Im Frauenkreis am 14. Februar ging es um unser inneres Strahlen und welche Schichten wir darum gelegt haben im Laufe des Lebens. Wir sind durch die Schichten gereist und haben unser wieder mit dem Strahlen verbunden. In diesem Beitrag nehme ich dich mit in die Hintergründe und am Ende hast du die Möglichkeit selbst (noch) einmal durch die Schichten zu deinem Strahlen zu reisen.
Lass dir den Text hier von mir vorlesen:
(Die Meditation findet du ganz unten in einer weiteren Audio-Datei)
Als wir auf die Welt kamen, waren wir frei und rein, es gab in diesem Leben noch keine Erfahrungen, die uns geprägt haben. Es gab nur uns selbst, wir waren eins mit der Welt. Unser innerer Kern lag frei und strahlte in die Welt.
Doch dann wurden wir älter und mit der Zeit begannen sich Schichten um unseren Kern zu legen, Schichten die uns bis heute prägen.

Unser kindliches System hat den Wunsch sich in der Welt zurecht zu finden, unser steinzeitlicher Urinstinkt hat vor allem den Plan zu überleben und sich irgendwann Fortzupflanzen damit die Menschheit fortbesteht. Es klingt primitiv, aber genau darum geht es. Ob das Leben besonders schön, angenehm und lebenswert ist, ob wir uns selbst verwirklichen und wie harmonisch alles läuft hat erstmal keine Priorität – dazu kommen wir später.
Wir wollen uns also einen Plan vom Leben machen um dort möglichst lebend durchzukommen, also versuchen wir unsere Welt zu verstehen. Wir erleben etwas und speichern es ab als „So läuft das hier.“ Es wird nicht hinterfragt und dass es woanders anders laufen könnte, kommt dem kleinen Menschengehirn nicht in den Sinn. Alles was innerhalb unsere Horizonts passiert, wird unser normal, wirklich alles, egal wie funktional oder wohltuend es ist.
Jedes Erfahrung und Reaktion wird als funktional abgespeichert, sofern du überlebt hat. Wir wählen manchmal Dinge die uns nicht gut tun und wiederholen sie, lassen es immer wieder mit uns geschehen – weil wir die Erfahrung gemacht haben, das wir überleben.
So wie deine Kindheit war, so siehst du die Welt.
Vielleicht kennst du deine frühste Kindheitserinnerung, vermutlich liegt sie irgendwo im Kindergartenalter, vielleicht kennst du Fotos, vielleicht hast du auch dein ganz eigenes Bild von ihr im Kopf.
Sie ist noch nicht lange hier auf dieser Welt,
sie erlebt jeden Tag neues,
sie sieht täglich Dinge zum ersten Mal
Ihre Welt besteht aus den Menschen um sie herum,
Eltern, Geschwister, Oma und Opa, Nachbarn und die Menschen im Kindergarten, vielleicht noch die Verkäuferin beim Bäcker und die Arzthelferin.
Welche Menschen waren in deiner kleinen Welt damals vorhanden,
wer waren deine Bezugspersonen?
Und wie sah deine Welt aus, wie habt ihr gelebt? Hattest du ein eigenes Zimmer, wie sah das Haus aus in dem ihr gelebt habt?
Gab es draußen Platz zum Spielen, gab es viel Natur oder eher das Stadtleben? Bist du schon als Kind umgezogen? Hattest du andere Kinder in der Nachbarschaft oder in der Familie, mit denen du täglich zusammen warst?
Das ist ihr normal, es ist weder gut noch schlecht, es gibt zwar angenehme und unangenehme Gefühle und ganz viel dazwischen, aber grundsätzlich ist es einfach ihre Welt, ihr Normal.
So wie andere mit ihr sind, wie der Tag strukturiert ist, wie die Stimmung ist, wie die Wohnung aussieht, was es regelmäßig zu Essen gibt, was andere ihr sagen wie sie sein soll oder eben auch nicht sein soll – all das ist ihr Normal, sie bewertet es nicht, sie nimmt es auf.
Sie nimmt es auf, aus ihrer ganz eigenen Perspektive
und die bezieht sich bei Kinder zuerst auf sie selbst.
Kinder nehmen ihre Welt also so auf wie sie ist,
mit ihren Augen,
mit ihrem Gefühl davon der Grund zu sein
und mit dem Filter den die Menschen um uns schon früh darauf packen.
Den moralischen Einordnungen,
die manchmal nicht so richtig zu dem Passen was gerade gefühlt wird.
Versuche dich an solche Momente in deiner Kindheit zu erinnern.
Wann wurde dir gesagt was du machen solltest und dein Gefühl passte nicht dazu?
Welche kleinen und großen Momente gab es?
Das kleine Mädchen was dachte irgendwas hätte sie falsch gemacht,
ohne zu wissen was es war.
Diese Momente wurden abgespeichert in deinem System.
Alles was du erlebt hast wurde mit Gefühlen verknüpft und abgespeichert.
Diese Momente sind immer noch in deinem System und sie steuern bis heute deinen Autopilot, wenn du auf etwas von außen reagierst – weil es dein Normal ist.
Für dich ist die Welt normal, so wie du sie siehst, so wie du sie als Kind erlebt hast.
Deine Kleine hat deinen Autopilot programmiert mit dem du bis heute lebst.
