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Ein Puma an der Bremer Brücke

Es ist wieder Montag und nach zwei Wochen Renovierungspause ist die STOFFKUNDE, mein wöchentlicher Trikot-Newsletter, zurück. Diese Woche unter anderem mit Kulttrikots des VfL Osnabrück aus den 80er-Jahren und einem echten Puma im Stadion an der Bremer Brücke.

Hartwig Piepenbrock mit einem echten Puma an der Leine in der Halbzeitpause des DFB-Pokalspiels gegen Rot-Weiß Lüdenscheid.
Hartwig Piepenbrock, ehemaliger Präsident und Mäzen des VfL Osnabrück, lief am 26. August 1979 im Stadion an der Bremer Brücke mit einem echten Puma an der Leine auf den Platz. Dies geschah in der Halbzeitpause des DFB-Pokalspiels gegen Rot-Weiß Lüdenscheid. Er tat das aus Protest gegen ein verlorenes Gerichtsurteil gegen Adidas. Die ganzen Hintergründe dazu findet ihr in der Trikotgeschichte weiter unten. Foto: Imago/Rust

Wie in meiner letzten STOFFKUNDE vor der kurzen Pause angekündigt, ist der Name trikotmagazin.de (Si apre in una nuova finestra) aus dem Namen verschwunden. Alle neuen und alten Trikotgeschichten, Interviews und Hintergrundinformationen findet ihr in Zukunft nur noch hier im wöchentlichen Newsletter oder in meinen Büchern. Zu dem Thema Bücher kann ich euch mit großer Wahrscheinlichkeit nächste Woche schon ein paar Neuigkeiten verkünden. Zumindest ein Projekt ist bereits in trockenen Tüchern.

Dazu gleich noch mal die Erinnerung an alle von euch, die am kommenden Sonntag vielleicht zur Buchmesse nach Frankfurt fahren. Boris Möller und ich freuen uns, euch zwischen 11:30 und 12:30 Uhr zur Signierstunde am Stand unseres Verlags „Die Werkstatt“ in Halle 3/C1 zu sehen. Und wer von euch danach noch etwas länger Zeit hat, nach uns stellt um 14 Uhr Andi Möller seine Biografie „15 Sekunden Wembley“ vor.

Der leicht aktualisierte Nachdruck von Das Eintracht Frankfurt Trikot von 1899 bis heute“ beinhaltet eine neue Trikotgeschichte zur zurückliegenden Saison 2024/25 von Stephan Reich mit den Trikots der letzten Saison. Dazu die Kaderübersicht für diese Saison und als „Rausschmeißer“ am Ende das aktuelle Heimtrikot der laufenden Saison. Wer das Buch von euch noch nicht hat, kann es bei jedem stationären und Online-Buchhändler, beim Verlag oder im Eintracht-Fanshop bestellen. Es ist zudem Bestandteil meines neuen STOFFKUNDE-Ultra-Pakets, (Si apre in una nuova finestra) bei dem ihr nicht nur das Buch mit Widmung von mir erhaltet, sondern zusätzlich meine Arbeit hier finanziell unterstützt. Als Alternative steht euch in diesem neuen Unterstützer-Paket auch das Buch „Das Gladbach Trikot von 1900 bis heute“ zur Auswahl.

Noch ist die Umstellung nicht komplett abgeschlossen. Vor allem an meiner neuen Website www.stoffkunde.com (Si apre in una nuova finestra) muss ich noch kräftig arbeiten. Alle, die sich für diesen Newsletter interessieren, können sich dort jetzt direkt für die STOFFKUNDE anmelden, ohne den Umweg über meine Steady-Seite zu gehen. Die vergangenen Ausgaben werde ich dort ebenfalls noch zur Verfügung stellen. Aktuell kommt ihr jedoch bereits mit einem Klick von der Homepage auf die Seite mit allen bisherigen STOFFKUNDE-Ausgaben. Ich hoffe, dass diese Vereinfachung der Anmeldung zum Newsletter sich positiv auswirkt, und würde mich freuen, wenn ihr euren Trikot-Freunden davon erzählt. Denn jeder regelmäßige Abonnent hilft mir weiter.

