In Berlin wird bei einer Razzia zufällig der pädokriminelle Serienmörder Gabriel Engel gefasst, der dreizehn Jungen auf bestialische Weise getötet und mit deren Blut religiöse Gemälde hergestellt hat. Als dies der Polizist Michael Martens in seinem kleinen Dorf Herzbach mitbekommt, beschließt er, in die Großstadt zu fahren, um den gefassten Serienmörder nach dem noch immer ungeklärten Mord an der zwölfjährigen Lucia zu befragen. Tatsächlich gelingt es Martens, den zuvor schweigsamen Mörder zum Sprechen zu bringen. Jedoch warten auf den konservativen und gläubigen Katholiken in Berlin nicht nur eine ganze Reihe von Versuchungen und Sünden. Der perfide Gabriel Engel treibt ein böses Spiel mit Martens und manipuliert den Dorfpolizisten dazu, seine dunkle Seite zu erforschen.
Antikörper ist ein deutscher Thriller aus dem Jahr 2005, bei dem Christian Alvart Regie führte und das Drehbuch schrieb. Alvart, der später die Filme Pandorum (2009) und Halbe Brüder (2015) drehte und mit den Serien Sløborn (2020) und Oderbruch (2023) jüngst große Erfolge feierte, zeigt hier bereits, dass er nicht nur Genre-Kino versteht, sondern einer der kreativsten und vielversprechendsten Filmemacher Deutschlands ist. In den Hauptrollen sehen wir Wotan Wilke Möhring als Michael Martens und André M. Hennicke als Gabriel Engel. Weitere Rollen sind u.a. mit Nina Proll, Milton Welsh und Heinz Hoenig sowie der Pornodarstellerin CoCo Brown, dem Gothic-Schriftsteller Christian von Aster und dem Star aus The Walking Dead (2010) Norman Reedus besetzt. Die Schauspielerin und Sängerin Nadeshda Brennicke, die ich aus Tattoo (2002) kenne, hat einen Auftritt als Nachtclub-Sängerin und steuerte einige Songs zum Soundtrack des Films bei.
Antikörper ist für mich so etwas wie das deutsche Pendant zu Das Schweigen der Lämmer (1991). Nicht nur, weil die Story ähnlich ist - ein Polizist erhofft sich Hilfe von einem Serienmörder -, sondern weil der Film genauso dicht und psychologisch abgründig inszeniert ist. Mit allegorischen Bildern wird eine religiös anmutende Ambivalenz von Gut und Böse erzeugt. Die christlichen Themen Schuld und Sühne werden hier behandelt und nihilistisch dekonstruiert.
Alvarts Werk ist ästhetisch, dramaturgisch sowie schauspielerisch auf Weltniveau und verbreitet eine Atmosphäre und Spannung, wie sie nur ganz wenige deutsche Filme schaffen. Antikörper steht für mich in einer Reihe mit legendären Serienmörderfilmen wie Sieben (1995), Roter Drache (2002), Alexandre Ajas Maniac (2012) und Der goldene Handschuh (2019).
https://www.imdb.com/de/title/tt0337573/ (Si apre in una nuova finestra)