Die kleine Version von dir, mit einem reinen Herzen, naiv und unbedarft mit einer riesigen Neugier auf das Leben und dem Wunsch alles zu lernen.
Sie steckt immer noch in dir und hat alles was sie gesehen und erlebt hat abgespeichert um das Leben zu verstehen, um zurecht zu kommen, ihr Instinkt, der noch aus der Steinzeit kommt wollte das sie überlebt, sie hat sich dem Leben hingegeben und dann begonnen sich einen Plan davon zu machen um klar zu kommen.
Und sie hat es gut gemacht,
weil du noch lebst,
du bist noch hier und den Weg bis heute gegangen.
Die Prägung passiert in den ersten 7 Jahren unseres Lebens, in den Jahren in denen wir uns meist nicht an alles erinnern können und in denen unsere Wahrnehmung oft verzerrt ist.
Doch auch nach diesen Jahren machen wir noch Erfahrungen und die gleichen wir mit unserer Norm ab.
Wir haben Erwartungen die sich erfüllen weil wir uns entsprechend verhalten. Das soll genau so sein, dass ist richtig weil wir dadurch effizient durchs Leben gehen.
Wenn ich einmal die Erfahrung gemacht habe, dass ich stolpere, wenn ich gegen eine Treppenstufe laufe dann hebe ich beim nächsten Mal automatisch den Fuß.
Ein banales Beispiel, doch unser Alltag ist voll von diesen Reaktionen die alle auf Erfahrungen basieren. Es festigt sich mit jedem Mal, wenn wir eine Treppe hochgehen.
Doch es gibt auch Erfahrungen die wir wiederholen obwohl sie uns nicht gut tun. Ich habe vielleicht gelernt das ich auf bestimmtes Verhalten mit schreien reagieren kann, vielleicht wurde es mit vorgelebt und ich habe es dann irgendwann auch anderen gegenüber gemacht und ich habe beides überlebt. Schreien gehört zu meiner Norm, auch wenn ich und die anderen sich dabei nicht unbedingt gut fühlen.
Die Erfahrung zeigt, wir überleben es.
Vielleicht steckt das hinter dem Spruch „Das hat uns früher auch nicht geschadet!“, es müsste wohl eher heißen „Das haben wir früher auch schon überlebt!“. Viele Dinge die gerade die Generationen vor uns erlebt haben, haben ihnen nicht lebensgefährlich geschadet, aber gut getan haben sie ihnen auch nicht.
Nachdem wir nun also im Grundschulalter unser Weltbild vielen Prüfungen durch weitere Erfahrungen und Reaktionen unterzogen haben und diese über die Schichten gelegt haben, steht die Norm immer noch, vermutlich sogar fester und wir starten in die Jugend.
In der Jugend hast du vielleicht alles anders gemacht,
hast rebelliert gegen das Normal was du kanntest.
Doch du hast immer in Relation zu deinem Normal gehandelt.
Wir können nur gegen etwas rebellieren was da ist.
Unsere persönliche Norm des Lebens war und ist da und wir handeln danach, auf die eine oder andere Seite – und legen damit neue Schichten um unseren Kern.
Wenn die pubertäre Phase sich langsam ausgeschlichen hat über die Zeit, wirst du älter. Irgendwann hast du eigene Routinen entwickelt, hast begonnen dein Leben als Erwachsene zu gestalten.
Lebst du so wie du es aus deiner Kindheit kennst?
Hast du ein scheinbar besseres Leben?
Machst es komplett anders?
Egal wie die Antwort ist, sie steht in Relation zu deinem Normal von damals.
Gibt es Bereiche in denen du wirklich frei bist von deinen Prägungen aus der Kindheit?
Wie wäre es wenn dein Normal von der Welt ein anderes wäre? Wer wärst du dann?
Das, was unter deinem Normal von heute liegt,
das was da war bevor dein Autopilot programmiert wurde,
das ist dein Kern, das bist du selbst in deiner reinsten Form.
Mittlerweile ist dein Gehirn gereift,
dein Verstand sieht die Dinge anders,
bewertet und schätzt ein.
Mache dir bewusst, dass alle Menschen die dich als Kind geprägt haben und auch alle anderen die dir begegnen bis heute, diesen Autopilot haben.
Die wenigsten wissen darum.
Sei milde mit ihnen und sei milde mit dir.
Du kannst heute einen winzigen Blick auf deinen Kern werfen, auf das Leuchten unter all den Schichten des Lebens, du wirst trotzdem noch die meiste Zeit dein Leben automatisch an deinem Normal ausrichten, aber vielleicht kannst du ab sofort einmal mehr milde mit dir und den anderen sein.
Wenn du magst, nehme ich dich jetzt in einer Meditation mit durch die Schichten deines Lebens zu deinem inneren Kern.
Die nachfolgende Meditation ist weitestgehend dieselbe wie beim Frauenkreis am 14.02.26, etwas kürzer und ohne Musik und ich lade dich ein, dir Zettel und Stift bereit zu legen, um im Anschluss aufschreiben zu können, was auf‘s Papier möchte. Zur Verkörperung haben wir danach eine Runde getanzt, also dreh dein Lieblingslied auf uns tanze eine Runde.
Schreib mir so gern wie die Meditation und die Berührung mit diesem Thema für dich war. Was sind deine Gedanken?
Alles Liebe und bis bald
Rebecka