Und wieder ist es Zeit für einen Monatsrückblick. Einen ganz besonderen diesmal, denn der zurückliegende Februar war ohne Zweifel der bisher einschneidendste Monat meines Leben. Dabei begann er harmlos, vielversprechend sogar. Ich freute mich unter anderem auf ein ganz besonderes Konzert. Dann starb meine Mutter.
Das sind die Themen dieser Ausgabe:
Heilen durch Schreiben: Was für ein Ritt – mit dem guten Gefühl, aufgefangen zu werden!
Heilen durch Humor: Was für ein Reel – mit Markus und dem Metallklaus!
Heilen durch Musik: Was für ein Konzert – mit einem Rückblick in exakt 100 Wörtern!
Heilen durch den Blick nach vorn: Was für ein Piontextchen … du haben möchtest, entscheidest du per Abstimmung!
Heilen durch Begegnungen: Was mich wohl auf der Buchmesse Niederrhein erwartet?
Und dann hab ich noch nen Nachtrag. Was für ein Timing!

Schreib es dir von der Seele!
Mein Buch 17 JAHRE DEMENZ – So long, liebe Mama (Si apre in una nuova finestra) war gewissermaßen die Generalprobe. Geschrieben zu einer Zeit, in der uns die Krankheit in ihrem fortgeschrittenen Stadium voll im Griff hatte. Weil ich mitteilen wollte, was dieser lange Abschied mit Menschen macht. Ermutigen wollte, sich dem Schmerz zu öffnen und darüber zu sprechen. Meine Leserinnen und Leser sollten aufgefangen werden und spüren, dass sie nicht allein waren.
Am 17. Februar wurde die Geschichte der Erkrankung meiner Mutter ein Jahr alt. Kurz davor war der Schwebezustand zu Ende gegangen; Mama hatte losgelassen. Damit begann eine neue Ära des Schreibens – und des Heilens. Denn nun darf ich trauern.
An dieser Stelle möchte ich dir danken, dass du mir in diesem Prozess zur Seite stehst. Alles begann damit, dass ich meine Pläne für das Piontextchen zum Valentinstag (Si apre in una nuova finestra) über den Haufen warf und den Text meiner Mutter widmete. Daraufhin erreichten mich ganz wunderbare E-Mails. Nun war ich es, die aufgefangen wurde. 🙏
(Si apre in una nuova finestra)Zahlreiche Nachrichten erreichten mich auch auf anderen Kanälen, zum Beispiel in Kommentaren auf Beiträge, die ich bei Instagram gepostet habe. Ich habe mich bemüht, sie alle zu beantworten und hoffe, ich habe niemanden vergessen.
Das Schreiben und der damit zusammenhängende Austausch hat mir gleich auf mehreren Ebenen geholfen:
Reinigung. Ich habe mich mit meiner Trauer beschäftigt, sie zugelassen und kanalisiert. Alles durfte raus. Ich habe dabei viel geweint, und das war längst überfällig. Es hat sich wahnsinnig viel aufgestaut in den letzten Jahren.
Trost und Stärkung. Als ich das Piontextchen zum Valentinstag schrieb, hockte der innere Kritiker auf meiner Schulter. “Das kannst du doch nicht schreiben!”, protestierte er. “Dir werden bloß die Leser davonlaufen, wirst schon sehen!” Und was ist passiert? Die Öffnungsrate war super. Was die Leserinnen und Leser betrifft: Es sind nicht nur alle noch da, ich habe sogar neue dazugewonnen. (Herzlich willkommen, wenn du hier und heute zum ersten Mal mitliest!) Ich hab außerdem so viel Post bekommen wie nie zuvor und ein Feedback, mit dem ich nicht gerechnet hätte: Menschen bedankten sich für meinen Mut, mich zu öffnen und dafür, dass ich sie teilhaben ließ. Sie sprachen von der Liebe, die zwischen den Zeilen spürbar sei und die sie berührte. Meine Worte wirkten also nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Plötzlich hatte sich das Schreiben doppelt gelohnt. Ich fühle mich doppelt gestärkt.
