Passa al contenuto principale

Sommer und Hitze – So kommen unsere Seniorenhunde gut durch die heißen Tage

Sommerhitze kann für unsere Seniorenhunde eine große Herausforderung sein. Ältere Hunde sind besonders hitzeempfindlich und benötigen spezielle Pflege, um die heißen Tage gut zu überstehen. In diesem Artikel erfährst du, wie du deinem Hund durch gezielte Maßnahmen helfen kannst, die Sommerhitze zu meistern.

Ein alter Hund mit Sonnenbrille in der Sonne
Sommerhitze und alter Hund - so kommt ihr gut gemeinsam durch die heißen Tage

Unser Sommerurlaub führte uns vor zwei Jahren nach Umbrien. Wunderschöne Landschaften – aber auch Temperaturen über 35 Grad. Um den Urlaub auch für Opi Carlitos (damals 16 Jahre) angenehm zu gestalten, bedeutete das: besondere Rücksicht. Deshalb habe ich mich intensiv mit dem Thema „alte Hunde und Hitze“ beschäftigt.

Wie Hunde mit Hitze umgehen – und warum Senioren mehr Schutz brauchen

Hunde regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln. Dabei verdunstet Feuchtigkeit im Maul und kühlt den Körper. Auch über die Pfoten wird etwas Wärme abgegeben, aber nur in geringem Maße. Da unsere Hunde nur wenige Schweißdrüsen am Nasenspiegel und an den Pfoten haben, sind sie sehr hitzeempfindlich.

Bei älteren Hunden ist der Kühlmechanismus oft eingeschränkt:

  • Weniger effizientes Hecheln: Mit dem Alter lassen Elastizität und Muskelkraft in den Atemwegen nach. Das erschwert die aktive Kühlung durch Hecheln.

  • Herz- oder Lungenprobleme: Diese beeinträchtigen die Sauerstoffaufnahme und damit auch die Wärmeabgabe über die Atemluft.

  • Langsamerer Stoffwechsel: Der Körper reagiert insgesamt träger auf Belastungen, inklusive Hitze.

  • Medikamente: Manche Wirkstoffe beeinflussen den Wasserhaushalt oder die Durchblutung – beides ist wichtig für die Thermoregulation.

Ein funktionierender Wärmeausgleich ist für Hunde (über)lebenswichtig – gerade im Alter sollte man ihn gut im Blick behalten.

So kommen alte Hunde besser durch heiße Tage

Wir können unseren Senioren durch verschiedene Maßnahmen helfen, gut und möglichst entspannt durch heiße Tage zu kommen.

  • Spaziergänge nur früh morgens oder abends.
    Zwar sollten Senioren generell eher viele kleine Spaziergänge machen, als wenige große Runden. An heißen Tagen zählt aber vorallem, der Hitze zu entkommen. Deshalb überwinde dich und stell deinen Wecker ein wenig früher, um mit deinem Hund die kühlen Morgenstunden zu genießenEs ist absolut ok, tagsüber nur schnell Pipi im Garten oder am nächsten Baum zu machen. Wenn ihr könnt, fahrt dafür auch in den kühlen Wald oder an ein Gewässer.

  • Wenn euer Seniorenhund gerne schwimmt, ist das eine tolle Möglichkeit für Abkühlung.
    Idealerweise mit einer Schwimmweste für die optimale Wasserlage. Allerdings lauern im Sommer auch Gefahren in Gewässern, beispielsweise durch Blaualgen, seid also achtsam.

  • Tagsüber Ruhe im Schatten oder in kühlen Räumen.
    Wenn euer Senior gut alleine bleiben kann, lasst ihn oder sie im Zweifelsfall lieber Zuhause, als den Hund zum Treffen mit den Freunden im Park mitzunehmen, sofern eure Wohnung die kühlere Alternative ist.
    Unsere Rentnerhunde genießen gerne die Sonne auf dem Pelz. Holt sie aber bitte an heißen Tagen aktiv aus der Sonne heraus.

  • Sollte euer Rentnerhund ein Maulkorbträger sein, lasst euch bitte beraten, ob der Maulkorb genügend Raum zum Hecheln bietet. Das ist leider oftmals nicht der Fall, insbesondere bei Körbchen aus dem Zoofachgeschäft.

  • Ein fester Ruheplatz mit feuchtem Handtuch und Ventilator (nicht direkt aufs Tier gerichtet)

  • Stellt immer frisches Wasser bereit und bietet es euren Hunden aktiv an.
    Nehmt auf euren Gassirunden auch immer Wasser mit. Ältere Hunde vergessen gerne mal zu trinken. Etwas Abwechslung bieten Eiswürfel aus Brühe oder Wassermelone (ohne Kerne). Oder mischt Wasser mit Futter, damit die Hunde mehr Flüssigkeit aufnehmen.

So kühlst Du Deinen Seniorhund idelerweise:

  • Zur äußeren Kühlung helfen:

    • feuchte Tücher über Rücken und Pfoten

    • kurze Abkühlung im Schatten

    • kühles Pfotenbad

    • Ein Ventilator oder eine Klimaanlage im Raum können auch helfen. Richtet diese jedoch nicht direkt auf eure Hunde und achtet darauf, dass die Luft nicht zu kühl für eure Hunde ist.

  • Wichtig: langsam kühlen und keine plötzlichen Temperaturwechsel. Außer euer Hund hat einen Hitzschlag, dann zählt jede Minute.

