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True Detective / Staffel 2 (2015)

Nach dem mysteriösen Mordfall an einem korrupten Politiker müssen sich in der Industriestadt Vinci im Los Angeles County drei Polizisten aus verschiedenen Organisationen zusammentun, um den Fall zu lösen. Ani Bezzerides, Ray Velcoro und Paul Woodrugh kommen sich dabei gegenseitig in die Quere. Die Ermittlungen führen sie in die dunklen Abgründe der Stadt Vinci, wo Gewalt, Korruption und Sexhandel herrschen. Das ist das Reich von Gangsterboss Frank Semyon. Neben dem Kriminalfall müssen die drei psychisch auffälligen Cops ihre eigenen uninteressanten Probleme lösen.

Die erste Staffel der Serie deutete bereits einen häufigen Grund für das mannigfaltige Leid von Menschen mit dem toxischen Frauenfeind Marty an. In der zweiten Staffel von Nic Pizzolattos Serie True Detective, die im Jahr 2015 erschien, wird nun das Thema toxische Männlichkeit in seiner ganzen Tragik und Scheußlichkeit ausgebreitet. Wir erleben eine ganze Reihe von Männern - Polizisten und Gangster gleichermaßen -, die unter ihren familiären Traumata leiden und ihre aufgestaute Wut und Unzufriedenheit an ihren Umfeldern auslassen. Sie werden so zum Inbegriff des wortkargen, psychisch labilen und gewalttätigen Mannes. Selbst die einzige Polizistin der Serie verfährt nach diesem Schema und adaptiert das problematische Verhalten und die gewaltvolle Sprache ihrer männlichen Kollegen.

Inhaltlich werden erneut menschliche Abgründe gezeigt, die sich neben dem eigentlichen Kriminalfall zeigen. Das ist aber nun wahrhaftig nichts Neues: den selbstverliebten und sich selbst verletzenden Cop, der Jagd auf Menschen macht, die genauso verkommen sind, wie er selbst, haben wir schon viel zu oft gesehen. Die philosophische Tiefe und der kosmische Horror der ersten Staffel fehlen hier komplett. Die zweite Staffel von True Detective ist nur noch ein Krimi und dazu noch schrecklich konventionell. Trotz prominenter Besetzung mit Schauspielern wie Colin Farrell, Rachel McAdams und Vince Vaughn, haben wir hier nicht eine sympathische Figur. Einziger Lichtblick ist der Auftritt und die Musik der amerikanischen Singer-Songwriterin Lera Lynn. Für Krimi-Fans mag die Serie interessant sein, mich langweilte das Ganze ab der zweiten Folge.

https://www.imdb.com/title/tt2356777/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Serie