Es ist Montag, der 11. August 2025, und du liest die STOFFKUNDE, den wöchentlichen trikotmagazin.de (Si apre in una nuova finestra)-Newsletter. Diese Woche im Mittelpunkt: bunte Mannschaftsfotos, die Ausrüsterübersicht der Amateurvereine in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde und der 70. Geburtstag eines Gladbachers in einem raren blauen Trikot.

Anfang letzter Woche habe ich mir das neue Kicker Bundesliga-Sonderheft gekauft und wie früher als Teenager mir zuerst die Mannschaftsfotos angeschaut. In den 80er- und 90er-Jahren war dieses Magazin vor Saisonbeginn meine Bibel. Das Blättern und Anschauen dieser Fotos fasziniert mich heute immer noch so wie damals. Und das, obwohl ich heute schon alle Ausrüster und Trikotsponsoren der Vereine kenne. Damals hingegen waren die Mannschaftsfotos im Sonderheft die erste und wichtigste Quelle für mich, um zu erfahren, welche neuen Ausrüster und Sponsoren die Vereine hatten.
Leider sind heute nicht mehr alle Fotos im Heft richtige Mannschaftsfotos. Manche sind Fotomontagen, bei denen Einzelfotos von Spielern zu einem Mannschaftsbild zusammengefügt werden. Zu vielen Mannschaftsfotos gibt es interessante Geschichten. Ein paar davon habe ich in der heutigen STOFFKUNDE für euch zusammengestellt.
Am kommenden Freitag stehen die ersten Spiele im DFB-Pokal an. In der Vergangenheit habe ich mich erst am Pokalspieltag mit den Trikots der Amateurvereine beschäftigt und mir diese bei den Spielzusammenfassungen im TV genauer angesehen. Mit dem Start der STOFFKUNDE hat sich das nun natürlich geändert. So habe ich für euch eine Übersicht aller Ausrüster der 19 Amateurvereine erstellt, die in der ersten Pokal-Hauptrunde antreten.
Letzte Woche hat sich ein Problem mit meiner Geburtstagstliste ergeben. Als Datenquelle nutze ich dafür die Beilage Geburtstage & Agenda des offiziellen DFL-Magazins. Aus Platzgründen enthält diese Beilage natürlich nicht alle Geburtstage von aktuellen oder ehemaligen Spielern. Und in der Regel reichen die genannten Namen auch für meinen Newsletter hier. Doch vor zwei Wochen fehlte zum Beispiel Harry Kane in der Liste des DFL-Magazins. Ich habe ihn von mir aus ergänzt, weil mir das zufällig aufgefallen war. Letzte Woche hatte mit Horst Wohlers ein ehemaliger Gladbacher Geburtstag und fehlte in meiner Geburtstagsübersicht, wie mein Freund und Co-Autor vom Gladbach-Trikotbuch Matthias Gorke mir zurecht schrieb.
Ich habe deshalb beschlossen, diese Geburtstagsübersicht mit der heutigen Ausgabe zu streichen, und werde stattdessen in Zukunft nur noch einen einzigen Spieler oder eine einzige Spielerin würdigen, den oder die ich mir selber aus der Vielzahl der Geburtstagskinder in der Woche bis zum Sonntag aussuchen werde. Die Gelegenheit für diese Änderung ist diese Woche besonders günstig. Denn morgen feiert mit Carsten Nielsen einer meiner absoluten Lieblingsspieler aus meiner Kindheit seinen 70. Geburtstag. Und da dies ein Trikot-Newsletter ist, werde ich in Zukunft versuchen, bei der Würdigung auch das Thema Trikot verstärkt mit zu berücksichtigen.
Bis nächste Woche!
Euer Steve

Gäbe es eine deutsche Meisterschaft für Mannschaftsfotos, wäre Hannover 96 in den 70er- und 80er-Jahren ein heißer Kandidat auf den Titel gewesen. Speziell bei der Auswahl der Locations und in Sachen Kreativität war 96 oft ganz vorne mit dabei. Auch die Bayern, siehe Titelbild dieser STOFFKUNDE, waren bei der Umsetzung ihrer Mannschaftsfotos sehr innovativ. Allerdings fanden diese speziellen Fotos nie den Weg ins Kicker-Sonderheft. Sie wurden ausschließlich für Vereins- und Werbezwecke geschossen. Was wirklich schade ist, denn einige der hier präsentierten Fotos hätten auch im Kicker-Sonderheft gut ausgesehen.

