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Lachen als Therapie für ältere Menschen

Die heilende Wirkung des Lachens ist wissenschaftlich belegt und wird unter dem Begriff Gelotologie untersucht. Dabei zeigen zahlreiche Studien, dass Lachen Körper und Geist ganzheitlich stärkt: Es aktiviert die Muskulatur (über 300 Muskeln werden bewegt), steigert die Atem- und Blutdurchflussrate, weitet Blutgefäße und kann so ähnlich wie ein leichtes Herz-Kreislauf-Training wirken. Durch die tiefe Zwerchfellatmung nimmt der Körper etwa vier- bis achtmal mehr Sauerstoff auf, was zu einer besseren Sauerstoffversorgung und Stoffwechselaktivierung führt. Zugleich schüttet der Organismus Glückshormone (Endorphine und Serotonin) aus, was Schmerzen lindert und das allgemeine Wohlbefinden hebt. Der Parasympathikus (Ruhe-Nervensystem) wird aktiviert, Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol gehen zurück, und Gefäße entspannen sich – der Blutdruck kann nachweislich sinken. All diese Effekte tragen dazu bei, körperliche Verspannungen, Kopfschmerz oder Atembeschwerden abzubauen und die Abwehrkräfte zu stärken.

Neben den physischen Nutzen hat Lachen vor allem auch starke psychische und soziale Effekte. Psychologisch wirkt Lachen unmittelbar stimmungsaufhellend: Es zerreißt negative Gedankenspiralen und setzt positive Impulse frei, weil Hirnregionen für Freude und Belohnung aktiviert werden. Gemeinsam geübtes Lachen fördert außerdem das Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen innerhalb einer Gruppe. Schon unsere Vorfahren nutzten Lachen, um Spannungen abzubauen und Gemeinschaft zu stärken; noch heute lachen Menschen im Beisein anderer bis zu 30-mal häufiger als allein. In der Seniorenbetreuung kann gezieltes Lachen daher helfen, soziale Barrieren zu überwinden, Kommunikationsfreude zu wecken und Vereinsamung entgegenzuwirken. Die KlinikClowns in Krankenhäusern nutzen diese Erkenntnisse gezielt auch bei älteren und pflegebedürftigen Menschen, um Heilungsprozesse emotional zu fördern und Stabilität zu geben. Gerade bei älteren Menschen ist das Potenzial des Lachens noch kaum ausgeschöpft: Kinder lachen im Schnitt 300–400 Mal am Tag, Erwachsene hingegen nur etwa 15–20 Mal. Bereits wenige Minuten gemeinsamen Lachens können die Laune deutlich heben – die positive Wirkung hält oft bis zu 45 Minuten an.

Lachen fungiert also als natürliche Therapie mit vielfältigen Effekten: Es reduziert Stress, kann Schmerzen lindern, verbessert Schlaf und Immunsystem und stabilisiert das Herz-Kreislauf-System. Zugleich schafft es Lebensfreude und Gemeinschaftsgefühl, indem es Ängste lindert und den Blick auf positive Aspekte des Lebens lenkt. In der Seniorenbetreuung eröffnet sich damit eine einfache, ressourcenschonende Möglichkeit, Körper und Seele gleichermaßen anzusprechen.

Zielsetzung von Lachübungen

In der Seniorenbetreuung dienen Lachübungen vor allem dazu, Freude, Aktivierung und Entlastung zu fördern. Durch bewusstes, gemeinsames Lachen wird Lebensfreude geweckt und in den Alltag gebracht: Die Betreuenden setzen damit bewusst einen Impuls gegen Müdigkeit, Antriebsschwäche oder depressive Stimmungen. Durch die körperliche Bewegung beim Lachen (Atmung, Klatschen, Gestik) werden Kreislauf und Muskulatur sanft aktiviert. Dies hilft, die Mobilität zu erhalten und körperliche Anspannungen abzubauen – vergleichbar mit leichter Gymnastik, aber verbunden mit Spaß und Leichtigkeit. Gleichzeitig werden Konzentration und soziale Interaktion angeregt: In Gruppenstunden stärkt gemeinsames Lachen das Gemeinschaftsgefühl und die Kommunikation. So können Scheu oder Isolation überwunden werden, was gerade bei zu Betreuenden mit Demenz oder Depression hilfreich sein kann.

