Der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin und sein Adoptivsohn und Lehrling Grogu werden von der Neuen Republik angeheuert, um die verbliebenen imperialen Kriegsherren in der Galaxis aufzuspüren und unschädlich zu machen. Für Informationen über den Aufenthaltsort des mysteriösen imperialen Kommandanten Coin lassen sich die beiden auf einen Deal mit den berüchtigten Hutten-Zwillingen ein. Mando und Grogu sollen Rotta, den entführten Sohn von Jabba dem Hutten, aus der Gefangenschaft eines Gangsterlords retten. Doch den Hutten-Zwillingen ist in jeder Hinsicht nicht zu trauen. Auf ihrem letzten großen Abenteuer müssen Vater und Ziehsohn nicht nur gegen ein ganzes Bestiarium von gefährlichen Kreaturen kämpfen, sondern bekommen es auch mit dem legendären Kopfgeldjäger Embo zu tun. Die Bindung der beiden wird so gestärkt; Grogu kann seine Fähigkeiten im Umgang mit der Macht weiter vertiefen und sie schließen Freundschaft mit dem liebenswürdigen Rotta.
Nach Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (2019) und einer Pause von fast sieben Jahren kam nun endlich wieder ein Star-Wars-Film in die Kinos: The Mandalorian and Grogu. Der US-amerikanische Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2026 ist der insgesamt zwölfte Live-Action-Kinofilm innerhalb des Star-Wars-Universums und die Fortführung der Fernsehserie The Mandalorian (2019). Der Kinofilm ersetzt die vierte und abschließende Staffel der Serie. Regie führte Jon Favreau, der gemeinsam mit Dave Filoni und Noah Kloor auch das Drehbuch schrieb. Die Filmmusik komponierte Ludwig Göransson, von dem auch schon die Musik zu Staffel eins und zwei der Serie stammte.
Die Rolle des Din Djarin spielen erneut Pedro Pascal und Brendan Wayne, der Enkel von John Wayne. In den Stuntszenen wird der Mandalorianer von Lateef Crowder verkörpert. In weiteren Rollen sind Sigourney Weaver als Colonel Ward, Jonny Coyne als Lord Janu Coin und Paul Sun-Hyung Lee als Carson Teva zu sehen. Jeremy Allen White lieh dem Hutten Rotta im Original seine Stimme, Martin Scorsese synchronisierte den Ardennianer Hugo Durant und Steve Blum den Lasat-Piloten Zeb Orrelios. Deborah Chow, Lee Isaac Chung, Rick Famuyiwa und Dave Filoni, die alle bei einzelnen Episoden von The Mandalorian Regie führten, haben einen Cameo-Auftritt als Ranger der Neuen Republik.
Als großer Fan der Serie war ich mehr als erfreut, als ich erfuhr, dass es einen Kinofilm mit Mando und Grogu geben wird. Mir gefällt auch die Tatsache, dass Jon Favreau den entgegengesetzten Weg zum serienfokussierten Zeitgeist geht und das Medium Film wählt, um das Ende seiner Geschichte um den Kopfgeldjäger und sein Mündel zu erzählen. Favreaus Serie war in ihrer Machart bereits unüblich im Vergleich zum gängigen Serienstandard; die vierte Staffel als Film zu inszenieren passt da bestens ins Bild. The Mandalorian stach für mich aus den zahlreichen eher mittelmäßigen Star-Wars-Filmen und -Serien der jüngsten Zeit heraus, weil die Serie am ehesten den Geist der alten Trilogie atmete. Der "Mandalorian-Film" versucht diesen Geist nun auch auf die Kinoleinwand zu bringen; dies gelingt ihm meines Erachtens auch.
Der erste Star-Wars-Realfilm ohne Lichtschwerter hat eine gelungene Bildästhetik zwischen schmutzigem Space-Western und Gemälden der Fantasy Art sowie einen großartigen Score, der sich den eisigen Gebirgspässen, düsteren Wurmhöhlen, ausgedehnten Urwäldern und neonbeleuchteten Straßen einer Cyberpunk-Stadt musikalisch anpasst. Inhaltlich gibt es hier keine epischen Familiendramen, große Politik oder dualistisches Religionsgeschwafel, sondern einfach nur ehrliche Action und cute Aliens. Der Film fackelt nicht lange, hält sich nicht mit viel Gerede oder Erklärungen auf, sondern fliegt los und lässt etwas explodieren. Das mag manchen zu schnell gehen - ich finde es gerade als Gegenentwurf zu vielen zeitgenössischen Science-Fiction-Filmen, in denen mich das Wissenschaftsgelaber und die nervigen Erklärungsorgien oft nur noch langweilen, herausragend gut und sehr unterhaltsam.
Ich habe mir immer einen Star-Wars-Film gewünscht, in dem die tollen Aliens dieses Franchise im Mittelpunkt stehen, dies wurde mir mit The Mandalorian and Grogu nun erfüllt. Als ich den Hutten Rotta mit Grogu am Strand im Wasser spielen sah, hatte der Film mich vollends in seinen Bann gezogen. An anderer Stelle beobachten wir minutenlang eine grüne Puppe dabei, wie sie sich liebevoll um einen Verletzten kümmert, Nahrung sammelt und die Macht einsetzt - hier lässt sich der Film tatsächlich Zeit. Das ist für mich der Geist von Star Wars.
The Mandalorian and Grogu ist ein Überlängefilm, doch zu keiner Sekunde langweilig. Er nimmt uns mit in eine detailreiche Welt, die zwar gefährlich und voller Bösartigkeit ist, aber doch überall auch eine nette Echse im Schaukelstuhl, die einem Hungrigen einen gebratenen Fisch schenkt, einen dicken Wurm, der nicht wie sein Vater ist, oder ein paar Mechaniker, die einem einen Flug in ihrem Spielzeugraumschiff anbieten, bereithält. Das macht Hoffnung. Das ist Star Wars!
https://www.imdb.com/de/title/tt30825738/ (Si apre in una nuova finestra)