In den 70er Jahren gab es jedoch auch schon ein paar skurrile Fälle, wo die Mannschaftsfotos nicht rechtzeitig vor Drucklegung des Magazins geschossen werden konnten und die Mannschaften entweder nur am Flughafen (1. FC Köln 1973/74 und MSV Duisburg 1975/76) oder vor ihrem Mannschaftsbus (Werder 1972/73) und in ihren schicken Ausgehanzügen statt in Trikots fotografiert werden konnten.

Im Oktober 1973 war Trikotwerbung vom DFB offiziell genehmigt worden. Am 5. Januar 1974, gegen den Hertha BSC, war der Hamburger SV durch den Abstieg des Vorstreiters Eintracht Braunschweig der erste Bundesligist, der offiziell mit Trikotwerbung (Campari) in einem Bundesligaspiel auflaufen durfte. Es folgten der MSV Duisburg mit Brian Scott am 12. Januar gegen Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf mit Allkauf am 15. März gegen den Wuppertaler SV und der FC Bayern mit Adidas am 6. April gegen den 1. FC Kaiserslautern sowie Eintracht Frankfurt am 17. August mit Remington im nachgezogenen DFB-Pokalfinale der Saison 73/74 gegen den HSV. All diese Klubs präsentierten sich im Kicker-Sonderheft der Saison 1974/75 mit ihren Trikotsponsoren.


Wer sich für die genaue Chronologie der Einführung der Trikotwerbung interessiert und dafür, wie Campari beim HSV und Remington bei der Eintracht auf das Trikot kamen, kann das hier im Artikel aus dem Buch Bundesliga Trikots 1963 bis heute (Si apre in una nuova finestra) nachlesen.
Bei Borussia Mönchengladbach stand man wie bei vielen anderen Vereinen längere Zeit der Werbung auf der Brust noch sehr kritisch gegenüber. Aber zwei Jahre später war dieser Bann bei Borussia dann doch auch gebrochen. Im Januar 1976 stellte sich die Mannschaft bei Minustemperaturen auf dem Bökelberg für ein Mannschaftsfoto mit dem neuen Trikotsponsor Erdgas den Fotografen. In dem Beitrag Eine Frage der Sympathie (Si apre in una nuova finestra) aus meinem Buch Das Gladbach Trikot von 1900 bis heute (Si apre in una nuova finestra) (mit Matthias Gorke und Stefan Hermanns) könnt ihr nachlesen, wie diese Verbindung zwischen der Ruhrgas AG und Borussia zustande kam und warum am Ende auch Borussia schwach wurde.

Ebenfalls im Jahr 1976 kam Dr. Peter Krohn in Hamburg auf die Idee, dass man mit mehr Show und neuen Trikotfarben mehr Frauen ins Stadion locken könnte. Und so präsentierte der HSV vor der Saison 1976/77 mit Hitachi nicht nur einen neuen Hauptsponsor, sondern sich erstmals auch in rosa Trikots. Diese kommen in der Liga aber praktisch nie zum Einsatz. Nur im Europapokal spielt der HSV in Rosa. Und gewinnt in dieser Farbe 1977 gegen den RSC Anderlecht den Europapokal der Pokalsieger.

Im Buch Mit der Raute auf der Brust (Si apre in una nuova finestra) meines Autorenkollegen Christian Michalkiewicz (Si apre in una nuova finestra) erfahrt ihr noch mehr Hintergründe zu diesen wilden HSV-Zeiten. So berichtet zum Beispiel Caspar Memering im Interview im Buch davon, dass Dr. Krohn am Freitag vor den Heimspielen immer eine Trikot-Modenschau durchführen ließ.

Sich in den alten Kicker Bundesliga-Sonderheften und in der Imago-Bilddatenbank Mannschaftsfotos der 2. Bundesliga anzuschauen, löste bei mir bei der Erstellung der heutigen STOFFKUNDE den unwiderstehlichen Impuls aus, unbedingt ein Trikotbuch über die 2. Liga zu machen. Was für Trikots!
Allerdings stecke ich derzeit in vielen anderen Projekten, wie der STOFFKUNDE, der bevorstehenden, erweiterten Neuauflage von Das Gladbach-Trikot im Herbst 2026 und den Plänen für die Neuauflage von Bundesliga-Trikots im Jahr 2027. Da ist ein Trikotbuch über die 2. Bundesliga leider erst einmal Zukunftsmusik.
Aber vielleicht lassen sich mit eurer Unterstützung zumindest ein paar weitere Trikotgeschichten produzieren, wie ich sie für meine Zeitspiel (Si apre in una nuova finestra)-Trikotkolumne Kleiderkammer zwischen 2019 und 2024 geschrieben habe. Mit der SpVgg Bayreuth (Si apre in una nuova finestra), dem VfL Osnabrück (Si apre in una nuova finestra) und Union Solingen (Si apre in una nuova finestra) waren drei ehemalige Zweitligisten darin schon vertreten. Mit Zeitspiel spreche ich im Herbst über eine Wiederveröffentlichung der Kolumnen in einem Sonderheft. Vielleicht ergänzt mit ein paar weiteren Trikots aus eurer Sammlung?

