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Die IGF Awards wurden verliehen!

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

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Heute: In San Francisco wurden vor kurzem im Rahmen der Entwicklerkonferenz GDC die Gewinner des Independent Games Festivals (kurz: IGF) verliehen. Hier kommt also euer kleiner Explainer für die Gewinner des Abends.

Ein Überraschungssieger und viele IF-Favoriten

Der große Gewinner: Titanium Court

Dieses Spiel ist DER Überraschungs-Sieger. Titanium Court nimmt sowohl den Hauptreis als auch den wichtigen Design-Preis nach Hause. Und das kam unerwartet. Denn hinter diesem Spiel stecken keine großen Namen und keine gigantischen Verkaufserfolge. Titanium Court hat das Feld einfach von links aufgerollt und die Jury so sehr von sich überzeugt, dass es gerade unter Kritiker*innen als Das Nächste Große Indie-Game gilt.

Und warum? Keine Ahnung.

Ich habe mehrere Abende in die Demo (Si apre in una nuova finestra) gesteckt. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles verstehe. Diese Steam-Rezension (Si apre in una nuova finestra) trifft es perfekt: Titanium Court fühlt sich an als wäre ich eine Maus in so einer Neuro-Studie.

Titanium Court ist einerseits ein Match-3-Schiebe-Puzzle. Ich verschiebe Waldstücke, Felsen und Flüsse. Damit sammele ich Ressourcen ein, die ich dann in der zweiten Phase des Spiels dafür ausgebe, meine Burg auszubauen. Denn die spielt dann eine Rolle in der dritten Phase des Spiels, in der ich mit den eigenartigen Bewohnern am Feen-Hof meiner Burg spreche. Unter anderem mit einer Katze.

Und ist das gut? Ja. Doch. Irgendwie schon.

Aber vor allem finde ich gut, dass der Mensch hinter Titanium Court, der Entwickler AP Thomson (der auch schon an Consume Me (Si apre in una nuova finestra) gearbeitet hat) die Preisverleihung dazu genutzt hat, Kritik an er US-Regierung zu äußern (Si apre in una nuova finestra).

Die politische Entscheidung: HORSES

Über diesen Preis habe ich mich extrem gefreut. Der Nuovo-Award für unkonventionelle, kurze Spiele ging an HORSES.

Ein Politikum!

Noch vor wenigen Wochen war HORSES in den Schlagzeilen, weil sich Valve geweigert hat das Spiel via Steam zu verkaufen. Auch der Epic Games Store zog nach. Die Konsequenz: Das drohende Aus für die Entwickler, das italienische Studio Santa Ragione, das seit vielen Jahren superspannende Spiele entwickelt. Die Frage, die sich hier auftat: Wie viel Macht haben eigentlich Plattformen wie Steam darüber, welche Spiele entwickelt und verkauft werden und wer Spiele machen darf.

Ich berichtete hier (Si apre in una nuova finestra) über den Fall für Breitband.

Es ist vielleicht ein bisschen naiv und illusorisch, aber ich hoffe, dass ein solcher Award den Druck auf Plattformen erhöht. Sehr her, das ist ein preisgekröntes, wichtiges Spiel. Und ihr verkauft es nicht? Was stimmt nicht mit euch?

Unsere Podcast-Favs: Station to Station und Baby Steps

Screenshot #1

Mehrere Preise gingen an Spiele, die wir im Podcast schon gebührend gefeiert haben.

Der Audio-Award ging an Baby Steps, den absurden Walking-Simulator unseres Lieblings-Troll-Designer Bennet Foddy (Folge #107 (Si apre in una nuova finestra)). Und gerade der Audio-Aspekt ist spannend. Denn Baby Steps hat eine absolut bizarre Sound-Kulisse und ein Sprecher*innen, die aus dem Spiel quasi eine Improv Comedy gemacht haben.

Der Award für die beste Narrative ging an Perfect Tides: Station to Station (Folge #118 (Si apre in una nuova finestra)). Auch eine spannende Wahl. Ein sensibles Coming-of-Age-Drama im Adventure-Gewand, das noch mal besonders viel Spaß macht für Literatur-Fans. Die innovative Idee: Statt Gegenständen sammelt Protagonistin Mara Bücher, die ihr neue Ideen geben, um Texte für Slam-Abende, Magazine und Uni-Arbeiten zu schreiben.

Der ÖR-Sieg: Wednesdays

Screenshot #3

Seit gar nicht so langer Zeit fördert der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk auch Games-Entwicklung. Durch ARTE gefördert ist vor kurzem Wednesdays erschienen. Letztes Jahr haben wir es auf der AMAZE angespielt. Vielleicht kein Spiel für eine trubelige Festival-Situation.

Denn es geht um ziemlich ernste Themen: Inzest und sexueller Missbrauch innerhalb von Familien. Heavy. Sehr, sehr heavy. Aber nicht auf den ersten Blick: Es gibt nämlich auch einen sprechenden Hai und eine Art Vergnügungspark-Insel.

Wednesdays erscheint Ende März auch kostenlos für Mobile-Geräte. Spätestens dann werde ich reinschauen!

Was ich vor allem spannend finde: Dass ÖR-Games eine so prominente Bühne bekommen.

Die volle Liste:

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

  • Aftermath (Si apre in una nuova finestra) berichtet über das größte Drama der GDC. Die halb abgesperrten Yerba Buena Gardens vor dem Messegelände, auf dem sich seit Jahren Entwickler*innen ohne teure Messe-Pässe getroffen haben. Jetzt gibt es Zäune und überteuertes Streetfood. Gentrifizierung? Vertreibung? Auf jeden Fall ein wichtiges Themen für die anwesenden Devs.

  • Die GDC und das IGF gehören zu den wichtigsten Terminen des Jahres für die Game-Dev-Community. Doch immer weniger Entwickler*innen wollen die Reise nach San Francisco auf sich nehmen. Sie haben Angst vor Festnahmen und Repressionen durch die Trump-Regierung und scheuen die immer weiter steigenden Preise. Ars Technica berichtet (Si apre in una nuova finestra).

  • Noch ein Video-Essay (Si apre in una nuova finestra) zum Schluss: Es ist kein Geheimnis. Wir lieben Clair Obscure: Expedition 33. Aber in Frankreich steht unser QOTY 2025 gerade vor ernster Kritik. Die YouTube-Essayistin ache erklärt, dass Clair Obscure von der französischen Rechten vereinnahmt wird, weil die Geschichte und das Design sehr gefällig wirken kann für ein faschistisches Weltbild. Sehe ich persönlich etwas anders, aber ich empfehle euch sehr dieses Video (Si apre in una nuova finestra) zu schauen und euch selbst ein Bild zu machen.

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