„Geliebtes Faultier? – Ein abgestumpftes Pferd wieder munter machen“
Zu hören gibt es eine Folge über laute Hilfen, leise Pferde und introvertierte Charaktere, über den daraus folgenden Frust und die unbehagliche Wahrheit, dass wir uns unsere „Faultiere“ oft selbst gebaut haben. Was ist zu tun?
Was steckt wirklich dahinter?
Ein Pferd, das nicht mehr reagiert, ist kaum „faul“, sondern eher eines von zwei Dingen:
1. Überhört
Zu viele Hilfen, zu viel Dauerrauschen, zu wenig Bedeutung. Denn wenn alles wichtig ist, ist irgendwann nix mehr wichtig.
2. Überfordert
Dann passiert nämlich oft etwas, das wir gar nicht so auf dem Zeiger haben: Das Pferd geht nicht dagegen. Es verabschiedet sich nach innen weg. Ganz leise und funktional koppelt es sich einfach ab. Christoph nennt das im Podcast treffend eine Art „Implosion“.
Das liebe Gleichgewicht
Das ist nicht neu, die klassische Reitlehre kennt dieses Problem natürlich seit Jahrhunderten. Schließlich hing das eigene Leben unter Umständen davon ab, schnell vom Fleck zu kommen.
Die Literatur spricht vom Gleichgewicht zwischen treibenden und verhaltenden Hilfen, Neindorff von einem fein abgestimmten „Orchester der Hilfen“.
Wir können auch sagen:
👉 Ein Pferd bleibt nur dann wach, wenn Vorwärts und Zuhören gleichzeitig stattfinden dürfen.
Zu viel Bremse → Pferd wird stumpf
Zu viel Druck → Pferd verzupft sich ins Schneckenhaus
Zu wenig Klarheit → Pferd wird … ähm … kreativ passiv (wer hat’s nicht schon einmal gefühlt?)
Die gute Nachricht (und die gibt es):
Ein abgestumpftes Pferd ist absolut kein verlorenes Pferd. Es ist ein Pferd, das gelernt hat und neu lernen kann.
Wenn du jetzt denkst: ‚Verdammt, das kenne ich. Ich glaube, mein Pferd ist eher Team Schneckenhaus als Team Explosion.‘
Hör gerne in die neue Folge rein.
👉 In der Takt & Talk Reitakademie findest du nicht nur diese Podcastfolge und andere, sondern kannst dich auch mit anderen Mitgliedern austauschen oder Fragen zum Thema stellen, Lehrvideos anschauen, eigene Videos einsenden und mehr:
https://steady.page/de/podcast-mit-dem-pferd/posts (Si apre in una nuova finestra)
Falls dein Pferd heute wieder mal überlegt hat, ob es sich lohnt, auf dich zu reagieren, dann ist das also wahrscheinlich gar kein Ungehorsam. Vielleicht ist es einfach seine höflichste Art zu sagen: ‚Ich habe dich gerade echt nicht verstanden.‘
In diesem Sinne: Druck weg, auch wenn’s ehrlich schwerfällt. Viel Dialog und Klarheit. Und Mut zur Neugestaltung. So wird’s bestimmt Schritt für Schritt immer weniger Faultier. 😉
Herzlich,
Dido & Christoph