Letzte Woche haben wir Autoren Boris Möller, (Si apre in una nuova finestra) Stephan Reich (Si apre in una nuova finestra) und ich zusammen mit dem Werkstatt-Verlag (Si apre in una nuova finestra) die Aktualisierung unseres Buches Das Eintracht Frankfurt Trikot von 1900 bis heute (Si apre in una nuova finestra) abgeschlossen. Die 2. Auflage geht dieser Tage in die Druckerei und ist ab September vom Verlag aus wieder lieferbar. Im Handel (Si apre in una nuova finestra) oder bei der Eintracht im Fanshop (Si apre in una nuova finestra) sind noch ein paar Restexemplare der ersten Auflage verfügbar. Für alle, die gerne beide Versionen im Bücherschrank stehen haben möchten.
Neben ein paar kleineren Korrekturen und optischen Umstellungen, z. B. bei der Rückennummern-Übersicht und den Autorenportraits, haben wir das Buch um die Trikotgeschichte, die Trikots und den Kader der Saison 2024/25 ergänzt und zum Schluss auch das neue Adidas-Heimtrikot noch mit eingebaut.
Im Eintracht-Trikotbuch findet ihr sehr viele Hintergrundinfos darüber, wie Eintracht-Sponsoren erfolgreich Einfluss genommen haben auf die Trikotgestaltung des Vereins. Besonders hervorgetan hat sich dabei Tetra Pak, dessen Firmenlogo sich auf der Vorderseite der Trikots als Designelement wiederfindet. Wie es dazu kam und warum zum Beispiel der Hoechst-Schriftzug immer schräg und nie auf rotem Hintergrund auf den Trikots aufgebracht war, erfahrt ihr ebenfalls in unserem Buch.

Vor zwei Wochen wurde ich auf der Social Media Plattform Bluesky auf das Foto unten aus dem Kicker-Sonderheft von 1986/87 angesprochen. Ob Trigema-Chef Wolfgang Grupp etwa bei der nachträglichen Montage des Trigema-Logos in das Foto seine Hände im Spiel gehabt haben könnte. Eine genaue Antwort darauf habe ich natürlich auch nicht. Ich glaube aber, dass, wenn, eher der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer dafür verantwortlich war, weil er wusste, dass Herrn Grupp es gefiel, wenn sein Sponsoring breitflächig wahrgenommen wurde.

Trigema war in der Saison 1986/87 ebenfalls Trikotsponsor vom SV Waldhof Mannheim. In derselben Ausgabe des Kicker-Sonderheftes in dem auch das obige Mannschaftsfoto des FC Schalke 04 erschien, war natürlich auch eins von Waldhof Mannheim enthalten. Allerdings mit blanker Brust und auch nicht nachbearbeitet wie beim Foto von Schalke. Erstaunlicherweise finden sich bei in der Bilddatenbank Imago jedoch zwei Fotos mit dem Aufnahmedatum 01. Juli 1986. Einmal mit blanker Brust und einmal mit einem riesigen Trigema-Flock auf den Trikots.

Mehr Hintergründe zum Trikotsponsor-Meister von der Schwäbischen Alb findet ihr auch hier:
https://trikotmagazin.de/business/sponsoring/trigema-der-trikotsponsor-meister-von-der-schwaebischen-alb/ (Si apre in una nuova finestra)Ich habe noch viele weitere interessante Mannschaftsfotos gefunden, die ich hier in der STOFFKUNDE gar nicht alle präsentieren kann. Wenn ich in den kommenden Wochen etwas Zeit finde, werde ich auf trikotmagazin.de (Si apre in una nuova finestra) daraus eine kleine Fotogalerie erstellen bzw. die Geschichte von hier dort fortschreiben.