Psychisch zielt Lachtherapie auf Entspannung und Stabilisierung ab. Durch den Abfall von Cortisol und die Ausschüttung von Endorphinen wird ein Zustand innerer Ruhe und Zufriedenheit unterstützt. Menschen berichten nach einer Lachsession häufig von „mehr Energie“, „besserer Stimmung“ und „Lebensfreude“. Auch Ängste oder Grübeln werden unterbrochen, da Lachen und Denkprozesse nicht gleichzeitig stattfinden. In der therapeutischen Zielsetzung kann dies bedeuten, depressive Symptome und Angstgefühle zu mildern sowie das Selbstwertgefühl zu verbessern, weil die Teilnehmenden erleben, etwas aktiv für ihr Wohlbefinden tun zu können. Studien deuten an, dass Lachyoga bei älteren Depressiven ähnlich stimmungsaufhellend wirkt wie moderates Ausdauertraining.

Zusammenfassend verfolgt Lachtherapie in der Betreuung von Senioren folgende Zwecke: Motivation und Aktivierung, Stress- und Angstabbau, Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensfreude, soziale Einbindung sowie körperliche Entspannung. Sie ergänzt andere Betreuungsangebote durch spielerische Elemente und setzt gezielt körperliche, emotionale und geistige Impulse. Dabei ist sie flexibel einsetzbar – ob als kleine Sofortmaßnahme (einige Minuten Lachen beim Vorlesen einer Geschichte) oder als halbstündige Gruppenaktivierung – und richtet sich an Senioren aller Leistungsniveaus, von agil bis mobilitätseingeschränkt.

Vorteile und Nachteile dieser Methode

Vorteile von Lachen als Therapie lassen sich vielfältig zusammenfassen. Durch das angeleitete Lachen werden automatisch Endorphine und andere “Glückshormone” freigesetzt, was das Wohlbefinden steigert. Die Stimmung bessert sich, Stress und Ängste nehmen ab. Körperlich stärkt regelmäßiges Lachen nachweislich das Immunsystem und fördert die Durchblutung. In der Gruppe führt gemeinsames Lachen zu sozialer Verbundenheit und einem Wir-Gefühl. Teilnehmende empfinden oft mehr Selbstbewusstsein und Lebensfreude nach einer Lachsession. Da Lachübungen ohne aufwändige Vorbereitung auskommen und im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden können, sind sie für Betreuungskräfte leicht einsetzbar und benötigen kaum Material.

Nachteile und Grenzen gilt es ebenfalls zu beachten. Nicht alle Menschen empfinden es angenehm, künstlich zu lachen oder vor anderen laut zu lachen. Manche Teilnehmende müssen eine Hemmschwelle überwinden und benötigen behutsame Einführung. Langfristige Ergebnisse erfordern regelmäßiges Üben; sporadische Lachstunden wirken weniger stabilisierend. Einige Senioren könnten die Übungen als gestellt oder albern empfinden, was Frust verursachen kann. Zudem ist nicht in allen Einrichtungen qualifiziertes Personal oder eine geeignete Gruppe für Lachyoga vorhanden. Humor ist sehr persönlich – während manchen einfache Wortspiele Freude machen, können andere exakt dieselben Übungen als nichtssagend empfinden.

