Aus der Ehe einer jungen Frau und einem alten Mann ist die Luft raus. Also orientiert die Frau sich anderweitig und lernt einen stinkreichen Bankier kennen, der nicht ganz bei Verstand ist. Sie beginnt eine Affäre mit ihm. Ihre sexuelle Beziehung hat sadomasochistische Momente, doch irgendwann brechen die beiden immer mehr Tabus. Die Frau wird zur Domina, er dagegen lebt auch im Alltag seine dominante Seite aus und setzt die Frau mit psychologischen Machtspielen unter Druck. Sie hassen sich und doch scheinen sie nicht ohne einander zu können.
Streng ist ein französisch-luxemburgisch-belgisches Erotikdrama aus dem Jahr 2013 von Hélène Fillières. Der Film basiert auf dem Roman "Sévère" von Régis Jauffret. Er ist ein typisch französischer Intellektuellenfilm: dunkel, zwanghaft, existentialistisch, bildungsbürgerlich und langatmig. Es wird viel geflüstert und geschrien und, obwohl der Film mit den typischen BDSM-Klischees beworben wurde, sehen wir hier nur Standardsexszenen eines französischen Intellektuellenfilms. Der Bankier - im Film haben die Figuren keine Namen - ist ein lebens- und zivilisationsmüder Widerling, der seinem Frauenhass freien Lauf lässt. Das, was wir hier sehen, hat mit BDSM wenig zu tun, denn Absprachen, Konsens und Zuneigung sucht man vergebens (da hilft es auch nicht, dass die beiden in den letzten Minuten des Films in Latex gekleidet ein paar Fesselspiele machen). Die klischeehaften Konstellationen einer klassischen "amour fou", wie es der französische Film liebt, erschöpften sich schnell in Streng und auch die prominente Besetzung mit Laetitia Casta und Benoît Poelvoorde kann das nicht kompensieren. Das Ganze ist einfach unerträglich langweilig.
https://www.imdb.com/de/title/tt2256741/ (Si apre in una nuova finestra)