Die fünfzehnjährige Emerson zieht mit ihrer Familie in ein Kaff mitten im Wald. Die dortige Gemeinde wird vom Pfarrer einer christlichen Psycho-Sekte angeführt. Ermerson leidet unter den Übergriffen ihres strengen Vaters und auch in der Schule erfährt sie Mobbing und Hass. Das ändert sich als sie sich mit der als Problemkind geltenden Delilah anfreundet. Aufgrund der kognitiven und gesellschaftlichen Enge des Ortes durstet es die beiden Mädchen nach Überschreitung. Und so begehen sie ein okkultes Blutritual im Wald, um sich Mut zu machen, denn ein Monster treibt sich in der Gegend herum und tötet Klassenkameradinnen. Emerson und Delilah gründen eine Art Kult voller transgressiver Rituale, dem sich weitere unter Familie und Gesellschaft leidende Mädchen anschließen. Nur die Freundinnen haben die Macht, das Ungeheuer aus dem Wald zu besiegen.
Spirit in the Blood war mein ersten Anwärter auf den Film des Jahres 2024. Der deutsch-kanadische Coming-of-Age-Thriller ist der Debütfilm von Carly May Borgstrom. Das Werk besticht durch eine gekonnt arrangierte Atmosphäre, die tollen Jungschauspielerinnen Summer H. Howell und Sarah-Maxine Racicot, eine fesselnde Dramaturgie und eine transgressiv-tribalistische Geschichte.
Spirit in the Blood ist wie als hätte der Transgressionsphilosoph Georges Bataille Stranger Things geschrieben, nur halt in klug und gut. Um echten Horror zu verbreiten braucht man keine Fantasy-Elemente, die menschliche Gesellschaft reicht vollkommen aus. Spirit in the Blood ist ein genialer Film; die Filmregisseurin Carly May Borgstrom werde ich im Auge behalten.
https://www.imdb.com/de/title/tt31514476/ (Si apre in una nuova finestra)