
Das Massaker, das das islamistische Regime im Iran begangen hat und noch immer begeht, wird in seinen Konturen immer deutlicher.
Mittlerweile gehen glaubwürdige Schätzungen von 10.000 bis (Si apre in una nuova finestra) 20.000 ermordeten Demonstrierenden (Si apre in una nuova finestra) aus, die vom islamistischen Regime systematisch erschossen wurden. Und all das natürlich inmitten eines völligen Blackouts, ohne Telefonleitungen, ohne Internet. Viele der Toten wurden von den regimetreuen Revolutionsgarden durch Schüsse in den Kopf oder Hals ermordet. Andere sterben an ihren Verletzungen, weil das Regime es Krankenhäusern unter Strafandrohung verbietet, verletzte Demonstrierende zu behandeln oder die behandelten Verletzten sofort verhaften lässt.
Dass westliche Medien bislang "nur" von 500 Toten sprachen, lag schlicht daran, dass der Verifizierungsprozess vom iranischen Regime durch den Blackout extrem schwierig gemacht wird.
Und dann natürlich die enorme Zahl der Ermordeten: Menschenrechtsorganisationen können nicht so schnell verifizieren wie es neue Tote gibt, dafür sind solche NGOs einfach viel zu klein und unterfinanziert.
In den letzten zwei Tagen sind deren Zahlen verifizierter Toter aber sprunghaft nach oben geschossen, von etwa hundert auf mittlerweile fast 2000 (Si apre in una nuova finestra), wobei sie jedoch selbst sagen, dass sie von einem Vielfachen der eigenen Zahlen ausgingen und daher die wahre Zahl mindestens in den Tausenden liege. (Si apre in una nuova finestra)
Selbst das Regime hat mittlerweile zugegeben, dass es zumindest 2000 Toten gegeben habe, die Medien der Täter behaupten aber, die Toten seien entweder Regimemitglieder oder zivile Opfer von "Randalierern" gewesen.
Die Mörder lügen also und verschleiern ihr eigenes Verbrechen und schieben die Schuld stattdessen auf die Opfer ihrer eigenen Gewalt.
Aber selbst nach dem Tod verfolgt das Regime seine Opfer. Die Angehörigen der Ermordeten müssen dem Regime, das sie getötet hat, noch hohe Lösegeldsummen zahlen (Si apre in una nuova finestra), damit sie die toten Körper ihrer Angehörigen lebend erhalten können.
Oder aber sie müssen erst erzwungene Geständnisse über die angeblichen Verbrechen ihre Liebsten aufnehmen und im Staatsfernsehen verbreiten lassen, damit ihre Angehörigen freigegeben werden.
Oder sie müssen behaupten, sie seien in Wahrheit Regimeanhänger:innen gewesen, zum Beispiel Mitglieder bei den Regimeschlägern der Basij.
So kann man dann das Totenverhältnis in Hamas-Manier frisieren und fälschen und die Opfer damit entehren, indem sie der Regimepropaganda dienen.
Und selbst dann endet die Folter nicht: Die Angehörigen dürfen oftmals ihre Liebsten nicht beerdigen, da Moscheen angewiesen werden, den Opfern islamische Trauerfeiern vorzuenthalten. Manchmal zwingt das Täterregime die Angehörigen der Opfer dazu, ihre Liebsten anonym oder an irgendeiner dreckigen Straßenkreuzung zu bestatten.
Ziel ist einerseits, den Opfern und Angehörigen Angst zu machen, andererseits, sie noch nach dem Tod als Ungläubige zu brandmarken und damit das islamische Seelenheil vorzuenthalten, und andererseits, zu verhindern, dass die Trauerfeiern zu Protestveranstaltungen führen können.
Dieses fundamentalistische Regime macht noch einmal die Gefahr von Religion deutlich:
Wer glaubt, dass ein alter Mann die Stimme Gottes ist und er für den persönlichen Machterhalt Verbrechen befehligt, werden diese Verbrechen um jeden Preis umgesetzt, koste, was es wolle.