In den kommenden Wochen werde ich hier einige Neuheiten einbauen, wie ein paar feste neue Rubriken. Eine davon ist meine Trikotkolumne „Kleiderkammer“ aus dem Zeitspiel-Magazin, die dort seit 2019 erscheint und bis Ende des letzten Jahres immer ein paar Trikotgeschichten von befreundeten Sammlern beinhaltet. Seit Anfang dieses Jahres habe ich meine Kolumne dort in „Mein Lieblingstrikot“ umgewidmet und stelle vor allem Ex-Profis in ihren Lieblingstrikots vor. Die neueste Ausgabe „Abstürze und Auferstehungen“ (Si apre in una nuova finestra) ist gerade erschienen. Darin spricht der ehemalige FC- und Eintracht-Keeper Markus Pröll (Si apre in una nuova finestra) über sein Lieblingstrikot aus seiner für ihn erfolgreichsten Saison 2006/07, in der er vom Kicker zum besten Keeper der Hinrunde gewählt wurde.

Das Zeitspiel-Magazin gibt es seit zehn Jahren und es wird von Hardy Grüne und Frank Willig herausgebracht und beschäftigt sich in jeder Ausgabe mit einem Schwerpunktthema. (Si apre in una nuova finestra) Das Zeitspiel-Magazin ist nur im Direktvertrieb oder im Abo erhältlich.

Weitere “Mein Lieblingstrikot”- Kolumnen sind in den Ausgaben 38 (Stefan Hampl - In den Farben Badens beim FC Bayern) und 39 (Martin Schneider - Alkoholfrei in Monaco) erschienen. Wenn ihr Kontakt zu Ex-Spielern habt, von denen ihr wisst, dass sie bei dieser Kolumne mitmachen würden, freue ich mich sehr über eure Vermittlung.

Hier in der STOFFKUNDE findet ihr heute zum ersten Mal frei zugänglich die zweite Trikotgeschichte aus dem Dezember 2019 über eines der kultigsten Trikots des VfL Osnabrück und die Geschichte dahinter.

Bis nächste Woche.
Herzlichst, Euer Steve

Trikotgeschichte

Ein Puma an der Bremer Brücke

VfL Osnabrück-Trikot aus der Saison 1985/86 (Si apre in una nuova finestra)
Trikot des VfL Osnabrück aus der Spielzeit 1985/86 mit Feistel Feuerwerk auf der Brust, die wie der Sponsor obb unten auf dem Foto, zum Firmenimperium von Hartwig Piepenbrock gehörte. Foto: Christian Papst

Der VfL Osnabrück gehört mit Platz elf* in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga zu den Urgesteinen im deutschen Profi-Fußball. Diesen Platz erspielten sich die Lila-Weißen vor allem durch ihre von 1974 bis 1993 fast durchgehende Präsenz in der Liga. Nur die Saison 1984/85 verbrachte der VfL in der drittklassigen Oberliga Nord.

Die frühen 1980er-Jahre waren auch in Bezug auf die Spielkleidung eine spannende Zeit beim VfL Osnabrück. Der Trikotsammler Christian Pabst von brueckenstoff.de (Si apre in una nuova finestra) hatte für die Trikotkolumne im Zeitspiel-Magazin sein Trikotarchiv geöffnet.

Trikot des VfL Osnabrück aus der Saison 1982/83 mit dem Trikotsponsor obb Contract-Bau-Brink. Foto: Christian Papst

In der Saison 1978/79 war der VfL sportlich aus der 2. Bundesliga Nord abgestiegen. Damit lief auch der Ausrüstervertrag mit Adidas aus, und der Verein band sich an dessen Herzogenauracher Rivalen Puma. Da der Abstieg durch den Lizenzentzug des FC St. Pauli schließlich doch noch abgewendet wurde, lief der Vertrag mit Adidas allerdings weiter und es kam zum Rechtsstreit, den der VfL verlor. Der Adidas-Vertreter hatte einen kompletten Trikotsatz im Kofferraum und übergab diesen dem Verein direkt nach dem Gerichtsurteil. Aus Protest lief der damalige Präsident und Mäzen des VfL, Hartwig Piepenbrock, in der Halbzeitpause des DFB-Pokal-Spiels gegen Rot-Weiß Lüdenscheid am 26. August 1979 mit einem echten Puma über den Platz des Stadions an der Bremer Brücke (siehe Bild oben!).

