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Cheers to all the queers 🏳️‍🌈

Über die Wiener Pride, “Marsch für’n Arsch”, Rainbow Washing, dem Vielfaltsbarometer, einem Festival, 13 Fragen und vielen Hörtipps vom Lila Podcast.

Servus, Grüzi und hallo,

heute von Özge.

Foto von einer Demo, in der Bildmitte eine Flagge in Regenbogenfarben auf der Steht: Queer & Proud"

Foto von Delia Giandeini (Si apre in una nuova finestra) auf Unsplash (Si apre in una nuova finestra)

Ich war letztes Wochenende auf der Wiener Pride und glückserfüllt, so viel Liebe und Support auf der Straße zu erleben. Die Energie, die Kostüme, die Umarmungen zwischen wildfremden Menschen – das ist jedes Mal wieder etwas, das mich kurz vergessen lässt, wie viel gerade brennt. Dass nicht weit weg vom Umzug eine Gegendemo stattfand mit dem Namen "Marsch fürs Leben", habe ich versucht zu ignorieren. Dass Sponsoren abgesprungen sind auch. Ob ich auf die Gegendemo zur Gegendemo gehe mit dem Namen "Marsch für'n Arsch", habe ich lange überlegt und mit meinen Friends diskutiert. Die Stimmung danach sei meist im Keller, nachdem man sich mit all den hasserfüllten und teils rechts gesinnten Identitären befassen musste. Übergriffe und Polizeieinsätze seien vorprogrammiert. Nein, heute wollte ich mir nicht nehmen lassen, dass da auch ganz viele Menschen sind, die für Diversität und ein solidarisches und buntes Miteinander stehen. Manchmal ist Freude auch Widerstand.

Wie interessant es doch ist, dass so wenige Unternehmen jetzt ihre Logos bunt färben – war wohl wie erwartet alles nur Rainbow Washing und gut für die Kampagne, solange es gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert ist. Jetzt, wo es wieder unbequem wird, sich zu positionieren, sieht man eben, wer es wirklich ernst gemeint hat. Spoiler: die wenigsten. Mit all dem aktuellen Backlash wird es wieder riskant, sich für Queers "einzusetzen" – bzw. sie haben sich wohl nie wirklich um queere Realitäten geschert. Oder um es mit den Worten des Content Creators 321maxx zu sagen: "Ich vermisse Rainbow Washing" (Si apre in una nuova finestra). Denn auch wenn der Support nur vorgegaukelt war, er war sichtbar. Und Sichtbarkeit ist nicht nichts.

Klopf, klopf - liebe Bundesregierung, seid ihr noch da? 

Der neu veröffentlichte Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung (Si apre in una nuova finestra) bestätigt den Backlash mit Zahlen: mehr Angriffe auf Queers und weniger Akzeptanz. Verglichen wird 2025 mit 2019. Während sich zum Beispiel 2019 die Akzeptanz der sexuellen Orientierung noch bei 77 (von 100 Punkten) befand, liegt er jetzt bei 69 Punkten. Auch in der Debatte um trans* und nicht-binäre Personen zeichnet sich ein zunehmend negativereres Bild ab. “Trans* Personen sollen unter sich bleiben” denken 21 Prozent. 2019 waren das noch in etwa die Hälfte  (11%). Gleichzeitig nimmt die Anzahl queerfeindlicher Taten zu. 

Und das Perfide daran: Genau jetzt braucht es Haltung. Es braucht eine starke, solidarische Gesellschaft und vor allem braucht es eine standhafte Bundesregierung. Aber anstatt queere Rechte zu verteidigen, werden auch hier die Unterstützungen runtergefahren. "Queer leben", ein 2022 verabschiedeter Aktionsplan, wurde vorzeitig beendet – und Errungenschaften wie das Selbstbestimmungsgesetz oder das Gleichbehandlungsgesetz werden vermehrt in Frage gestellt. Es ist, als würde man das Haus anzünden und gleichzeitig die Feuerwehr abbestellen. 

Ich bin zufällig, als ich das Skript zu diesem Newsletter in Google Docs gesucht habe, auf den Newsletter von vor genau einem Jahr gestoßen und musste leider feststellen: ich hätte meinen Wortlaut 1:1 kopieren können und er hätte in 2026 genauso funktioniert. Hier ein Auszug:

Ein Screenshot des Newsletters, darin steht: "Vom CSD, Schwangerschaftsabbrüche n und Schuldgefühlen
gegenüber den Eltern
BOBO Teilen
Hallo zusammen und happy Pride! Heute spricht Özge zu euch, eine wütende Özge. Wütend, weil es sich gerade anfühlt, als würden all die hart erkämpften feministischen Errungenschaften aktuell infrage gestellt und wir uns wieder zu Einzellern zurückentwickeln (ja, das war pathetisch und überzogen, aber lieber lasse ich meinen Frust hier im Newsletter raus, als mich in Kommentarspalten des World Wide Webs in Rage zu tippen). Sorry für die düstere Stimmung, aber es
gibt auch Lichtblicke - versprochen!"

