Hej, ich bin David. Als Gründer von Shelfd (seit 10 Jahren Streaming-Kuration mit 130K+ monatlichen Besucher:innen), St. Audio (Podcast-Wachstums-Tool), dem REC Club (Podcast-Community) und weiteren Media-Projekten schreibe ich hier im Mediapreneur-Newsletter jede zweite Woche über die Realität von Media-Business’, mit ehrlichen Erfahrungen, Einordnungen und Einblicken.
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(Si apre in una nuova finestra)35 Minuten nach dem Versand: unsere erste Antwort
Letzte Woche Mittwoch, 06:30 Uhr, ist die erste Ausgabe des Mediapreneur-Newsletters erschienen. Von Sören. 100 Menschen haben sie bekommen.
Um 07:05 Uhr – 35 Minuten später – hatten wir die erste Antwort im Posteingang.
Keine höfliche Einzeiler-Antwort. Keine „Danke für den Newsletter“-Floskel. Sondern: 300+ Worte voller Kontext, Fragen, einem Rechercheauftrag – und vor allem eine echte Verbindung.
Von einem Medienschaffenden, der genau vor den Herausforderungen steht, über die wir schreiben. Der unsere Sprache spricht und Perspektive teilt. Kurz: Einer der vielen unabhängigen Medienschaffenden, denen wir mit Mediapreneur Hilfe und Inspiration bieten wollen.
Das ist der Moment, in dem wir wussten: Es gibt wirklich den Bedarf für diese Inhalte. Unsere These hat sich bestätigt.
Die Metrik, die wirklich zählt
Diese Antwort nach 35 Minuten ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung, die wir beim Start von Mediapreneur getroffen haben.
Wir setzen auf EINE Metrik: Hat das, was wir schreiben, Bedeutung und Relevanz für Medienschaffende, die unabhängig publizieren?
Nicht: Wie viele Menschen haben die Mail geöffnet?
Nicht: Wie oft wurden Links geklickt?
Sondern: Hat es bei jemandem etwas ausgelöst?
Vielleicht kennst du das: Du schickst morgens deinen Newsletter raus, checkst Abends die Stats – 42% Opens, 8% Klicks – und fragst dich trotzdem: Mhh, was genau hat hier resoniert?
Die Zahlen sagen dir nicht, ob deine Gedanken bei jemandem angekommen sind. Ob jemand beim Lesen genickt hat. Ob jemand eine Idee mitnimmt. Sie sagen dir nur: Jemand hat geklickt.
Und mal ehrlich: Öffnungen und Klicks sind nicht nur wenig aussagekräftig – sie stimmen oft nicht mal. Seit Apples „Mail Privacy Protection“ (um 2021) werden Tracking-Pixel manipuliert, um personenbezogenes Verhalten nicht mehr auslesen zu können. E-Mails werden im Hintergrund vorgeladen, jeder Link einmal angewählt – auch wenn die Person die Mail nicht mal geöffnet hat. Alles vom Mail-Programm im Hintergrund ausgeführt.
Wir wollen wissen, ob unsere Mail bei jemandem etwas ausgelöst hat. Die einzig relevante Metrik also: Antworten, die echte menschliche Verbindungen entstehen lassen.
Es gibt eine Passage aus Jack Contes Vortrag „Death of the Follower & the Future of Creativity on the Web“ (Si apre in una nuova finestra), die das perfekt auf den Punkt bringt. Er ist der Patreon-Gründer.
Conte fragt rhetorisch: „Wenn du in der Zeit zurückreisen und Ella Fitzgerald, David Bowie oder Prince fragen würdest, was ihr Ziel als Künstler:in ist – hätten sie gesagt: Mein Ziel ist es, die Anzahl der Stunden zu maximieren, die Menschen mit meiner Arbeit verbringen?“
Nee, sie haben ihre Ziele wahrscheinlich nicht so definiert, wie moderne Dashboards und Algorithmen uns heute sagen, dass wir Erfolg messen sollen.
Stattdessen, so Conte: „Ich will etwas sagen, das nur ich sagen kann. Etwas, das sich wahr anfühlt. Ich will Dinge schaffen, die zeitlos sind – die sich heute wahr anfühlen und noch 500 Jahre nach meinem Tod wahr anfühlen werden.“
Genau das wollen wir mit diesem Newsletter schaffen. Etwas, das sich wahr anfühlt. Etwas, das Verbindung stiftet. Und wir glauben, dass es euch auch so geht.
