L.A. punks rule!

Ox-Interview von Moritz Friedenberg
JOYCE MANOR haben mit Songs wie „Constant headache“, „Heart tattoo“ oder „Catalina fight song“ echte Pop-Punk-Hymnen in ihrem Katalog. Ihr neues Album „I Used To Go To This Bar“ haben die Punker aus L.A. mit niemand Geringerem als Brett Gurewitz gemacht, der als Mitgründer von BAD RELIGION und Besitzer des Labels Epitaph Records bekannt ist. Diese Zusammenarbeit hat JOYCE MANOR ihren bisher vielleicht größten Live-Moment beschert, über den wir mit Barry Johnson, Chase Knobbe und Matt Ebert gesprochen haben.
Mit eurem neuen Album „I Used To Go To This Bar“ habt ihr es hinbekommen, den typischen Sound von JOYCE MANOR beizubehalten und gleichzeitig ein paar neue Elemente hinzuzufügen. Was für Ideen hattet ihr, als es mit dem Album losging?
Barry: Wir haben es in den vergangenen drei Jahren in unterschiedlichen Etappen aufgenommen. Unser Produzent Brett Gurewitz hat seinen Vollzeitjob bei Epitaph Records und ist außerdem noch Gitarrist bei BAD RELIGION. Deshalb mussten wir immer schauen, wann es zeitlich passt. Dieser Prozess hat echt Spaß gemacht und ist, glaube ich, ein Grund dafür, dass sich das Album so abwechslungsreich anhört. Ich finde, man kann gut die unterschiedlichen Stimmungen der Sessions heraushören. Die ersten Songs gingen eher in eine Pop- und Indierock-Richtung. Brett meinte daraufhin, dass er das cool findet, wir aber auch mehr Sachen machen sollten, die sich wie JOYCE MANOR anhören. Er wollte, dass wir wieder in eine punkigere und aggressivere Richtung gehen. Ich habe mich darüber erst etwas geärgert, wusste aber, dass Brett recht hatte. Deshalb sind auch wieder ein paar energetische Songs auf dem neuen Album gelandet.
Wie du schon gesagt hast, heben sich ein paar Songs soundtechnisch ab – unter anderem „All my friends are so depressed“. Die Single klingt für mich nach einem Mix aus Alternative Country und Britpop. Hier und da konnte man lesen, dass sie etwas an THE SMITHS erinnert. Habt ihr diese Elemente gezielt auf dem Album platziert oder geschah das eher unterbewusst?
Barry: Ich habe die Demos zu Hause an meinem Computer aufgenommen und habe super viel herumexperimentiert. Bei „All my friends are so depressed“ habe ich probiert, in eine Country- und Rockabilly-Richtung zu gehen. Als wir uns dann als Band getroffen haben, um den Song aufzunehmen, klang er am Ende etwas mehr nach JOYCE MANOR. Ich hatte auch an ein paar Nummern gearbeitet, die einen Disco-Touch haben, aber Brett hat mir dazu geraten, sie zu verwerfen.