Neue Energie. Der “emotionale Doppel-Wumms” hat dazu geführt, dass ich am Tag nach meiner Rückkehr nach Hause doch noch eine Kurzgeschichte für einen Wettbewerb geschrieben habe. Eigentlich hatte ich mich gedanklich schon von der Teilnahme verabschiedet. Dann legte ich einfach los. 45 Minuten vor der Deadline reichte ich meinen Beitrag ein. Sollte ich gewinnen, ist das auch dein Verdienst!
Ich kann dir nur raten: Schreibe dir von der Seele, was dich bewegt! Und wenn es nur für dich ist, abends bei einem Tee. Setze den Stift an, für zehn Minuten, und höre nicht auf. Oder versuche dich an einer Challenge. Auch das kann ein guter Kanal sein, wie du gleich sehen wirst. Denn als kleines Extra teile ich mit dir meinen Beitrag zu den “Kurzgeschichten am Freitag”, einem Schreibimpuls der Buchmesse LEIGA bei Instagram (Si apre in una nuova finestra). “Das würde ich gerne meinem Ich vor 15 Jahren erzählen” lautete das Motto für den 20. Februar. Das ist mein Text:
Der lange Atem
(Si apre in una nuova finestra)Vor 15 Jahren ... kämpfte ich schon seit drei Jahren einen Kampf, den ich nicht gewinnen konnte. Die Situation zu akzeptieren, fiel mir unsagbar schwer. Zu akzeptieren, dass meine Mutter nie wieder die Alte sein würde. Dass sie mich permanent dieselben Dinge fragte und meine Antworten sofort vergaß. Dass ich, dass wir alle unser Leben von nun an anders strukturieren mussten.
Das Vergessen war Peanuts gegen das, was noch kam. Angst, Orientierungslosigkeit, Halluzinationen. Der Verlust des Körpergefühls, der Koordination. Abläufe wie Essen, Anziehen, der Toilettengang – nicht mehr möglich. Und das, was meine Mutter einmal ausmachte: weg!
Was ich meinem damaligen Ich heute sagen würde?
Schlimmer geht immer! Lebe im Jetzt. Nimm den Moment als Geschenk. Akzeptiere, bleibe geduldig. Dafür musst du verstehen, was in ihr passiert. Sieh die Welt mit ihren Augen. Stell dir vor, man verschmiert deine Brille, dreht dich fünfmal im Kreis, bindet dir eine Hand auf den Rücken. Und setzt dich dann unter Drogen.
Sag ihr nicht, das sei nicht real! Denn es ist IHRE WELT. Wenn du Glück hast, kommt sie dich in deiner noch manchmal besuchen. Die Besuche sind kurz. Genieße sie. Weine nicht, weil sie keine Zeit hat zu bleiben.
Vermeide Stress, bleib flexibel und nimm es mit Humor. So wird es für alle Seiten leichter. Es ist ein langer Abschied, und du brauchst einen langen Atem.
Vergiss nicht, gut für dich selbst zu sorgen! Spare Kraft für den Endspurt. Du wirst sie brauchen, denn die letzten 5 Jahre werden besonders hart. Mach dich darauf gefasst, dass sie reglos im Bett liegen und verstummen wird.
Sei beruhigt, dass sie dich mit dem Herzen immer erkennt, auch wenn sie nicht mehr weiß, dass du ihre Tochter bist. Liebe ist stärker als diese furchtbare Krankheit.
Am 8. Februar 2026 wird Mama gehen. Du wirst trauern, aber auch dankbar sein, denn ihr Geist ist befreit. Bis dahin: Mach das Beste draus!
Der Metallklaus und die Top-Olle
Was ich letzten Monat auch erkennen durfte, ist, dass tiefe Trauer und helle Freude nebeneinander existieren können und dürfen. Lichtblick am Ende der schweren Woche nach Mamas Tod war für mich ein Reel vom Autorenkollegen Markus Hofmann (Si apre in una nuova finestra) (ich liebe die Website! 😂). Die “Klappentext Ruhrpott Edition” ist ein Format, bei dem Markus Bücher auf spezielle, sehr unterhaltsame Weise präsentiert.