Diese erste Antwort nach 35 Minuten hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Wie wir unsere ersten 100 bekommen haben
Einen Tag vor dem Versand der ersten Ausgabe standen wir bei 84 Subscriber:innen. Sören postete auf LinkedIn: „Kriegen wir die 100 noch voll?“
Wir haben es geschafft. Genau 100.
Klar, 100 ist überschaubar. Aber 100 Medienschaffende, die unabhängig publizieren? Das ist ein verdammt guter Start.
Denn hier ist der Unterschied: Wir wollten nicht irgendwem ein Ohr abkauen. Wir wollen Menschen erreichen, die vor den gleichen Fragen stehen wie wir. Die Content-Qualität, Distribution und Monetarisierung zusammendenken müssen.
Und genau die haben wir erreicht.
Aber – und das ist wichtig – wir konnten uns nicht die ganze Zeit nur um unser Abo-Wachstum kümmern.
Wir haben parallel:
Unsere Positionierung geschärft (was ist ein Mediapreneur überhaupt?)
Die erste Ausgabe geschrieben (Si apre in una nuova finestra) (Sören hat den Auftakt gemacht)
Alles technisch bei Steady aufgesetzt (mein Part)
Unsere Inhaltsplanung für die kommenden Wochen entwickelt
Für unseren Podcast zum Magazin ein erstes Gespräch geführt (startet am 04. Februar)
Uns überlegt, wie wir das alles gegenfinanzieren
Uns um unsere kleinen Töchter gekümmert und unseren Rollen und Verpflichtungen als Familienväter gerecht geworden
Zusätzlich betreiben wir mit dem REC Club (Si apre in una nuova finestra) auch noch unsere Podcast-Community
und und und
Wenig Zeit, viele Aufgaben. Also mussten wir smart priorisieren. Wo erreichen wir mit minimalem Aufwand genau unsere Zielgruppe?
Das haben wir gemacht:
Wir hatten mehrere Gast-Auftritte – haben bei anderen Newslettern, in Podcasts und auf unseren eigenen Kanälen über den Start gesprochen.
Der erfolgreichste war die „Blaupause“: Ich durfte für den Newsletter von Sebastian Esser über Community-Building & Monetarisierung einen Gastbeitrag (Si apre in una nuova finestra) schreiben. Die erste Ausgabe des neuen Jahres. Zielgruppe: Genau die Menschen, denen wir helfen wollen – Creator:innen, die darüber nachdenken, wie sie sich langfristig finanzieren.
Ergebnis aller Gastauftritte: ~50 Anmeldungen
Daneben haben wir jeder 2 Mal niedrigschwellig bei LinkedIn kommuniziert. Keine große Kampagne. Keine Ads. Einfach: „Hej, wir starten das hier, interessiert dich das?“. Beide haben wir über Jahre Beziehungen zu Medienschaffenden aufgebaut – ein paar sind direkt mitgekommen.
Ergebnis: ~35 Anmeldungen
Und ich habe auf meinem eigenen Blog DavidmachtSachen.de (Si apre in una nuova finestra) über den Start geschrieben und dass ich finally ein Projekt gefunden habe, das ich „Endlich nicht mehr allein“ (Si apre in una nuova finestra) umsetze. Meine bestehende Audience kennt mich schon als Mediapreneur und sie sind neugierig, was ich mir hier wieder ausgedacht habe.
Ergebnis: ~15 Anmeldungen.
Das war's. Drei gezielte Maßnahmen statt eines Mega-Launch-Events. Wir haben auch überlegt: Wie viel Marketing braucht es für den Start? Rund um den Jahreswechsel hatten wir etwa drei Wochen Zeit – also haben wir radikal priorisiert.
Und das Ergebnis? 100 Subs – von denen einer nach 35 Minuten +300 Worte zurückgeschrieben hat.
Warum das gerade jetzt so wichtig ist
Genau diese Fokussierung wird immer relevanter. Denn während wir den Newsletter konzipierten, kündigte Google im Januar 2026 eine neue Gmail-Funktion UND Startseite an: die „AI Inbox“.
Statt einzelne, neue Mails zu sehen, bekommen Nutzer:innen künftig KI-Zusammenfassungen ihrer gesamten gelesenen und ungelesenen Nachrichten präsentiert. Die werden auf drei Bulletpoints reduziert und ein Algorithmus entscheidet, was relevant genug ist, um überhaupt erwähnt zu werden.