Wissenschaftlich ist anzumerken, dass die konkrete Wirksamkeit von Lachtherapie in Studien derzeit uneinheitlich belegt ist. Reviews weisen darauf hin, dass es nur wenige qualitativ hochwertige Untersuchungen zum Nutzen von Lachyoga und Lachtherapie gibt und die Ergebnisse nicht immer eindeutig interpretiert werden können. In der Praxis liefert Lachen allerdings ein so niedrigschwelliges Angebot, dass sich ein vorsichtiges Ausprobieren lohnt – besonders, da im Normalfall weder nebenwirkungsreiche Medikamente noch aufwendige Technik nötig sind.

Praktische Anleitung für Betreuende

Bei der Umsetzung von Lachtherapie in der Seniorenbetreuung kommt es weniger auf perfekten Ablauf als auf Wohlfühlatmosphäre und Motivation an. Eine Betreuungsstunde kann abgestuft gestaltet werden: Oft beginnt man mit einer kurzen Aufwärmphase, in der sich alle Teilnehmer (sitzend oder stehend) lockern und einstimmen. Man kann beispielsweise den Tag begrüßen, sich ansehen und „Schön, dass du da bist!“ wünschen. Leichte Mobilisationsübungen (Armkreisen, Schulterkreisen) oder Atemübungen (tiefes Ein- und Ausatmen) bringen den Kreislauf sanft in Schwung. Dabei werden häufig die Grundelemente des Lachyoga verwendet: Durch rhythmisches Klatschen („Ho-ho, ha-ha-ha“) und entsprechende Lautmalereien wird ein Teamgefühl erzeugt. Diese „Lachen-Klatschen-Atmen“-Abfolge sorgt für einen stetigen Wechsel von Anspannung und Entspannung.

Die Hauptphase besteht aus abwechslungsreichen Lachübungen. Die Betreuungskraft wählt Übungen, die zur Gruppe passen: Sie kann die Teilnehmer zum Nachmachen auffordern oder bestimmte Rollen verteilen (z. B. als Clown verkleiden). Wichtig ist, dass niemand ausgelacht wird – alle Lacher sind willkommen, echte wie „gespielte“. Übungen können mit Musik unterlegt oder durch einfache Reime und Geschichten eingeleitet werden. Viele Übungen lassen sich ohne Instrumente durchführen, nur mit der eigenen Stimme und Gestik. Bei Bedarf kann Musik (z. B. Tanztitel aus der Jugend der Senioren) oder ein Handtrommeln das Tempo vorgeben.

Die Abschlussphase dient der Beruhigung und Reflexion. Oft schlägt man sanftere Übungen vor, atmet noch einmal tief durch (etwa mit Visualisierungsübungen wie „Geburtstagstorte ausblasen“) und lacht leiser aus. Ein gemeinsames Abschlusswort oder kurzes Feedback–Kreis gibt den Teilnehmenden Gelegenheit, das Erlebte zu verarbeiten. So kann jede Einheit harmonisch enden, und die Senioren gehen „beglückt und entspannt“ zurück in den Alltag.

Umsetzung in verschiedenen Settings

Gruppenangebot: Lachkreise sind ideal in Sitzgruppen oder Stuhlkreisen organisiert. Um einen Motivationsimpuls zu setzen, empfiehlt sich anfänglich ein fester Termin (z. B. wöchentlich 30 Minuten). Für die Gruppe sollte ein ruhiger Raum mit Blickkontakt sorgen, damit alle einander sehen. Die Übungen sind so gestaltet, dass die Teilnehmer zur Teilnahme angeregt werden, auch wenn sie anfangs scheu sind. Ist ein ganzer Lach-Workshop nicht möglich, kann Lachen auch in bestehende Angebote eingebaut werden: Selbst zwei oder drei kurze Lachübungen als „Kurzaktivierung“ im Programm bringen positive Effekte.