Über seine Version des Klappentextes von CatCheapET: Die Logfiles von Osiris (Si apre in una nuova finestra) habe ich herzhaft gelacht. Das tat verdammt gut und ich kann nur sagen: Danke, vonne Pumpe her! ❤️🙏
Markus liest den Text wie immer selbst, hat sich hier aber noch ein witziges und überaus passendes Extra einfallen lassen. Der Originaltext wird in den Untertiteln eingeblendet. Klicke auf den Screenshot, um das Reel abzuspielen:
(Si apre in una nuova finestra)Ich habe Markus übrigens durch die wöchentliche Drabble-Challenge von @nouks_books kennengelernt. Drabbles? Das sind Geschichten aus exakt 100 Wörtern, und beim “Drabble-Dienstag” müssen immer auch drei vorgegebene Begriffe eingebaut werden. Gleich kommt hier ein Drabble von mir …
Vorher kurz noch ein Tipp: Markus hat im Dezember (am Geburtstag meiner Mama!) Drabbles unter dem Titel “Fuffzich Kurzgeschichten aus’m Pott” (Si apre in una nuova finestra) als Buch herausgegeben. Gibt’s “on demand” überall im Buchhandel, bei einer Direktbestellung im Shop von Tredition bleibt für Markus aber ein bisschen mehr hängen – deshalb habe ich mal dorthin verlinkt, falls dich der Titel interessiert. Schau dich gerne auch auf dem Account von Markus bei Instagram (Si apre in una nuova finestra) um.
Eddis & Tobis Schokoladensaiten: Das Konzert im Drabble
Lange habe ich darauf hingefiebert, mehr als einmal habe ich im Newsletter davon erzählt – und dann sah es für einen Moment so aus, als würde ich es verpassen:
Das Konzert von Eddi Hüneke und Tobi Hebbelmann in der Schokoladenmanufaktur unter dem Motto Schokoladensaiten!
Am Ende war es für mich das, was Eddi auch als Motto für seine aktuelle Konzertreihe (Si apre in una nuova finestra) gewählt hat: eine Atempause, nach zwei anstrengenden Wochen. Knapp drei Stunden vor Beginn des Events kam ich mit dem Zug wieder in der Heimat an, wurde von meinem Schatz am Bahnhof abgeholt und warf mich zuhause in Schale. Was gut war, denn Eddi und Tobi hatten es auch getan.
Am Dienstag nach dem Konzert schienen mir auch deshalb die drei Begriffe der Drabble-Challenge perfekt zu passen: Fliegen, Teller, Staubkorn. Ich machte daraus einen Konzertrückblick in exakt 100 Wörtern. Hier ist er:
Es duftet nach Schokolade, als ich meinen Platz einnehme. Fast ein Jahr lang habe ich auf diesen Moment gewartet, an dem Eddi und Tobi uns ihre Schokoladensaiten präsentieren. Gut gelaunt entern beide nun die Bühne. Sie haben sich in Schale geworfen für dieses besondere Event, tragen Anzug und FLIEGEN. Tobi sogar Lackschuhe, die im Licht der Scheinwerfer funkeln. Kein STAUBKORN ist darauf zu sehen. Und dann geht es los, das abwechslungsreiche Programm mit Liedern, die mal heiter, mal besinnlich sind. In der Pause freut sich das Publikum über TELLER mit Schokolade und einen Schokobrunnen. Am Ende gibt es stehende Ovationen.
(Si apre in una nuova finestra)Falls du jetzt denkst “Da wäre ich gern dabei gewesen!”: Als Mitglied von Eddis Welt (Si apre in una nuova finestra) bei Steady kannst du alle Konzerte nachträglich im Video anschauen. Ich selbst werde diesen besonderen Abend hier sicher noch ein zweites Mal genießen. Es war einfach zu schön!
Bald ist Frühlingsanfang. Feiern wir ihn mit einem Piontextchen!
Kaum zu glauben, dass ich noch vor drei Wochen durch den Schnee gestapft bin, der oben in Norden beharrlich fiel. Es ging einfach immer weiter, tagsüber und auch in der Nacht, wo vor dem Fenster meines Schlafzimmers eine Laterne derart heftig flackerte, dass ich schon glaubte, meine Mutter würde nun per Morsezeichen mit mir kommunizieren wollen …
Jetzt scheint die Sonne, die Frühlingsblüher sprießen und dicke Hummeln sonnen sich auf meinem Balkon. Am 20. März ist auch im Kalender Frühlingsanfang, am Tag darauf erscheint das nächste Piontextchen. Was wäre da passender, als den Frühling zum Thema zu machen?