Erst 1981/82 durfte der VfL dann in Puma-Trikots auflaufen. Und setzte gleich ein optisches Ausrufezeichen, das unter Trikotfans und Sammlern bis heute nachhallt. Denn die knallig leuchtende lila-pinke Farbkombination sowie die auf den Ärmeln aufgeflockten Spielernummern waren Alleinstellungsmerkmale im in den 1980er-Jahren ziemlich standardisierten Trikotdesign der Profiklubs.

Sämtliche Trikotsponsoren des VfL Osnabrück zwischen 1975 und 1996 gehörten zur Unternehmensgruppe von Präsident und Mäzen Piepenbrock. Der Trikotsponsor „Feistel Feuerwerk“ war ein Pyrotechnik-Hersteller, und aufgrund der Kombination von Fußball und Pyrotechnik zählen die VfL-Trikots der Jahre 1985 bis 1988 heute zu den beliebtesten und gefragtesten in der Fanszene und wurden 2019 sogar als Retroversion neu aufgelegt. Das lila-pinke Trikotdesign trugen die Spieler des VfL in verschiedenen Varianten zwischen 1981 und 1988. Mitte des Jahrzehnts wurden sie sogar vom MTV Ingolstadt kopiert, der das gleiche Trikot-Template verwendete.

Trikotrückseite mit der großen Spielernummer auf den Ärmeln, durch welche die Trikots des VfL in Kombination mit den knalligen Farben zu den markantesten Trikots in der Geschichte der ersten und zweiten Bundesliga wurden. Foto: Christian Papst

*aktualisiert: 2019, als diese Geschichte erstmals im Zeitspiel-Magazin erschien, war der VfL Osnabrück noch 10. in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga.

Es war die zweite Trikotkolumne, die ich für Zeitspiel geschrieben habe. Die Erste war eine Adaption einer Trikotgeschichte aus dem Buch Bundesliga-Trikots über das gelbe Heimtrikot des VfB Stuttgart aus der Saison 1963/64, das ich ein anderes Mal hier vorstellen werde.

Links

Vielleicht hat Camp David (Si apre in una nuova finestra) auch für mich eine so schöne Schaufensterpuppe übrig, damit ich die in mein neues Arbeitszimmer stellen kann. Platz dafür habe ich jetzt.

(Si apre in una nuova finestra)

Wenn nicht schon Oktober wäre, könnte man meinen, wir steckten noch im Sommerloch. Aber das sind aktuell die Meldungen, die mir in den letzten zwei Wochen so reingespült wurden mit Google Alerts.

https://stories.hilton.com/emea/releases/stay-like-the-england-teams-in-the-ultimate-football-themed-hotel-suite (Si apre in una nuova finestra)

Gott sei Dank gab es auch noch richtige Nachrichten. So haben der FC Schalke 04 und Adidas/11 Teamsports rückwirkend zum 1. Juli 2025 den bis ursprünglich zum Juni 2027 laufenden Vertrag vorzeitig um vier Jahre bis zum 30. Juni 2031 verlängert. Zu verbesserten Konditionen natürlich. Wobei 2,5 Mio. Euro im Jahr, wie es im nachfolgenden Bericht steht, für einen Klub wie den FC Schalke 04 nicht gerade viel sind. Ich gehe aber mal davon aus, dass die neuen Konditionen leistungsorientiert vereinbart wurden und dass der Verein bei einer Rückkehr in die Bundesliga die doppelte Summe erhält. Zudem für die Fans wichtig: Trikots von der Stange sind vorbei. So soll es pro Saison drei individuell gestaltete Trikots geben. Na dann: Glück auf!

https://www.t-online.de/sport/fussball/2-bundesliga/id_100945738/schalke-04-mit-millionendeal-klub-verlaengert-ausruestervertrag-mit-adidas.html (Si apre in una nuova finestra)