Einzelbetreuung: Bei Bewohnern mit starker Mobilitätseinschränkung oder Demenz kann Lachen auch in Einzel- oder Kleinbetreuung eingesetzt werden. Hier wählt man einfache, gut nachvollziehbare Übungen, ggf. mit körperlicher Hilfestellung. Ein Betreuer kann z. B. gemeinsam mit der Seniorin lauthals vorlachen oder eine Handpuppe benutzen, um zum Lachen zu animieren. Visuelle Reize (lustige Bilder, Grimassen im Spiegel) und taktile Elemente (z. B. leichtes Klopfen auf die Schultern im Rhythmus) können helfen, das Lachen zu triggern. Es ist hilfreich, die Übungsdauer je nach Konzentrationsfähigkeit kurz zu halten (einige Minuten) und dann zu einer anderen Beschäftigung überzuleiten.

Menschen mit Demenz: Patienten mit Demenz reagieren oft stark auf Emotionen. Übungen sollten möglichst einfach und wiederholend sein. Kurze Begleittexte oder bekannte Lieder (Refrains mit „lalala“) können Rhythmus und Sicherheit geben. Wichtig ist, Geduld zu haben: Manche müssen anfangs nur anfangs dezent schmunzeln, bevor echtes Lachen folgt. Oft hilft es, selbst motiviert und enthusiastisch voranzulachen – Lachen ist ansteckend. Wenn nötig kann man die Arme halten oder gemeinsam wippen, um Rhythmus zu geben. Da Demenz-Patienten sich vielleicht nicht lange erinnern, bleibt der Fokus auf dem Hier-und-Jetzt-Erlebnis.

Menschen mit Depressionen: Hier kann Lachtherapie besonders wirkungsvoll sein, da sie mit wenig Druck Freude vermittelt. Die Übungen sollten kein Leistungsgefühl erzeugen, sondern spielerischen Charakter haben. Sanfte Atem- und Entspannungsübungen können anfangs Ängste reduzieren (z. B. ein paar tiefe Atemzüge). Dann werden lustige, einfache Übungen wie „Auto springt nicht an“ oder Klatschreime eingeführt. Auch Gespräche über positive Erlebnisse zwischen den Lachphasen (nach dem Motto “Was hat dich kürzlich zum Lachen gebracht?”) können gekoppelt werden. Studien zeigen, dass bei depressiven Seniorinnen bereits 10 Lachyoga-Sitzungen stimmungsaufhellend wirkten. Dennoch ist hier Sensibilität gefragt: Das Tempo sollte auf das persönliche Befinden abgestimmt und Überforderung vermieden werden.

Mobilitätseinschränkung und Hilfsmittel: Für Seniorinnen im Rollstuhl oder mit Bewegungseinschränkung eignen sich fast alle Lachübungen im Sitzen. Die Schritte, Stampf- oder Armbewegungen werden entsprechend angepasst: Wenn nur die Arme frei sind, können etwa „Stampfen“ durch rhythmisches Klopfen auf die Tischplatte simuliert werden, oder man übt ausschließlich Gesichtslachen. Hilfsmittel wie weiche Bälle oder Tücher können einbezogen werden (z. B. Ballon aufblasen und platzen lassen für Überraschungsmoment). Sogar im Liegen kann ein Herz-freundliches Lachen durchgeführt werden: Hier konzentriert man sich auf die Atmung (zum Beispiel tiefe Bauchatmung) während man „ha ha ha“ wispert.

Mit Musik und Atem: Musik kann Lachen zusätzlich beflügeln. Bekannte lustige Lieder oder einfach Rhythmen helfen, im Takt zu klatschen oder zu stampfen. Ein Beispiel ist das klassische „Klatschen mit Ho-ho, Ha-ha-Ha“ im Takt eines Marchschritt. Atemtechniken ergänzen jede Einheit: Übungen wie das tief einatmende Strecken in die Höhe mit anschließendem Ausatmen und „Hahaha“-Lachen (z. B. „Baum im Wind“) fördern die Lungenkapazität. Ebenso beruhigen die so genannten „Kerzen-Ausblasen“-Übungen am Ende einer Runde die Atmung wieder.

