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Tatort: Blut / Folge 1070 (2018)

Die Bremer Kommissare Lürsen und Stedefreund bekommen es in ihrem 38. Fall mit einer Vampirin zu tun, die ihre Opfer mit Bissen in den Hals tötet. Als auch Nils Stedefreund von der Blutsaugerin gebissen wird und überlebt, scheint er sich ebenfalls in einen Vampir zu verwandeln.

Dass die Tatort-Serie immer mal wieder im Horror-Genre wildert, ist ja bekannt. Dabei kommen dann zumeist so hanebüchene Machwerke heraus, wie die Tatortfolge Nr. 1211 mit dem Namen Das Tor zur Hölle (2022). Darin geht es um einen Dämon, der eine junge Frau besetzt hält, um einen toten Exorzisten und natürlich um den obligatorischen Bürgerschreck Nummer eins, den Satanismus. Das Tor zur Hölle hat einen geil grinsenden Pfarrer, einen schmierigen Psychoanalytiker, eine Wissenschaftlerin, die über die Hölle forscht, und einen Metal hörenden Okkultisten mit Spitzbart zu bieten. Inszeniert wie eine Mischung aus klischeehaftem Okkult-Trash und Bauerntheater in quakender Mundart, war das Ganze irgendwo zwischen unerträglich und ungewollt komisch angesiedelt.

Doch es scheint auch besser zu gehen: Tatort-Folge 1070 von Philip Koch aus dem Jahr 2018 ist ganz anders. Koch beweist hier bereits, dass er Genre verstanden hat, was man später auch an seiner Serie Tribes of Europa (2021) und dem jüngst erschienenen Brick (2025) gut erkennen kann. Er inszeniert seinen Tatort dicht, an manchen Stellen regelrecht ästhetisch und sehr atmosphärisch.

Vor allem aber müssen wir über die großartige Lilith Stangenberg sprechen, die die Vampirin bzw. schwerkranke Frau spielt. Sie siedelt ihre Rolle gelungen zwischen Blutrauch und Zerbrechlichkeit an; ich habe in einem Tatort bisher noch nie ein so gelungenes Schauspiel finden können. Das ist überhaupt der spannendste und filmisch wie schauspielerisch überzeugendste Tatort, den ich je gesehen habe.

https://www.imdb.com/de/title/tt7785306/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Serie