(Si apre in una nuova finestra)Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Si apre in una nuova finestra).
Diese Woche zwischen Protest, Klang und Kulinarik: Dachau zeigt sich bunt, vielfältig und genussvoll – vom CSD über Live-Musik im Metzgerhof bis zur beliebten Genusstour.
Servus,
es gibt Wochen, die fühlen sich an wie ein Querschnitt dessen, was Kultur im besten Fall sein kann: laut und leise zugleich, politisch und sinnlich, im öffentlichen Raum und ganz nah dran.
Der CSD bringt am Sonntag Sichtbarkeit dorthin, wo sie hingehört – mitten in die Stadt. Es geht um Selbstbestimmung, um Gemeinschaft, um das Beharren darauf, dass Vielfalt keine Randnotiz ist. Und gleichzeitig zeigt sich, wie sehr diese Sichtbarkeit immer wieder neu behauptet werden muss.
Ein paar Straßen weiter, nur wenige Stunden später, verschiebt sich der Fokus. Im Alten Metzgerhof wird kulturelle Vielfalt nicht diskutiert, sondern gehört: in Klängen, die Grenzen überschreiten, und in musikalischen Begegnungen, die zeigen, wie selbstverständlich Verbindung entstehen kann.
Und wer Kultur und Kulinarik miteinander verbinden möchte, kann sich diese und nächste Woche auf einen Spaziergang durch die Altstadt einlassen – die Händler & Gastro-Gemeinschaft “Deine Altstadt Dachau” laden zur Genussreise ein.
Schön, dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.
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#Sichtbar
Der Dachauer CSD geht in die nächste Runde – und spätestens seit dem vergangenen Jahr lässt sich nicht mehr behaupten, es handle sich um ein Randphänomen. Über 200 Menschen waren 2025 dabei, bunt, laut und vor allem: sichtbar. Was einmal klein begonnen hat, entwickelt sich auch in Dachau zu dem, was Christopher-Street-Day-Veranstaltungen immer sind – eine Mischung aus Straßenfest, politischer Demonstration und kollektiver Selbstvergewisserung.
Am kommenden Sonntag, 5. Juli, wird ab 12 Uhr der Max-Mannheimer-Platz erneut zur Bühne für genau dieses Zusammenspiel. Ab Mittag füllt sich der Raum vor der Stadtbibliothek mit Infoständen, künstlerischen Positionen, Essen, Getränken – und einer Community, die sich zeigt. Organisiert vom Dachau Queer e. V., knüpft das Format bewusst an die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum an. Wer hier vorbeikommt, merkt schnell: Es geht nicht nur ums Feiern.
(Si apre in una nuova finestra)Denn so leicht und sommerlich die Atmosphäre wirken mag – der politische Unterton ist in den letzten Jahren wieder deutlicher geworden. Schon 2025 formulierte das Organisationsteam den Anspruch, nicht nur für queere Rechte einzustehen, sondern ganz grundlegend für Menschenwürde: gegen Abwertung, gegen Ausgrenzung, gegen den spürbaren gesellschaftlichen Rechtsruck. Zugleich war der CSD auch ein Ort der Bestärkung – eine Erfahrung, nicht allein zu sein.
Diese doppelte Bewegung – Party und Protest – ist kein lokales Phänomen. Und doch so wichtig, dass sie auch im ländlichen Raum stattfinden. Viele CSDs, auch in Großstädten wie vergangenes Wochenende in München, stehen derzeit unter einem neuen Vorzeichen: Es geht weniger um immer neue Forderungen als darum, bereits Erreichtes zu sichern. Sichtbarkeit ist nicht selbstverständlich geworden, sondern wieder umkämpft. Oder anders gesagt: Der Ton hat sich verändert, aber die Notwendigkeit zu bleiben.
Gerade deshalb ist es bemerkenswert, wie sich das Publikum in Dachau erweitert. Längst sind es nicht mehr nur die frühen Zwanziger, die hier auf die Straße gehen. Unterschiedliche Generationen, Hintergründe und Perspektiven treffen sich – und machen den CSD zu dem, was er sein kann: ein offener Raum, in dem gesellschaftliche Vielfalt nicht abstrakt verhandelt wird, sondern konkret stattfindet.
Dass dieser Raum in Dachau ausgerechnet am Max-Mannheimer-Platz entsteht, ist dabei mehr als eine logistische Entscheidung. Der Ort trägt den Namen des Holocaust-Überlebenden, der sich zeitlebens für Erinnerung und Menschenrechte eingesetzt hat. In gewisser Weise schreibt sich der CSD hier in eine größere Tradition ein – eine, die darauf besteht, dass Würde und Sichtbarkeit immer wieder neu verteidigt werden müssen.
Was am Ende bleibt, ist vielleicht genau dieser Eindruck: Der Dachauer CSD ist längst mehr als ein Termin im Kalender. Er ist ein Gradmesser dafür, wie unsere Stadt mit Vielfalt umgeht – und wie laut oder leise sie dabei sein möchte. Ob queer oder nicht, Du bist herzlich eingeladen dabei zu sein.
(Si apre in una nuova finestra)Keine Bezahlschranke. Versprochen.
Vielleicht hast Du gerade kurz gestutzt – völlig verständlich.
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#Feines
Wer nach dem CSD noch weiterziehen möchte, sollte am Abend den Alten Metzgerhof einplanen.
Besonders kleinere Formate sind es, die besonders lange nachhallen. Wenn der Raum überschaubar ist, die Distanz zur Bühne praktisch nicht existiert und Musik nicht einfach konsumiert, sondern geteilt wird.
Der Alte Metzgerhof in Dachau ist dafür der ideale Ort – und die Reihe „Feines vom Metzgerhof“ passt ideal hierher.
Der jetzt e. V. lädt im Juli gleich zweimal zu musikalischen Begegnungen ein, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten.
Den Auftakt macht am 5. Juli das Münchner Quartett Kaafi. Was hier entsteht, ist keine bloße Fusion, sondern ein echtes Ineinandergreifen musikalischer Biografien: indischer Gesang und Rhythmus treffen auf europäische Harmonik, Bollywood-Energie auf Jazz, Blues und Pop. Die Band bringt unterschiedliche kulturelle Hintergründe zusammen, ohne sie glattzubügeln. Stattdessen entsteht ein Sound, der sich bewegt – zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Melodie und Groove. Oder, wie sie es selbst formulieren: vom Orient zum Okzident.

