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[Plakate] Wann beißt der Sparfuchs?

Ich gehe häufig und gerne in München spazieren. Dabei höre ich Bücher, Podcasts oder auch mal nichts. Als ich neulich wieder mittels frischer Luft den Kopf frei bekommen wollte, kam ich an einem Plakat vorbei. Soweit, so alltäglich. Doch dieses Mal habe ich es mir mal genauer angeschaut und mich gefragt, was mich an dem Plakattyp so stört.

Hier versteckt sich der Sparfuchs noch im Wald. Hatte wirklich schöne Feiertage. Viel spazieren, saunieren, saufieren.

Es war eines der Plakate, auf dem nicht nur ein Event beworben wird. Sondern gleich sechs verschiedene. Jede Band hatte etwa 1/6 der Werbefläche zur Verfügung. Es war jedoch kein Festival, sondern es gab 6 Konzerte an 6 Orten mit 6 Terminen.

Plakat
Eines dieser Plakate, die es aber nicht nur von MünchenTicket gibt, sondern auch von sehr vielen Ticketingfirmen und Veranstaltern.

Ziemlich wenig Platz, ergo kleine Schrift, die man nur von Nahem noch gut lesen konnte. Es hing an einer Straße mit Bürgersteig, daher ging ich davon aus, dass es sich auch an Fußgänger richtet, weniger an Autofahrer. Diese können es aufgrund der kleinen Motive nicht wirklich wahrnehmen.

Die Kosten kann man durch sechs teilen. Aber bekommen die Konzerte auch einen fairen Deal? 1/6tel der Werbewirkung?

Buchhalterisch ist es eigentlich egal, ob man 1 oder 6 Konzerte auf ein Plakat packt. Pro Konzertbudget spart man sich damit stolze 5/6 des Plakatpreises. Disclaimer: da ich nur Online-Marketing mache, habe ich KEINE Ahnung, wer oder wieviel man für ein solches Plakat bezahlt. Vielleicht zahlt man auch nichts pro Plakat, da es Teil eines Werbepaketes ist.

Anyway, auf meinem Spaziergang habe ich mich dann gefragt, ob jedes Konzert wirklich 1/6 (etwa 16 %) der Werbewirkung erhält – oder ob es so etwas wie “Werbeverlust durch kognitive Reibung” gibt und die Konzerte 16 % zahlen aber nur 10 % der Werbewirkung erhalten.

Grafik
Lesehilfe: ein einziges Konzert auf einem Plakat bedeutet keine Ersparnis, aber auch kein Werbeverlust. Bei zwei Konzerten zahlt mal pro Konzert nur 50 %, aber die Werbewirkung ist unter 50 %. Diese Differenz (grün) habe ich "Werbeverlust" genannt.

Werbewirkungsverluste vs. Sparfuchs

Zum einen ist ein Plakat mit mehr als 1 Konzert meist gezwungen, weniger lesbar zu werden: kleines Motiv, kleinere Schrift.

Dann gibt es häufig noch ein “verbindendes” Element, das Aufmerksamkeit vom Konzert abzieht. Der Werbetreibende möchte z.B. sein Logo oder sein Design “überstülpen”, damit klar wird, dass diese Konzerte z.B. vom gleichen Veranstalter sind oder über das gleiche Ticketingportal gebucht werden können.

All das verringert die Werbewirkung der einzelnen Konzerte. Plakate werden nur kurz angeschaut: wenn ich nicht direkt verstehe, um was es geht und mir ein Grund geliefert wird, genauer hinzuschauen, hat das Plakat eigentlich keine Wirkung.

Aber da ist noch etwas: Wenn ich ein Plakat sehe, das mehrere Konzerte beinhaltet, denke ist oft: »Die Events können nicht so gut sein, nichtmal der Werbetreibende gibt eine Empfehlung. Wenn da ein richtiges Highlight dabei wäre, würden sie es eigenständig plakatieren«.

Geht’s euch auch so, oder ist das nur in meinem Kopf? 😁

Den ganzen Spaziergang dachte ich darüber nach und kam dann zu einer Meinung: Nein, der Sparfuchs hat nicht Recht. Die Sparquote ist stetig, aber die Werbewirkung schrumpft aufgrund der genannten drei Gründe sogar stärker. Je mehr Konzerte, desto höher ist der Verlust der Werbewirkung.

Soviel zu einem Spaziergang, um den Kopf frei zu bekommen …

Preview: Da gibt’s doch was mit Mathe für

Als ich dann wieder zuhause war, dachte ich diese Theorie kann man doch sogar in eine mathematische Formel packen. Man benötigt nur eine Konstante, die mit der Anzahl der Konzerte pro Plakat steigt, damit man den Verlust der Werbewirkung mit der stetigen Einsparung vergleichen kann. So kann man die Einsparungen grafisch darstellen und gegen den Werbeverlust rechnen. Mehr dazu in einer späteren Mail.

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