Der im Wald aufgewachsene Blake ist als Kind von seinem toxischen Vater nicht gut behandelt worden. Er ist nun selbst Vater einer kleinen Tochter und hat sich vorgenommen, alles besser als sein Dad zu achen. Er lebt in der Stadt, ist Hausmann während seine Frau Charlotte Karriere macht, erzieht seine Tochter Ginger mit Liebe und lässt sich - ganz klischeehaft - von ihr schminken. Doch das toxische Erbe seines Vaters steckt in ihm und findet einen Ausdruck, als die kleine Familie zum Haus von Blakes Vater fährt, der jüngst verstarb. Im Wald angekommen, haben sie zunächst einen Unfall, dann wird Blake von einem Werwolf gekratzt. Die Drei flüchten in Opas Haus und verbarrikadieren sich vor dem Werwolf, der ihnen nachstellt. Doch Blake hat sich mit Lykanthropie angesteckt und verwandelt sich nun auch in einen Werwolf. Charlotte und Ginger müssen nun vor ihrem eigenen Ehemann und Vater fliehen.
Wolf Man ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Leigh Whannell aus dem Jahr 2025. Es ist eine Neuverfilmung des Universal-Horrorklassikers Der Wolfsmensch (1941) und ist mit Christopher Abbott in der Titelrolle sowie mit Julia Garner, Matilda Firth, Sam Jaeger und Ben Prendergast besetzt. Die Filmmusik stammt von Benjamin Wallfisch.
Auch wenn Wolf Man die Neuverfilmung eines Horrorklassikers sein soll, hat das ganze mit echtem Gothic-Horror nichts zu tun. Sollte jemals jemand diesen Film in einem Atemzug mit Robert Eggers´ Nosferatu - Der Untote (2024) nennen, weil in beiden Werken Gestalten des klassischen Gothic-Horrorfilms auftauchen, sollen ihm die Geschlechtsteile abfallen. Wolf Man hat nichts Neues zu bieten, wir sehen Standard-Slasher-Action, billige Jump-Scares und eine Story, die einen großen Denkfehler beinhaltet.
Leigh Whannell beschreibt die Werwolfkrankheit als Sinnbild für toxische oder traditionelle Männlichkeit, die vom Vater zum Sohn weitergegeben wird und den Befallenen sprachlos macht. Soweit ist der Vergleich noch stimmig, jedoch verwechselt Whannell dabei die Begriffe Kraft und Macht und verortet das Tierische im Menschen als den Ursprung dieser Toxizität. Der Werwolf stand ja traditionell für die Angst der christlichen Kirchen vor der ungestümen Sexualität eines freien Lebens. Die Angst der mächtigen Kirchenmänner war eigentlich eine Furcht vor Machtverlust. Das wilde Tier, wie z.B. der bis zur Ausrottung verfolgte Wolf, wird als gefährlich dargestellt, weil es körperliche Kraft besitzt und seinen Instinkten folgt, während der Mann in der traditionellen Familie willkürlich zugeschriebene Macht besitzt - patriarchale Macht, mit der er Frauen, Kinder und ungeliebte Söhne unterdrückt. Der Vergleich in Wolf Man hinkt also. Nicht das Tier oder das Tierische im Menschen ist gefährlich für Mütter und Töchter, sondern die Kultur des patriarchalen Mannes.
Das Beste an dem Film ist die kleine Vornamen-Reminiszenz an Ginger Snaps (2000), den großartigsten Werwolf-Film aller Zeiten. Der Rest von Wolf Man ist langweilig, vorhersehbar und unoriginell.
https://www.imdb.com/de/title/tt4216984/ (Si apre in una nuova finestra)