Dass dieses Konzert akustisch angelegt ist, passt dabei ins Konzept. Weniger Lautstärke, mehr Nähe – und damit ein Rahmen, in dem sich Feinheiten und Zwischentöne entfalten können.
Zwei Wochen später, am 18. Juli, folgt mit Gschwerl ein Perspektivwechsel. Auch hier geht es um musikalische Verbindungen über Grenzen hinweg, allerdings mit festem Bezug zur eigenen Sprache: Bayrisch Folk, der sich Elemente aus unterschiedlichen Kulturen aneignet und dabei doch unverkennbar im Dialekt verankert bleibt. Die Stücke bewegen sich zwischen heiter und schaurig, zwischen Erzählung und Klang – und zeigen, wie offen selbst scheinbar vertraute Formen sein können, wenn man sie ernst nimmt und weiterdenkt.

So entsteht innerhalb der Reihe ein spannender Dialog: global geprägte Klangwelten auf der einen Seite, regional verwurzelte Erzählformen auf der anderen. Gemeinsam ist beiden Abenden der Anspruch, Musik nicht als Hintergrundrauschen zu verstehen, sondern als kulturelle Praxis – als etwas, das Identität formt, Gemeinschaft schafft und Räume öffnet.
Vielleicht ist genau das die Stärke dieser Reihe: Sie braucht keine große Bühne, um groß zu wirken. Sie lebt von der Idee, dass Kultur dort entsteht, wo Menschen sich begegnen – und gemeinsam hinhören.
🌍 Kaafi – Sonntag, 5. Juli 2026, Einlass 19 Uhr
🎻 Gschwerl – Samstag, 18. Juli 2026, Einlass 19 Uhr
Alter Metzgerhof (Burgfriedenstr. 3)
Eintritt & Getränke auf Spendenbasis.
#Genusstour
Ein Menü als Spaziergang.
Die Genusstour durch die Dachauer Altstadt hat sich in den vergangenen zwei Jahren vom Geheimtipp zum gefragten Format entwickelt. 2024 in der Altstadt gestartet, 2025 in der Unteren Stadt erweitert, waren die Plätze jeweils in kürzester Zeit vergeben. Auch in diesem Juli sieht es wieder danach aus.
Das Konzept ist so einfach wie überzeugend: Ein Menü, verteilt auf fünf Stationen, serviert in fünf unterschiedlichen Locations von fünf unterschiedlichen Gastronom*innen – und dazwischen ein entspannter Spaziergang durch die Altstadt.
Los geht es – je nach Gruppe – ab 17 Uhr im 45-Minuten-Takt. Jede Tour hat ihren eigenen Charakter: ein Aperitif von Simperl unverpackt bei Lill & Lill, eine Vorspeise vom Café Zaunkönig bei Sinneslust, ein Zwischengang von Thekengold in ungewöhnlichem Setting (diesmal: Hebammenpraxis Bauchgefühl) , später der Hauptgang vom Kochwirt im Birgmann Altstadtladen, schließlich das Dessert vom neuen Café Joya zwischen Düften und Flakons in der Parfümerie Wiedemann. Orte, die man kennt – und plötzlich ganz anders wahrnimmt. Wer möchte, kann zum Abschluss noch auf einen Absacker in der Bar Salute einkehren.
(Si apre in una nuova finestra)Verbunden werden diese Stationen durch Geschichte(n). Die Gruppen werden von Gästeführer*innen begleitet - jeweils die letzte Tour des Abends von mir ;-) - die zwischen den Gängen nicht nur Wege zeigen, sondern Kontexte liefern: historische Brüche, kleine Anekdoten, größere Linien. Kulinarik trifft hier auf Stadterzählung.
Dass das Format so gut funktioniert, hat viel mit dieser Kombination zu tun: Essen als kulturelle Praxis, nicht nur als Versorgung. Die Altstadtläden werden zur Bühne, Gastronomie zur kollaborativen Kunstform, der Abend zu einem Parcours, der Genuss und Perspektivwechsel verbindet.
Und auch wenn die ersten Termine bereits wieder ausgebucht sind: Ein paar wenige Plätze gibt es noch. Wer also Dachau einmal anders kennenlernen will – nicht über Programmpunkte, sondern über Geschmack und Begegnung –, sollte sich beeilen.
Facts
🍽️ Genusstour Altstadt Dachau
Donnerstag, 2. Juli & Donnerstag, 9. Juli 2026
Startzeiten ab 17 Uhr im 45-Minuten-Takt
mehrere Stationen in der Altstadt, inkl. 5-Gänge-Menü & Führung
69 € pro Person (ohne Absacker)
Anmeldung online, Restplätze verfügbar.
Meine offenen Touren

(Bild KI-generiert)
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Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 09. Juli 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋
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Dein Matthias
Matthias Schüßler
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