Entscheide per Abstimmung: Welcher Begriff soll nicht nur das Thema, sondern auch den jeweils ersten Buchstaben der Absätze vorgeben, weil ich das Wort senkrecht als Ausgangspunkt nehme? Hier zeige ich dir am Beispiel TULPE, was ich meine:
Tulpen, so weit das Auge reichte.
Udo hatte es sich nicht nehmen lassen, den Frühlingsanfang in Holland zu erleben. Back to the Tulpen-Roots.
Leider hatte seine Freundin nicht mitkommen können.
Pamela reagierte allergisch auf Frühblüher, saß zu Hause und nieste sich die Seele aus dem Leib.
Ein Jammer!
Natürlich wird das Ganze “in echt” dann etwas länger. 😉
Hier kommen die Begriffe, und ja, ich riskiere das C in Nummer 1:
Osterglocken
Pollenflug
Nistkasten
Motorradsaison
Gehe über den nachfolgenden Button zur DSGVO-konformen, datensparsamen Abstimmung bei nuudel*. Du kannst dort auch ein Pseudonym verwenden. Setze ein grünes Häkchen bei deinem Lieblingswort und speichere deine Entscheidung rechts neben der Eingabezeile ab. Fertig!
Bis einschließlich Sonntag, den 15. März 2026, kannst du dich beteiligen. Mit der Teilnahme an der Abstimmung, die dann wieder gelöscht wird, bestätigst du, dass du die Datenschutzerklärung von nuudel (Si apre in una nuova finestra) zur Kenntnis genommen hast und der Verarbeitung deiner personenbezogenen Daten zustimmst.
Die Abstimmung ist beendet. Gewonnen hat das Wort NISTKASTEN. Und daraus geworden ist die Geschichte
*Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vorhanden
❤️ Wenn du mich und meine Arbeit unterstützen möchtest, kannst du bei den Piontextchen MITGLIED WERDEN (Si apre in una nuova finestra). Zum Dank liest du alle Geschichten in voller Länge. Auch die im Archiv.
💛 Wieso meine Pakete so ulkige Namen haben, erfährst du im Artikel “Eine einfache Autorin sehr glücklich machen: dein Guide” (Si apre in una nuova finestra).
Kleiner Reminder: Buchmesse Niederrhein
Morgen, also am 8. März 2026, ist es so weit: Ich präsentiere mich und meine Bücher in Brüggen auf der ersten Buchmesse Niederrhein. Von 12 bis 14 Uhr kannst du mich im Rahmen der Buchbegegnungen am Stand BB1 (Si apre in una nuova finestra) im Foyer treffen. Der Messeeintritt beträgt 5 Euro und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn du kommst.
Weil KI deutlich gekennzeichnet werden muss, was ich absolut befürworte, habe ich ein Hinweisschild für den Tisch entworfen. Falls sich mehrere Leute gleichzeitig anstellen (positiv denken!), hab ich da auch einen Teaser eingebaut. Hier ein Auszug:
(Si apre in una nuova finestra)Nachtrag: Warum ich schreibe …
Unter diesem Motto stand mein Gastbeitrag für den Februar-Newsletter von Literatur im Siebengebirge (LiS). Der Versand hatte sich mit meinem eigenen Februar-Newsletter überschnitten, weshalb ich letzten Monat noch nicht darauf verlinken konnte. Mittlerweile ist der Artikel aber online nachzulesen (Si apre in una nuova finestra). Ein Plädoyer für die Kraft von Worten, die aus dem Herzen kommen und Menschen miteinander verbinden.
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal und danke, dass du mich auf meinem Weg begleitest.
Deine Christine
Lass dich inspirieren und mach mit!
Jemand hat dir meine Kombination aus Newsletter und Kurzgeschichten empfohlen? Oder du bist bei Steady auf diesen Beitrag gestoßen? Sehr schön!
Meine Kraftpakete aus Info und Entertainment könnten künftig ganz bequem in dein elektronisches Postfach flattern. Das hätte auch den Vorteil, dass du keine Abstimmung verpasst und über den Inhalt der nächsten Geschichte mitentscheiden kannst. Du müsstest bloß den kostenlosen
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