Konkrete Lachübungen mit Anleitung

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an einfachen, aber wirkungsvollen Lach- und Atmungsübungen. Sie können einzeln oder in Kombination durchgeführt werden. Jede Übung beschreibt wir einen typischen Ablauf; Varianten (z. B. mit Musik, Bewegung) sind jeweils vermerkt. Lesen Sie die Schritte durch, passen Sie sie an die Fähigkeiten Ihrer Seniorinnen an und probieren Sie sie in der Praxis aus.

„Ho-ho, Ha-ha-ha“ (Grundrhythmus): Diese Übung wärmt die Gruppe auf. Alle Teilnehmenden setzen sich in einen Kreis. Zunächst rufen alle gemeinsam „Ho-ho“ und klatschen dabei langsam im Gleichklang auf die Oberschenkel. Danach rufen alle „Ha-ha-ha“ und klatschen rhythmisch in die Hände. Der Wechsel Ho-Ho / Ha-Ha-Ha wird dreimal wiederholt. Ziel ist weniger das Lachen selbst als das Einfinden in einen gemeinsamen Rhythmus. Später kann man diese Klatsch-Laute auch während anderer Übungen wiederholen, um sie abzuschließen. Für mehr Dynamik kann man beim Klatschen auch durch den Raum gehen.

Atem-Dehnübung „Streck dich mit Lachen“: Im Sitzen lehnen sich alle leicht nach vorne über die Oberschenkel und atmen tief ein, während die Arme locker herabhängen. Beim langsamen Aufrichten atmen alle aus, strecken die Arme nach oben und rufen beim Ausatmen ein lang gezogenes „Haaaaaaaa“. Am höchsten Punkt strecken sie die Arme aus und klopfen abschließend freudig in die Hände („Hahaha!“). Diese Übung dehnt den Rücken und aktiviert die Atmung. Variante: Im Stehen kann die Übung mit einem Ausfallschritt kombiniert werden: beim Hinsetzen einatmen, beim Aufrichten beide Arme in die Höhe reißen und lachend nach rechts treten (wechselweise Links/Rechts).

Alters-Lachen: Gemeinsames Schlüpfen in verschiedene Lebensphasen erzeugt Kreativität und verbindet die Gruppe. Alle beginnen wie ein Baby auf dem Stuhl, indem sie mit angezogenen Knien auf der Sitzkante wippen und leise kichern. Dann werden sie nacheinander „älter“: Lachen wie ein Kind (z.B. quietschvergnügt), dann peinlich berührt wie ein Teenager (man hält sich kichernd die Hände vor den Mund), dann kraftvoll wie ein junger Erwachsener, bis schließlich das „alte Lachen“ mit Husten und Hand auf dem Rücken imitiert wird. Die Betreuende deutet jede Phase an, die Gruppe lacht gemeinsam im entsprechenden Stil. Effekt: Dieses szenische Spiel lockert Hemmungen und sorgt durch die Wechsel, Überraschungen und Rollenbilder für viel Gelächter.

Ameisen-in-der-Hose: Alle stellen sich (oder setzen sich) vor und tun so, als kämen unzählige Ameisen in ihre Kleidung gekrabbelt. Mit wildem „Fliegenerschütteln“ bewegt sich jede Person, reißt die Arme, Beine und den Oberkörper in unterschiedlichen Richtungen, um die Ameisen abzuwerfen. Dabei wird laut gelacht. Diese fantasievolle Bewegungsübung bringt besonders viel Bewegung in die Hände und den Rumpf und animiert zu spontanem Lachen. Variation: Man kann hierbei auch Summgeräusche („bzzz“) imitieren oder rhythmisch auf den Beinen wippen.