Ab jetzt müsst ihr euch meine Stimme als Werbestimme vorstellen. Denn der Lila Podcast hat dieses Jahr ein paar coole Sachen gemacht - und auch noch vor.

We should all be Feminists! Lila Podcast goes Unbubble “13 Fragen”

Habt ihr zum Beispiel schon Kadda bei 13 Fragen gesehen? Gemeinsam mit 5 weiteren Gäst*innen diskutiert sie die Frage: Ja, ehrlich gesagt, dachte ich, die Frage sei “Sollten alle Männer Feministen sein?”. Aber eigentlich geht es eher um die sehr plakative Aussage “Sind alle Männer scheiße”? Kadda steht auf der Seite derer, die sagt: Ohne cis Männer lässt sich das Patriarchat nicht verändern. “Wir müssen auch cis-Männern die Hand reichen” und dürfen nicht pauschalisieren, dass sie alle scheiße sind, so Kadda. Auf der anderen Seite wird nicht unbedingt das Gegenteil gesagt. Wer immer grundsätzlich gegen Männer basht und ihnen abspricht, feministisch sein zu können, verliere sie. Die Kommentarspalte zeigt: There’s still a lot to do.

Hier gehts zur Folge: Sollten Männer Feministen sein? | 13 Fragen | UNBUBBLE (Si apre in una nuova finestra)

Sieben Menschen stehen nebeneinander und blicken in die Kamera (Si apre in una nuova finestra)

Bildquelle: Johanna Wittig

Save the Date: 29. August sind wir live dabei beim Kosmos Festival  in Chemnitz!

Katharina und Özge moderieren eine LIVE Podcast Folge mit dem Titel “Merz Diskurs mit schneller feministischer Brille: Wer leckt wessen Eier?” Wir freuen uns, ein paar von euch dort persönlich zu treffen. Neben weiteren tollen Panelist*innen wird es auch tolle Music Acts geben. Aber schaut selbst (Si apre in una nuova finestra)

Außerdem haben wir tolle Podcast-Folgen in den letzten Wochen herausgebracht:

Silenced: Was Opfer sexualisie ... – Feminismus für alle. Der Lila Podcast. – Apple Podcasts (Si apre in una nuova finestra) 

Nach der Doxumentale in Berlin: Katrin und Freya Leggemann von LARA Berlin sprechen über den Dokumentarfilm „Silenced" und was er aufdeckt – nämlich wie Betroffene sexualisierter Gewalt nicht nur einmal, sondern ein zweites Mal durch Verleumdungsklagen zum Schweigen gebracht werden. Dazu geht es um das Phantom des „perfekten Opfers", um Scham, Schuldzuweisungen und warum Gerechtigkeit so schwer zu erlangen ist – an Fällen wie Brittany Higgins, Amber Heard und Gisèle Pelicot. 

Fußfessel statt Wegschauen: Wa ... – Feminismus für alle. Der Lila Podcast. – Apple Podcasts (Si apre in una nuova finestra) 

Männergewalt wird gerne als Problem „der anderen" behandelt – dabei steckt dahinter ein System aus Macht, Schweigen und politischem Stillstand. Katrin spricht mit den Journalistinnen Natalia Widla und Miriam Suter über ihr Buch „Niemals aus Liebe" und darüber, warum der Schutz von Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz strukturell scheitert: zu fragmentiert, zu langsam, zu wenig konsequent.

Wenn Muttersein ganz anders is ... – Feminismus für alle. Der Lila Podcast. – Apple Podcasts (Si apre in una nuova finestra) 

Einmal im Jahr Blumen, den Rest des Jahres Funkstille – Lena fragt, wo die echte Anerkennung für Mütter bleibt. Zu Gast ist Yasmin Polat, selbst Mutter und Autorin, die offen über Wochenbettdepressionen, den Druck eine „gute Mutter" zu sein und den Wunsch spricht, vieles anders zu machen als die eigene Familie. Eine Folge über das, was hinter dem Frühstückstisch oft unsichtbar bleibt.

Support your local Feminists 💜

An dieser Stelle bleibt wieder nur danke zusagen! Danke an alle, die uns begleiten, hören, lesen, supporten. Dieser Newsletter zeigt: Wir brauchen einander und wir brauchen uns - vor allem jetzt! Um den Lila Podcast alle 14 Tage mit neuer Folge und Newsletter zu stemmen, brauchen wir eure Unterstützung. Wir freuen uns über jeden Beitrag.

https://lila-podcast.de/unterstuetzen/ (Si apre in una nuova finestra)


Das war’s für heute.
Wir lesen uns in zwei Wochen wieder - bis dahin!

eure Özge


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