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BS029 – Bonus: Der Drache im Wappen

Der Drache ist im Westen ein merkwürdig ambivalentes Symbol. Einerseits der Feind, den man besiegt – Georg durchbohrt ihn, Michael wirft ihn aus dem Himmel. Andererseits ein Zeichen von Macht und Furchtlosigkeit, das man stolz im Wappen führt. Diese Spannung steht im Zentrum unserer Bonusfolge.

Wir beginnen an der heraldischen Werkbank: Was unterscheidet eigentlich einen Drachen von einem Lindwurm und einem Wyvern? Die Antwort liegt – kurioserweise – in den Beinen. Doch wie so oft entpuppt sich die scheinbar uralte Ordnung als spätere Konstruktion: Im Mittelalter selbst wurden die Begriffe weitgehend synonym gebraucht.

Von dort geht es zum berühmtesten Nationaldrachen der Welt, dem roten Drachen von Wales, und zur Sage von König Vortigern, dem Knaben Merlin und den zwei kämpfenden Drachen unter der Burg Dinas Emrys – einer Sage, deren Schauplatz eine Ausgrabung von 1945 überraschend bestätigte. Wir verfolgen, wie die Tudors den Drachen zum Machtsymbol machten, und decken auf, dass die heutige walisische Nationalflagge erst am 23. Februar 1959 offiziell anerkannt wurde.

Wir besuchen Drachen in der Stadtheraldik – den Klagenfurter Lindwurm, den grünen Drachen von Ljubljana, die Wappendrachen Londons und den Heiligen Georg im Wappen Moskaus – und kommen zum Herzstück der Folge: dem Drachenorden, den Kaiser Sigismund 1408 gründete. Sein Emblem, ein Drache mit dem Kreuz des Heiligen Georg auf dem Rücken, gab einem walachischen Fürsten den Beinamen „Dracul" – und damit, über Sprachgeschichte und einen viktorianischen Schauerroman, dem berühmtesten Vampir der Welt seinen Namen. Zum Abschluss reisen wir nach Bhutan, dessen Donnerdrache Druk dem ganzen Land den Namen gibt.

Vielen Dank für euer Unterstützung und viel Spass mit der Bonusfolge:

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