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Das ist doch ein Widerspruch!

Wie kann man völlig ereignislose Ferien haben und gleichzeitig einen tollen Urlaubsflirt? Tja, das habe ich mich tatsächlich auch gefragt! Mehr noch: Mit dieser Situation, die auf den ersten Blick völlig widersprüchlich erscheint, durfte ich mich dank der Abstimmung für das Piontextchen intensiv beschäftigen. So sieht das Ergebnis im Detail aus:

Wir haben also einen gar zwillingshaften Gleichstand zwischen

  1. Urlaubsflirts haben zwar einen besonderen Reiz, aber nicht immer auch das passende Hotelbändchen für ein Schäferstündchen. Blöd. Und was nun?

und

  1. “Meine Ferien waren völlig ereignislos!” Hmm, wirklich? Ich wäre mir nicht so sicher, ob da nicht was übersehen wurde …

Glückwünsche gehen raus an den werten Autorenkollegen Lars Hilsmann (Si apre in una nuova finestra) sowie an meine treue Unterstützerin Verena, die für diese Steilvorlagen verantwortlich sind. Herzlichen Dank auch an alle anderen, die sich beteiligt haben. Wer die Auswahl an Vorschlägen noch einmal in Gänze ansehen möchte, findet sie im August-Rückblick (Si apre in una nuova finestra).

Hüpfburg mit Unterwasserwelt-Thema beim Saar-Spektakel in Saarbrücken im August 2025, fotografiert von Christine Piontek
Der Hai in der Hüpfburg: mein Assistent für dieses Piontextchen bei Instagram. Herzlich willkommen, wenn du auf diesem Weg zu mir gefunden hast!

Tja, und nun? Erst habe ich überlegt, ob ich losen soll. Aber dann dachte ich: “Absolut gleiche Häkchen … Wie wäre es, wenn du die Themen kombinierst? Gerade weil sie sich auszuschließen scheinen, wäre das doch eine coole Herausforderung!”

Und so wird’s gemacht! Eine Premiere. Erstmals gibt es eine Kurzgeschichte auf Basis von Gleichstand. Mitglieder lesen wie immer ganz, und wie immer bin ich sehr dankbar für den Support! Hüpf gerne dazu, wenn du eine einfache Autorin sehr glücklich machen (Si apre in una nuova finestra) möchtest. Du kannst dann übrigens auch auf alle bisherigen Piontextchen zugreifen.

Und nun viel Spaß mit:

Die Glückskatze

“Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück.”

Marcus Tullius Cicero

Tag 1

“Unser Zimmer ist toll. Sogar mit Meerblick!” Dazu ein Foto mit der Aussicht vom Balkon, hinunter auf die Strandpromenade. Frauen in Sommerkleidern flanierten dort mit Männern in kurzen Ärmeln und Shorts.

Lena legte das Smartphone mit der Nachricht beiseite und streichelte gedankenverloren die dreifarbige Katze, die auf ihrem Schoß lag und verhinderte, dass sie die Geranien goss. Beides, Katze wie Geranien, gehörte ihrer Nachbarin. Annemarie. Anfang 70, verwitwet, kinderlos und seit gestern im Krankenhaus.

Annemarie war der Grund, warum Lena den Blick auf die Strandpromenade jetzt nicht vor Ort genießen konnte und warum “unser Zimmer” streng genommen nur noch das von Belinda war. Ihre Freundin war am Morgen ohne sie nach Kreta geflogen und hatte versprochen, sie per WhatsApp einzubeziehen. Ein schwacher Trost.

Lena seufzte. Die Katze sah auf, blickte ihr direkt in die Augen und zwinkerte. Das sei ihre Art zu lächeln, hatte Annemarie mal erklärt. Außerdem sei die kleine Tipsi eine Glückskatze, wegen ihres schwarz-weiß-rot gemusterten Fells. Lena fiel es schwer, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Außerdem drückte ihre Blase. Tipsi musste wohl oder übel weichen und quittierte dies mit leisem Murren.

Tag 2

Belinda hatte nicht verstanden, warum Annemarie Tipsi nicht in eine Katzenpension geben wollte. Darüber hätten sie sich beinahe in die Wolle gekriegt. “Deine Nachbarin weiß doch, wie sehr du dich auf den Urlaub gefreut hast! Wie kann sie dir das nur antun? Egoistisch finde ich das!”

Nur mit Mühe hatte Lena ihrer Freundin begreiflich machen können, dass Annemarie ihre Kraft brauchen würde, um nach der plötzlichen Blinddarmgeschichte wieder auf die Beine zu kommen. Sorgen um ihre geliebte Katze waren da keine Hilfe. Und sie wäre nun mal in der Lage, der alten Dame diese Sorgen zu ersparen.

“Annemarie vertraut mir”, hatte Lena erklärt. “Ich unterstütze sie bei Erledigungen und leiste ihr hin und wieder Gesellschaft. Sie hat ja sonst niemanden. Tipsi kennt mich und ich weiß, dass sie jedes Mal einen Aufstand probt, wenn man sie irgendwohin verfrachten möchte. Unsere Besuche beim Tierarzt sind immer eine Herausforderung, und danach ist die Katze tagelang beleidigt!”

Lena blickte auf Tipsi, die gerade zu ihren Füßen den Inhalt des Futternapfes aufschleckte und kein bisschen beleidigt wirkte. Im Gegenteil! Dies war ein Highlight des Tages. Auch für Lena. Sie hatte Annemarie versprochen, Tipsi Gesellschaft zu leisten. Doch was machte man den lieben langen Tag in einer Seniorenwohnung? Fernsehen, lesen, ins Handy starren … eine ganze Woche würde sie das auf keinen Fall aushalten!

Lena hatte es irgendwann sattgehabt, nur herumzusitzen, und beschlossen, sich nützlich zu machen. In der Küche, im Wohnzimmer, auf dem Esstisch: überall lagen Zeitschriften! Ob Annemarie es übergriffig finden würde, wenn Lena das meiste davon ins Altpapier warf? Sie würde das später entscheiden und hatte erst einmal sortiert: Apotheken Umschau und Senioren Ratgeber, die HÖRZU, Klatschblättchen, Rätselhefte.

Allein der Stapel mit Programmzeitschriften ging ihr fast bis zum Knie. Warum hatte Annemarie die Hefte aufgehoben? Bei manchen fehlten Seiten – Rezepte, wie Lena beim Blick ins Inhaltsverzeichnis feststellte. Annemarie schien außerdem Kreuzworträtsel zu lieben. Sudokus dagegen ließ sie links liegen. Lena nahm sich vor, ein paar davon zu lösen, während sie hier war. Konnte ja nicht schaden.

Nach dem Abendessen setzte sie das Vorhaben in die Tat um. Doch weit kam sie nicht. Ihr Smartphone meldete eine Nachricht. Belinda. “Bin in einer Taverne am Meer. 🍷 Das Essen war super und der Kellner ist niedlich 😍”, schrieb sie. Dazu ein Foto:

Argomento Piontextchen

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