  • Für Opi Carlitos war eine hochwertige Kühlweste eine sehr gute Anschaffung und auch eine Kühlmatte für seinen Buggy. Achtet beim Kauf auf die Materialien, denn manche Kühlmatten enthalten Giftstoffe. Lasst also eure Hunde nie unbeaufsichtigt damit.

  • Solltet ihr direkt Sonneneinstrahlung nicht vermeiden könnten, sprecht auch mit eurem Tierarzt, ob euer Hund einen speziellen Sonnenschutz benötigt, was bei manchen Rassen der Fall ist.

  • Asphalt oder Pflastersteine können sich in der Sonne auf über 50 Grad aufheizen – das kann schmerzhafte Verbrennungen an den Pfoten verursachen. Teste den Untergrund im Zweifel mit dem Handrücken oder euren Fußsohlen für 10 Sekunden. Unsere alten Hunde bewegen sich oft langsamer, daher ist natürlich auch der Kontakt mit dem Boden länger.

  • Die richtige Fellpflege ist für ältere Hunde je nach Rasse ebenfalls ein wichtiges Element. Und je nach Rasse bedarf es hier anderer Maßnahmen. Informiert euch, was für den Felltyp eures Hundes die richtige „Sommerfrisur“ ist. Bei manchen Hunden ist sogar eine Schur die richtige Maßnahme, um den Kreislauf zu entlasten.

  • Besonders wichtig: Lass deinen alten Hund bei Hitze niemals im Auto – auch nicht „nur kurz“ zum Einkaufen. Die Innentemperatur kann binnen Minuten lebensbedrohlich steigen. Das gilt auch für den Kofferraum: Bei längeren Fahrten kann sich dieser stark aufheizen, selbst wenn die Klimaanlage im Fahrzeuginnenraum läuft.

    Empfehlenswert sind:

    • ein Thermometer im Kofferraum

    • viele Pausen mit Auslauf und Wasser

    • ein sicherer Zugang zu Trinkwasser während der Fahrt

    • wenn möglich: Fahrten in die Nacht verlegen oder den Hund sicher auf der Rückbank mitfahren lassen, wo die Klimaanlage wirkt

Warnzeichen für Hitzestress und Erste Hilfe

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass ein Hund in die Überhitzung gerät. Besonders ältere Tiere reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen – oft zeigen sie Symptome später oder weniger deutlich. Umso wichtiger ist es, typische Warnzeichen zu kennen und schnell zu handeln. Ein Hitzschlag endet in 50%(!!!) der Fälle tödlich, auch wegen falscher Erstversorgung. Daher ist schnelles und richtiges Handeln lebensrettend.

Um es drastisch zu formulieren: Bei einem Hitzschlag „kochen“ die Organe.

Frühwarnzeichen (Hitzestress)

  • starkes, anhaltendes Hecheln – auch in Ruhe

  • übermäßiges Speicheln, rote oder trockene Schleimhäute

  • Unruhe, erhöhter Durst, glasiger Blick

  • Taumeln, Koordinationsprobleme, schnelle flache Atmung

Fortgeschrittene Anzeichen (Hitzschlag)

  • Erbrechen, Durchfall (ggf. blutig)

  • starke Schwäche oder Zusammenbrechen

  • Krämpfe, Desorientierung oder Bewusstlosigkeit

  • sehr hohe Körpertemperatur (> 41 °C), Schockanzeichen

Auch Symptome wie Apathie oder Rückzug sollten ernst genommen werden – gerade bei alten Hunden werden diese Anzeichen schnell übersehen oder fälschlich als „altersbedingt“ abgetan.

Erste Hilfe – Schnelles, rapides Kühlen zuerst, dann immer Tierarzt

  • Hund sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort bringen

  • mit eiskaltem Wasser übergießen oder in eine Tonne mit kaltem Wasser tauchen (Kaltwasserimmersion). Vielleicht ist auch ein kühler Fluss in der Nähe

  • Luftzug durch Ventilator oder offenes Fenster erzeugen

  • Trinkwasser anbieten, aber nicht mit Zwang einflößen

  • Tierarzt oder Tierklinik aufsuchen – auch wenn der Hund sich scheinbar wieder stabilisiert

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Auch nach scheinbarer Erholung können innere Organe betroffen sein. Deshalb sollte immer eine tierärztliche Nachsorge erfolgen.

Besprecht die typischen Anzeichen und Maßnahmen am besten einmal in Ruhe mit eurer Haustierärztin oder eurem Haustierarzt – sie kennen euren Hund und seine Krankengeschichte am besten. Dieser Blog soll keine tiermedizinische Beratung ersetzen.

Fazit

Hohe Temperaturen sind für alte Hunde belastend – mit guter Vorbereitung aber gut zu meistern. Frühzeitig reagieren, kühlen, Pausen einplanen: So kommt auch ein Hundesenior sicher durch den Sommer. Opi Carlitos hatte jedenfalls auch in Umbrien eine tolle Zeit und hat es geliebt, in seinem Buggy, ausgestattet mit Kühlweste und Kühlmatte am Abend die Städtchen zu erkunden und Leckerlis von Italienerinnen zu erflirten. 

Infobox - Studien und Quellen

Aktuelle wissenschaftliche Einblicke rund um den Umgang mit Hitze bei älteren Hunden:

Argomento Sommer und Hitze