Erst hatte Umbro, der neue Ausrüster von Eintracht Braunschweig, Lieferprobleme und es gab bei der Eintracht lange überhaupt keine Trikots im Fanshop zu kaufen. Und jetzt sind die Ausweichtrikots, die bei den Fans am besten ankamen, fast schon wieder ausverkauft. Erst im Dezember gibt es Nachschub in allen Größen.

https://www.eintracht.com/news/artikel/ausweichtrikot-nahezu-ausverkauft (Si apre in una nuova finestra)

Jako-Gründer Rudi Sprügel hatte mir im Interview für die Geschichte über Jako im Buch Das Eintracht-Frankfurt-Trikot“ erzählt, dass man in der alten EU, Benelux, Österreich und der Schweiz bereits sehr gut unterwegs sei. Jetzt kehrt Jako zur Saison 2026/27 nach 15 Jahren zum FC Winterthur zurück.

Viel neugieriger bin ich jedoch, ob die strategischen Überlegungen bei Jako hinsichtlich der Ausstattung eines Nationalteams bei der WM 2026 oder eines Teams in der Championship oder gar in der Premier League lediglich Überlegungen bleiben oder ob da bald Taten folgen werden.

https://www.jako.com/de-de/ueber-jako/newsblog/jako-wird-neuer-ausruester-des-fc-winterthur-3205/ (Si apre in una nuova finestra)

Münchner aufgepasst. Vom 15. bis 23. Oktober ist Classic Football Shirts mit einem Pop-up-Store in der FC-Bayern-Welt in der Weinstraße vertreten. Ich werde mir das auf alle Fälle mal anschauen und warte eigentlich darauf, dass CFS in München einen nicht nur monothematischen Pop-up-Store eröffnet. Aber vielleicht ist das ja ein erster Testballon.

(Si apre in una nuova finestra)
Foto: Classic Football Shirts
Decathlon

Zum Schluss noch eine Story, die eigentlich schon im letzten Newsletter hätte erscheinen sollen, aber dann durch einen Benutzerfehler von mir nur im Post auf der Steady-Post erschienen ist. Deshalb hole ich diesen Post hier noch mal nach, auch auf die Gefahr hin, dass der eine oder andere von euch ihn schon gelesen hat.

Ich freue mich über jeden von euch, der aktiv an der Gestaltung der STOFFKUNDE mitwirkt und sich mit einbringt. Denn ich bin nicht allwissend und bin daher dankbar für Hinweise, wie die von Daniel Haas, den ich euch schon bei der LeCoq-Sportif-Geschichte kurz vorgestellt habe.

Mit Bezug auf meine Wette, dass Decathlon in den kommenden fünf Jahren Ausrüster bei einem deutschen Profiverein wird, hat Daniel mir Infos geschickt zu Ausrüster-Partnerschaften der Franzosen bei anderen Klubs in Europa. Mit der Teamsport-Eigenmarke Kipsta war Decathlon bereits von 2001 bis 2006 Ausrüster des OSC Lille. Was dem Bericht der Website „Le Petit Lillois“ nach daran lag, dass es sich hier vor allem um ein lokales Engagement handelte. Denn der Hauptsitz der Decathlon-Zentrale war nur einen kurzen Fußweg vom Stadion des OSC entfernt. Auch den KV Oostende aus Belgien hat Kipsta ausgestattet.

Und wahrscheinlich finden sich noch viele weitere Beispiele, die belegen werden, dass meine Chancen, die Wette zu gewinnen, nicht so schlecht sind. Alles nur eine Frage der Zeit, bis Kipsta auch auf dem Trikot eines deutschen Vereins aus einer der ersten drei Ligen stehen wird.

https://lepetitlillois.com/2020/04/09/les-droles-dhistoires-des-maillots-du-losc/ (Si apre in una nuova finestra)

Das war es für diese erste Woche nach der Rückkehr. In den kommenden Wochen kommen wie angekündigt weitere Rubriken, Geschichten und Interviews hinzu. Der Newsletter wird weiter wachsen. Versprochen!

Wie immer würde ich mich sehr freuen, wenn ihr die STOFFKUNDE weiterempfehlt und eure Trikotfreunde bittet, sie ebenfalls zu abonnieren.

Vielen Dank

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