Am kommenden Freitag beginnt die erste Runde im DFB-Pokal. Damit ihr am Pokalspieltag nicht umständlich am Fernseher die Ausrüster der 19 Amateurvereine ausfindig machen müsst, habe ich diese in einer Übersicht für euch zusammengestellt. 13 Ausrüsternamen stehen auf den Trikots, doch wie so oft sind im Hintergrund weitere Player mit involviert, die als Verbindungselemente zwischen den Vereinen und den Sportartikelherstellern mitwirken. Beim BFC Dynamo ist das zum Beispiel der Berliner Teamsporthändler Sport-Freak (Si apre in una nuova finestra). Bei der SG Sonnenhof Großaspach ist wie beim FC Homburg mit 11teamsports (Si apre in una nuova finestra) ein bekannter Ausrüstungspartner mit an Bord. Und beim Oberligisten ZFC Meuselwitz unterstützt die Firma Sport for Teams by Wosz Fan-Shop (Si apre in una nuova finestra) den Verein in Ausrüstungsfragen. Nach Auskunft vom Wosz Fan Shop hat der ehemalige Bundesligaspieler Darius Wosz mit dem Unternehmen nur insofern zu tun, als dass man als Hommage seinen Namen in die Firmierung mit integriert hat. Eine Beteiligung des Spielers an dem Händler existiert nicht.
Beim FK Pirmasens ist die Firma Supremo Shoes & Boots (Si apre in una nuova finestra) aus Pirmasens der Ausrüsterpartner des Vereins. Ich hatte für diese Ausgabe der STOFFKUNDE ein kurzes Interview bei Supremo Shoes & Boots angefragt, damit man mir die Zusammenarbeit mit Kappa etwas näher erläutert. Supremo Shoes & Boots ist ein Tochterunternehmen des Deichmann-Konzerns und hat in diesem Jahr die Lizenzrechte von Kappa Shoes (Si apre in una nuova finestra) von der Schmidt-Gruppe in Norderstedt übernommen, die 25 Jahre lang Kappa in Deutschland vertreten hat. Auch im Bereich Textilien.
Leider war ich mit meiner Anfrage an Supremo Shoes & Boots Ende letzter Woche etwas spät dran, so dass ich bis zum Redaktionsschluss leider keine Antwort mehr erhalten habe. Ich hoffe aber, euch die Antwort oder gar ein kurzes Interview in der kommenden Woche nachreichen zu können. Und vielleicht klärt sich dann auch, wer in Deutschland in Zukunft Kappa-Textilien vertreiben darf. Denn die Schmidt-Gruppe war als Lizenznehmer von Kappa in Deutschland viele Jahre auch als Ausrüster diverser Bundesligisten (Werder, BVB, Wolfsburg, Gladbach) sehr aktiv. Da der FK Pirmasens in Kappa-Trikots spielt, liegt es natürlich nahe, dass Supremo Shoes & Boots auch über eine Textil-Lizenz von Kappa verfügt.
Morgen, am 12. August, feiert mit Carsten Nielsen einer meiner Lieblingsspieler von Borussia Mönchengladbach seinen 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Carsten Nielsen absolvierte zwischen 1976 und 1981 147 Pflichtspiele für Borussia und erzielte dabei 32 Tore. Davon drei Doppelpacks. Zwei am vorletzten und letzten Spieltag der Saison 1977/78 beim 6:2-Auswärtssieg in Hamburg und bei 12:0 gegen den BVB. Und noch einen Dritten am 6. Spieltag der Saison 1979/80 beim 6:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg.
Während seiner Zeit in Gladbach wurde er 1977 Deutscher Meister und 1979 UEFA-Pokalsieger. In der Meistersaison, die seine erste in Gladbach war, kam er allerdings nur ein einziges Mal zum Einsatz und das auch nur für wenige Minuten. Beim UEFA-Pokalsieg gegen Roter Stern Belgrad stand er nur im Hinspiel in Belgrad auf dem Platz.
(Si apre in una nuova finestra)Das war es mit der STOFFKUNDE für heute. Wenn euch dieser Newsletter gefallen hat, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr ihn euren Freunden und Bekannten weiterleitet mit der Bitte sich ebenfalls dafür anzumelden. Mittlerweile hat die STOFFKUNDE über 100 Abonnenten und jede Woche kommen 10 bis 20 neue Subscriber hinzu. Ich freue mich sehr, dass ihr dabei seid und den Newsletter weiterempfehlt.
In der letzten Woche ist zudem mein dritter Unterstützer dazugekommen und es würde mich sehr freuen, wenn du vielleicht auch einer wirst. Für nur 5 Euro im Monat (= 60 Euro jährlich abgerechnet) sorgst du dafür, dass ich mein Contentangebot schneller und massiv ausbauen kann. Daher jetzt
Herzlichen Dank!