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Wir müssen jetzt ganz stark sein

Machen wir es kurz: Der Deal ist geplatzt. „Il Capanno“ und der Traum von schreibenden Sommern an der Versilia: aus und vorbei.

Erst wollte ich meine Notiz mit dem wütenden Satz beginnen: Das Universum kann mich mal! Aber ich lass das lieber. Man sollte a) seine schlechte Laune nicht an seinen Lesern auslassen, b) niemals seine Demut verlieren und c) auf keinen Fall seine guten Beziehungen zum Universum riskieren. Man kann ja nie wissen. Aber es muss sich niemand Sorgen machen, es geht mir gut. Auch wenn meine Bestellung unter dem Arbeitstitel „Suche Häuschen, das mich finden will“ vom kosmischen Lieferservice nicht eingelöst wurde, vertraue ich darauf, dass alles, was mir im Leben widerfährt, einen tieferen Sinn hat. Vielleicht bin ich einfach nicht dafür gedacht, ein toskanisches Häuschen in der Größe eines Schuhkartons zu bewohnen. Dieser Auffassung bin zwar nicht ich, aber der Beamte der Commune Pietrasanta, der am vergangenen Montag, um 9 Uhr morgens sein Gesicht tief in unsere Pläne vom „Il Capanno“ drückte und es nach einer Minute kopfschüttelnd wieder hervor holte. Es kommt mir vor, als wäre es hundert Jahre her, dass wir uns an diesem aufgeräumten Schreibtisch gegenüber saßen, er mit einem Lächeln in seinem gütigen Gesicht, ich, wie ich nervös auf meiner Unterlippe herumkaute. Ich war für zwei Tage an die Versilia gereist, nur um bei der Commune vorzusprechen für die Umwidmung des Kastanienschuppens in ein Wohnhaus, war mit Verstärkung angerückt, hatte den Architekten Giorgio, den Eigentümer Maurizio, und meinen italienischen Schwaben im Schlepptau. Aber der Staatsdiener ließ sich nicht beeindrucken von meiner kleinen Truppe. Stattdessen machte er eine dramatische Geste mit den Händen und sah mich kein einziges Mal an, als er meinen Traum mit der freundlichen Unterstützung von ein paar Paragrafen mal eben zerlegte. Ein 24 Quadratmeter großer Schuppen, scusi, aber daraus ließe sich nunmal kein Wohnhaus machen. Diese Quadratmeterzahl fiele unter Kategorie 4 (oder sagte er 5?), weshalb er für einen Umbau in einen bewohnbaren Schuhkarton keine Genehmigung erteilen dürfe. Er zählte noch ein paar andere Gründe auf, aber da hörte ich schon gar nicht mehr richtig zu. Ein kurzes Schulterzucken, ein kleines Räuspern, dann Basta e Arrividerci. Also ein bisschen freundlicher klang das aus seinem Mund schon. Aber in meinem Herzen hallte nur die schlechte Nachricht nach: Aus der Traum! Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man mir eine Abfuhr erteilen würde, jedenfalls nicht so direkt, nicht so schnell,

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