Motor-Stotter-Lachen (das Auto springt nicht an): Die Teilnehmenden tun pantomimisch so, als säßen sie in einem alten, kalten Auto. Alle drehen den imaginären Zündschlüssel an – zunächst kommt kein Ton. Plötzlich macht man beim Lachen ein stockendes Geräusch wie ein Motor: Zuerst „hahah“, dann „hahaaaa“, „haaaaahaaa“, bis schließlich ein lautes, herzhaftes Lachen entsteht. Abschließend rollen vielleicht die Köpfe leicht ruckartig vor und zurück wie echte Motor-Stöße. Diese Übung steigert sich vom verhaltenen Schmunzeln zum ultimativen Lachen und erfordert nur Gestik und Mimik.

Stampfen im Takt: Alle rufen gemeinsam „Ho-ho, Ha-ha-ha“ und stampfen dabei rhythmisch mit den Füßen auf den Boden. Ein typischer Takt ist „1-2, 1-2-3“: Beim ersten Takt „Ho-Ho“ stampfen beide Füße im Wechsel (1-2), beim zweiten „Ha-Ha-Ha“ wird zweimal (1-2-3) mit jedem Fuß abgestiegen. Gleichzeitig werden die Silben mit hoher Stimme gesprochen. Wenn möglich, bewegt sich die Gruppe dabei als großer Kreis durch den Raum. Diese Übung vereint Arm- und Beinbewegung mit Lachen und ist besonders für mobilere Senioren geeignet.

Marionetten- und Roboter-Lachen: Alle bewegen ihre Arme und Beine, als wären sie Marionetten, „an Fäden aufgehängt“. Dazu macht man schrittweise schlaffe Bewegungen: zum Beispiel die Arme beugen und wieder gerade strecken, als würde man sich langsam bewegen. Gleichzeitig lacht man leise oder laut mit wechselnden Tonhöhen. Variante: Beim Roboter-Lachen bewegen sich alle abgehackt im Wortrhythmus („Ha-Ha“), knacken dabei die Gelenke hörbar oder machen kurze ruckartige Schritte. Dieses Spiel mit Körpergefühl und Lachen lockert Muskeln und schafft viel Spaß.

Geburtstagstorten-Atmung: Diese Atemübung wird meist am Ende der Einheit eingesetzt, um Ruhe einzuleiten. Alle tun so, als hielten sie eine große Torte vor sich (Arme rund) und atmen tief ein. Dann stellen sie sich vor, mehrere Kerzen auf der Torte auszupusten: Sie drehen den Oberkörper langsam von links nach rechts, während sie mit nach vorne gestreckten Armen kräftig ausatmen („Whoosh!“). Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden. Dabei konzentriert man sich auf ruhiges, gleichmäßiges Ausatmen – das ist besonders beruhigend nach dem Auspowern durch das Lachen.

Blüten-Lachen (Pflanzenübung): Zu Beginn schauen alle klein („Samenkorn“) und ziehen die Knie an den Körper. Dann richten sie sich langsam auf, bilden mit den Händen am Oberkörper eine „Anfangsform“ und atmen dabei tief ein, als würden sie wachsen. Anschließend lösen sich die Hände, strecken die Arme weit nach oben („Sonnenblüten entfalteten sich“) und es wird ein langgezogenes „Eeee~h“ gerufen. Die Übenden lachen am Ende gemeinsam strahlend „Hahaha!“, dabei die Arme spreizen, als würden sie sich der Sonne entgegenrecken. Diese Übung verbindet Atemdehnung mit einer freudigen Symbolik von Wachstum und Sonne.

Regen-Atmung: Alle strecken die Arme beim Einatmen hoch über den Kopf. Beim langsamen Ausatmen lassen sie die Hände vor dem Körper mit schnellen, kleinen Fingerbewegungen fallen, ähnlich wie Regentropfen, während sie „Ahh, ahh, ahh“ sagen. Diese fließende Bewegung simuliert Regen und beruhigt das Nervensystem. Zwischen den Atemübungen kann optional leise Regenmusik gespielt werden, um die Vorstellung zu unterstützen.