Was das bedeutet: Der Posteingang gehört nicht mal mehr den Nutzer:innen. Sondern Google. Ciao, offenes Internet!
Newsletter, zu denen Menschen keine persönliche Verbindung haben, werden zusammengefasst. Newsletter, die austauschbar sind, rutschen in die Bedeutungslosigkeit. Nur E-Mails, die uns überhaupt noch etwas bedeuten, werden geöffnet.
Ich habe hier ausführlich über das KI-Postfach geschrieben (Si apre in una nuova finestra), warum sie der nächste Gatekeeper zwischen uns und unserer Audience ist und was wir als Creator:innen und Konsument:innen dagegen tun können. Falls dich das Thema interessiert, lies gerne rein.
Für uns bedeutet das: Wir müssen von Anfang an auf echte Verbindung setzen. Nicht auf Zahlen.
Und genau das war unser Ansatz.
Übrigens: Morgen Abend (Donnerstag, 20 Uhr) sprechen wir live mit Martin Fehrensen – dem Gründer des Social Media Watchblogs – darüber, wie er und Simon Berlin Abos für ihren Newsletter an Unternehmen verkaufen.
Antworte „Martin“ auf diese Mail und ich schicke dir den Link zu. Alles kostenlos.
Wie wir von 100 auf 200 kommen (ohne auszubrennen)
Die nächste Frage ist: Wie wachsen wir weiter, ohne dass es unser komplettes Zeitbudget frisst?
Denn seien wir ehrlich: Du kannst nicht 40 Stunden pro Woche in die Distribution deiner Inhalte stecken. Du willst Content produzieren, hast noch Projekte zu managen und dein Business zu führen.
Unser Plan für die zweiten 100:
Empfehlungen aus dem bestehenden Verteiler – Wenn dir der Newsletter gefällt, teile ihn mit anderen Medienschaffenden (Si apre in una nuova finestra)
Persönliche Ansprache von Bekannten – Wir kennen noch mehr Menschen, für die das hier relevant ist. Denen erzählen wir jetzt davon. Einem nach dem anderen. Dann, wenn es unsere Zeit und Energie zulässt.
Weiter präsent sein, wo unsere Zielgruppe schon ist: LinkedIn, Podcasts, Communities, Events.
Aber vor allem: Newsletter schreiben, die Menschen etwas bedeuten.
Newsletter, die 300-Wörter-Antworten provozieren. Newsletter, die sich nicht zusammenfassen lassen, weil sie persönlich, relevant und „wahr“ sind.
Denn – und ja, das ist eine gewagte These für den Start – ohne passende Leser:innen nützt dir auch der beste Newsletter nichts. Du kannst keine Verbindung zu Menschen aufbauen, die gar nicht da sind.
Aber wenn die richtigen Menschen da sind? Dann sind ein guter Newsletter und ein in die Tiefe gehender Podcast das Beste, was du tun kannst.
Dieser Newsletter hier ist kein Lehrbuch und kein Manifest. Er versteht sich als fortlaufende Einordnung – wir teilen Wissen, machen Zusammenhänge sichtbar und inspirieren mit Erfahrungen aus der Praxis.
Genau das zeichnen wir hier mit dir zusammen nach: die Entwicklung des Media-Unternehmertums, die Chancen, die Fallen, die Mechaniken.
Drei Fragen zur Selbstreflexion
Bevor du diese Mail schließt, nimm dir einen Moment:
1. Hattest du in den letzten vier Wochen eine ausführliche Antwort auf deinen Newsletter oder Podcast – oder waren es nur Dankesbekundungen und „Daumen hoch“?
2. Wenn du morgen nur noch 100 Subscriber:innen hättest, aber es wären genau die richtigen – würdest du das als Erfolg oder als Scheitern sehen – und warum?
3. Wie viele Stunden hast du letzte Woche in Reichweitenaufbau gesteckt – und wie viele davon waren reine Zeitverschwendung?
Das sind keine rhetorischen Fragen. Das sind strategische Entscheidungen, die wir alle treffen müssen. Denn Strategie bedeutet bewusst festzulegen, wo wir Ressourcen einsetzen – und wo nicht –, bevor wir anfangen zu planen, zu optimieren oder auszuführen.
Schreib mir zurück – welche dieser Fragen beschäftigt dich am meisten? Ich habe große Lust für weitere Ausgaben tiefer reinzugehen.
Frische Grüße
sendet dir
David
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