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Mein Quereinstieg Folge #1: Vom Journalismus in den öffentlichen Dienst?

Dieser Artikel könnte nicht der letzte zum Thema sein, also mach’ dich auf eine kleine Reihe gefasst.

Das Jahr 2025 war eine echte Achterbahnfahrt: Mein Kind bekam die Grippe und hat anschließend mit einer Folgeerkrankung gekämpft, sodass ich kaum arbeiten konnte und nur wenig Einkommen hatte. Dann kam mein neues Buch “Jungs von heute, Männer von morgen” raus und stieg auf Platz 10 in die Spiegel-Bestsellerliste ein. Dann brauchte ich eine Pause und habe mir über die Sommerferien frei genommen - und stelle fest: In meinen Briefkasten flattern zwar Anfragen für Lesungen im nächsten Jahr, aber zwischen September und Dezember 2025 klafft eine riesige Lücke. Damit hatte ich nicht gerechnet!

Kurzum: In 2025 habe ich zu spüren bekommen, was die Selbständigkeit in Krisenzeiten bedeutet und dass sie praktisch nicht durch die Tiefen des Lebens trägt. Und diese Erkenntnis von einer alleinerziehenden Selbständigen, die kurz vor der Pandemie ihren Job gekündigt hatte (herrje, ich kenne die Arbeit ohne Krisen eigentlich gar nicht) lässt vermutlich tief blicken.

Die ersten Bewerbungsgespräche: Ernüchternd.

Also Karten auf den Tisch: Ich sehne mich nach einem weiteren Standbein. Nach einem Team. Nach Routine. Nach Arbeit, bei der ich nicht hetzen muss, nicht rausknallen, was nur gerade so fertig ist, nicht ständig noch mehr erschaffen. Ich sehne mich nach einem festen, regelmäßigen Einkommen. Also, dachte ich, bewerbe ich mich doch im Buchhandel (als stellvertretende Filialleitung bei Thalia und Hugendubel) und im öffentlichen Dienst bei Bibliotheken. Gesagt, getan. Und das erste Feedback zeigt mir: Diese Veränderung ist gar nicht so einfach.

Kurz: Thalia und Hugendubel haben sofort angebissen und wollen mich offenbar gerne besetzen, aber bei Thalia kommt eine Teilzeit-Stelle nicht infrage, wie ich im Telefongespräch erfahren habe. Ob ich Vollzeit arbeiten könne, wollten sie wissen. Ich: Gut abgestimmt könnte es funktionieren. Ich könnte jeden zweiten Samstag eine 10-Stunden-Schicht schieben und auch von morgens bis abends da sein, wenn mein Sohn unter der Woche beim Papa ist. Ansonsten 9 bis 15 Uhr. Die Antwort: Wir brauchen leider volle Flexibilität, arbeiten an drei Samstagen im Monat, mal abends, mal vormittags usw.

Wir passen leider nicht zusammen - das sahen beide Seiten ein.

Dann folgte ein Bewerbungsgespräch bei Hugendubel: Hier müsste ich nur an einem Wochenende im Monat arbeiten und generell auch nur vormittags und mittags - 25 bis 30 Stunden pro Woche reichen aus. Super, dachte ich, bis wir zum Gehalt kamen: 2300 Euro Brutto in Vollzeit sind festgeschrieben, was für 25 bis 30 Stunden gerade mal 1600-2000 Euro Brutto wären. Kurz gesagt: Ich müsste zum Jobcenter laufen und meine Führungsposition aufstocken lassen - oder Wohngeld und Kindergeldzuschlag beantragen, um über die Runden zu kommen.

Am Ende sehe ich nicht ein, warum ich für das Geld flexibel einspringen sollte, wenn Kolleg*innen krank sind, zu Weihnachten und an Wochenenden arbeiten … Ich schicke also eine freundliche und sehr diplomatische Mail, in der ich das Gehalt verhandle und andernfalls absage. Nun warte ich auf Antwort.

In vielerlei Hinsicht könnte der öffentliche Dienst besser zu mir passen - wo besser bezahlt wird, Gleitzeit möglich ist und 23,75-Stunden-Wochen. Aber: Wie kommt man in den öffentlichen Dienst? Wie als Bibliothekarin in eine Bibliothek? Die Möglichkeiten sind vielfältig - und gleichzeitig irgendwie auch nicht. Ich weiß, einige Menschen haben sich gewünscht, dass ich über Umstiegsmöglichkeiten informiere. Und das kann ich nun, nach sehr viel Recherche. Aber bedenke, mein Weg ist nur ein Beispiel von vielen. Also los:

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