Fingerbewegung „Ha-Ho-Hi“ (Bewegungsfolge): Diese Koordinationsübung fördert Achtsamkeit und Lachen gleichzeitig. Folgen Sie den Anweisungen: Zuerst strecken Sie den rechten Arm nach vorn und sagen „Ha“, dann den linken Arm nach vorn mit „Ha“. Nun drehen Sie die rechte Hand zur Decke („Ho“), dann die linke („Ho“). Dann verschränken Sie die Arme schräg: rechte Hand zur linken Armbeuge („Hi“), linke Hand zur rechten Armbeuge („Hi“). Schließlich legen Sie die rechte Hand auf die rechte Schulter („Ha“) und die linke auf die linke Schulter mit „Ha“, danach berühren Sie beide Ohrläppchen („Ho“), reiben sie leicht und rufen ein kicherndes „Hihihi“. Bei jeder Lautäußerung darf gelacht werden. Die Folge schult das Reaktionsvermögen und löst über die überraschenden Hand-Laut-Wechsel spontan Gelächter aus. Hinweis: Führen Sie die Abfolge langsam vor, bis alle sie verinnerlicht haben.

Sorgen wegspritzen: Diese Übung dient metaphorisch dem Ablegen von Beschwerden. Alle legen die Hände vor dem Bauch in einer Schüsselform zusammen und stellen sich vor, sie sammeln darin sorgenvoll alle negativen Gedanken. Nach kurzem Innehalten fassen sie die Hände fest wie eine Faust (Armhaltung wie der Knauf einer Pumpstation) und „schleudern“ die eingesperrten Sorgen in einer Fontäne nach oben weg – die Arme fahren dabei kraftvoll nach oben und die Finger lösen sich, während laut „Haaa!“ gerufen wird. Abschließend sinken die Arme langsam zu den Seiten. Die Betreuende kann dabei sagen: „Seht, wie alle Sorgen davonfliegen!“ Diese Übung endet in einem befreienden Lachen, da alle symbolisch befreit sind.

Wechselnde Lachstile („Gegensätzliche Lacher“): Bitten Sie die Gruppe, verschiedene Lacheinflüsse auszuprobieren: von leise und zurückhaltend bis zu laut und überschäumend. So könnte jede Person nacheinander ein Kichern, ein Schmunzeln, ein freudiges „Hach ja!“, ein lautes Kichern und schließlich ein herzliches Brüllen imitieren. Diese spielerische Variation zeigt, dass es viele Facetten des Lachens gibt, und endet meist in einem spontanen kollektiven Lachen. Diese Übung kann ohne feste Anleitung erfolgen und lädt alle ein, kreativ eigene Laute zu erfinden.

Tipps für alle Übungen: Ermuntern Sie die Senioren, „einfach mal loszulachen“, auch ohne ersichtlichen Grund – das Gehirn reagiert trotzdem mit hormonellen Belohnungen. Lachen Sie als Betreuungskraft selbst mit und geben Sie positives Feedback („Sehr gut!“). Nutzen Sie Hilfsmittel wie Hüte, Schals oder einfache Instrumente (Rasseln, Trommeln), um das Ritual zu bereichern. Zwischendurch kann ruhige Musik gespielt werden oder ein kurzes Gespräch darüber, wie sich alle fühlen, um die positive Stimmung zu festigen. Alle beschriebenen Übungen lassen sich je nach Mobilität sitzend oder stehend durchführen und sind so an fast jede Situation anpassbar.

Zusätzliche Variationen: Neben den oben genannten finden sich unzählige ähnliche Spiele: Zum Beispiel kann man imaginäre Bälle auflachen, Ballons aufblasen (Luft reinlachen), sich gegenseitig anstupsen und beim Zurückziehen „Hah!“ rufen, oder lustige Reime aufsagen (etwa „Wenn ein Apfel einsam ist, lacht er, weil er ein Core … äh, Krone ist“). Das Ziel ist stets, zum gemeinsamen Lachen anzuregen.

Argomento Vorlesen & Entspannung

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