Hi! Dennis von Indie Fresse hier.
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Heute: einfach mal ein richtiges gutes Videospiel und eine Extraladung Links zum aktuellen doom und gloom der Spieleindustrie.
Ein schönes (!) Spiel: Denshattack
Ich bin gerade so ein bisschen auf der Suche nach eurem nächsten Lieblings-Indie-Spiel und ich glaube, ich habe es gefunden.
Zumindest für die Menschen, die auch nur ein bisschen ein Faible haben für Tony Hawk’s Pro Skater, Jet Set Radio Future und für…japanische Züge.

Denshattack (Si apre in una nuova finestra) ist ein Spiel über krasse Ollies und sicke Grinds und phänomenale Wallrides. Aber: als japanischer Zug. Klingt weird? Ist es auch. Aber so, so gut!
Weil:
Die Idee: In einer fernen Zukunft ist Japan verwüstet von der Klimakatastrophe. Die meisten Menschen leben in Städten unter riesigen Kuppeln und werden von einem fiesen Konzern regiert. Aber außerhalb der Städte düsen durchgeknallte Schaffner mit ihren Zügen über die vielen Gleise Japans und performen mit ihren Limited-Express- und Shinkansen-Wagons kranke Tricks, um sich gegenseitig zu beeindrucken. Wir spielen eine junge Schaffnerin, die in der Welt der “Denshattacker” aufsteigen will und nebenbei den großen Konzern stürzt.

Die Komplexität: Zuerst ist Denshattack supersimpel. Der Zug fährt von allein Gleise entlang. Mit den Analogsticks wechsele ich Gleise, um Hindernissen auszuweichen. In Kurven muss ich bremsen. Ein Spiel für Babys. Und dann wird’s absurd. In kurzer Abfolge kommen Skate-Tricks dazu, die ich für Punkte ausführen muss und Wallrides und Manuals, Herausforderungen und dann auch noch diverse absurde Überraschungen (ein Vulkanausbrauch; ein Kampf gegen einen riesigen Mecha!). Denshattack fordert und belohnt Controller-Akrobatik — ist dabei aber unglaublich nett. Um weiterzukommen muss ich nämlich “nur” durchs Level kommen. Das ist zwar schwer genug, aber dank sehr fair gesetzten Rücksetzpunkten und unendlichen Versuchen, bleibt Denshattack total zugänglich.

Das Ding mit Japan: Auf eine sehr absurde Art und Weise macht Denshattack mehr aus seinem Japan-Setting als DAS Japan-Spiel des Jahres, Forza Horizon 6. Denn wie James Archer in seiner Rezension (Si apre in una nuova finestra) herausstellt, zelebriert Denshattack japanische Subkulturen. Es geht um Rockabillys (Si apre in una nuova finestra) und Gyaru (Si apre in una nuova finestra), um Gruppen, die aus der japanischen Mehrheitsgesellschaft herausstechen. Das finde ich spannend, denn der Großteil der (westlichen) Darstellungen von Japan idealisiert eine ziemlich konservative Vorstellung japanischer Mainstream-Kultur. Denshattack feiert Rebellen, Weirdos, Punks und Künstler*innen.
Denshattack (Si apre in una nuova finestra) ist erschienen für PC, Nintendo Switch 2, PS5 und Xbox Series S/X. Es kostet knapp 20 Euro und ist aktuell auch im Game Pass spielbar.
Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug
Anfang Juli wurde bekanntgegeben (Si apre in una nuova finestra), dass sich Microsofts Gaming-Sparte von mehreren Studios trennt, darunter Double Fine (Psychonauts, Keeper) sowie Compulsion (We Happy Few, South of Midnight), und rund 1600 Menschen entlässt, 1600 weitere Angestellte sollen im nächsten Jahr folgen. Das ist der befürchtete “Reset” von XBOX-Chefin Asha Sharma. Im Aftermath-Podcast fragen sich die Hosts: Reset to what, eigentlich (Si apre in una nuova finestra)? Wie genau will Microsoft das Vertrauen seiner Kunden zurückgewinnen, wenn es so viele Menschen auf die Straße setzt?
Die entlassenen Devs und ihre Kolleg*innen sind über diesen “Reset” übrigens so gar nicht happy und gehen auf die Straße, um gegen Microsoft zu protestieren. Zu den Entlassungen gehören nämlich Menschen, die jahrelang an Megaerfolgen wie Skyrim gearbeitet haben oder wichtige Grundlagenarbeit bei der Entwicklung der id Engine geleistet haben. Noch mal Aftermath mit einer Reportage von den Demos gegen die Entlassungen (Si apre in una nuova finestra), die übrigens auch id-Entwickler in Frankfurt betroffen haben.
Spannend ist nun auch die Zukunft von Fallout. Laut Medienberichten soll nun Obsidian (eines meiner Lieblingsstudios) ein neues Fallout entwickeln (möglicherweise cool), dafür aber ihre schon in Arbeit befindliche Fortsetzung zu Avowed auf Eis legen (buuh). Jason Schreier konnte ein Interview mit Bethesda’s Todd Howard (Si apre in una nuova finestra) führen.
Nochmal Entlassungen: Studio ZA/UM plant Entlassungen (Si apre in una nuova finestra) von 32 Angestellten. Ihr Disco-Elysium-Nachfolger Zero Parades hat sich nicht gut genug verkauft. Ihr wollt mehr über Zero Parades hören? Wir haben da einen Podcast (Si apre in una nuova finestra) für euch.
Was ganz anderes: Ein wirklich toller, emotionaler, empathischer Artikel über Cliff Blezinski (Si apre in una nuova finestra) (Gears of War, Unreal), seine Höhe- und vor allem Tiefpunkte. Und über seinen Kampf mit Alkoholismus.
Zur Abwechslung gute News: Stay Forever bauen eine eigene Plattform (Si apre in una nuova finestra), über die man den Podcast unterstützen kann. Gut so!