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Bad Blood for the Vampyr (1984)

Ein einsamer Goth-Vampir im West-Berlin der 80er-Jahre hat die Nase voll von schlechtem Blut. So macht er sich auf die Suche nach einer Jungfrau und findet sie in einem etwa fünfjährigen Mädchen, das er beißt und mit in seinen Sarg nimmt.

Die kanadische Filmregisseurin und Musikerin Lysanne Thibodeau, die bis 1982 Sängerin und Keyboarderin der Band Men Without Hats war, lebte von 1982 bis 1996 in Europa, vor allem in Berlin. Hier entstand 1984 ihr erster Film Bad Blood for the Vampyr auf Super-8. Lisan Tibodo, wie sie sich damals nannte, schrieb auch das Drehbuch und Teile der Musik des in schwarz-weiß gedrehten, experimentellen Kurzfilms. Am Soundtrack waren darüber hinaus Einstürzende Neubauten, Die Ärzte, Heino, Die Goldenen Vampire und der Medienkünstler Christian Graupner beteiligt. Die Hauptrolle als Vampyr übernahm Oliver Shunt, in weiteren Rollen sehen wir u.a. Norbert Hähnel, der "wahre Heino", Monty Cantsin, Maria Zastrow, Blixa Bargeld sowie Gudrun Gut, Beate Bartel und Manon P. Duursma von der Band Matador.

An einigen typischen Schauplätzen, wie Alex Köglers berühmt-berüchtigter Bar "Risiko" in Schöneberg, gedreht, atmet dieses düster-ästhetische Werk den Geist des West-Berliner Undergrounds der 80er-Jahre. Mit episodenhaften Sketchen, Parodien und Cameos werden hier zahlreiche Filmreferenzen - vom expressionistischen Horrorfilm der 1930er-Jahre über Werner Herzogs Nosferatu: Phantom der Nacht (1979) und Tony Scotts Begierde (1983) bis hin zum damals zeitgenössischen Cinema of Transgression - zelebriert.

Bad Blood for the Vampyr ist ein obskures Filmchen, das die Kreativität und die DIY-Mentalität der damaligen Kunst- und Musikszene bestens dokumentiert, und ein interessantes Zeitdokument.

https://www.imdb.com/de/title/tt10631592/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Film