenheit, um das Thema zu wechseln. Sie hatte genug gehört von grippalen Infekten an Heiligabend, von Schwiegermüttern, die in der Küche das Zepter an sich rissen, und von der Silversterfeier, bei der sich Fondue als ausgesprochen schlechte Wahl entpuppt hatte beim Versuch, zerstrittene Nachbarn miteinander zu versöhnen …

“Habt ihr eigentlich gute Vorsätze gemacht fürs neue Jahr?”, rief Anna in die Runde. “Nö!”, gab Emma prompt zurück. Emma, die bei allem so wahnsinnig effizient war. “Gute Vorsätze sind mir viel zu vage. Ich habe Ziele. Die breche ich in kleine Schritte herunter, Quartal für Quartal, Monat für Monat, Woche für Woche ...”

“Das klingt aber nach viel Arbeit”, gab Lisa zu bedenken. “Bleibst du da denn am Ball?” Sie zwinkerte Emma zu.

“Ja. Es ist sogar leichter. Denn wenn ich die Etappenziele erreiche, spornt mich das an, am großen Ganzen weiterzuarbeiten. Und statt am Ende enttäuscht zu sein, wenn ich etwas nicht schaffe, kann ich mich immerhin über Teilerfolge freuen.”

“Da ist was dran”, meinte Anna. “Und was ist mit dir, Eva? Hast du dir etwas vorgenommen?” Eva überlegte kurz, bevor sie antwortete. “Nein”, sagte sie dann. “Wieso denn nicht?”, hakte Anna nach. “Falls dir die Ideen fehlen: Du könntest an deiner Passgenauigkeit arbeiten.” Dabei knuffte sie Eva kumpelhaft in die Seite. Die reagierte trotzdem pikiert.

“Weißt du, Anna, es wäre schön, einfach auch mal Nein sagen zu dürfen, ohne ständige Rechtfertigung. Und weißt du was? Das ist mein Vorsatz fürs neue Jahr. So, bitte sehr!”

“Übrigens, was die Passgenauigkeit betrifft”, setzte Eva nach kurzem Zögern nach, “so könntest du da durchaus auch Steffi oder Britta ins Visier nehmen und … Jetzt schaut doch nicht so, ich meine das als konstruktive Kritik! Da wird immer so viel rumgetrickst mit dem Ball, was cool aussieht, aber nichts nutzt, wenn er am Ende doch ins Leere fliegt. Mein Vorschlag für den guten Vorsatz wäre hier: Mach mehr, indem du weniger machst!

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