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Biologie statt Selbstvorwurf: Das ADHS-Profil verstehen

Die Grafik zeigt die verschiedenen Gehirnareale im Kontext von ADHS

In der pädagogischen Alltagsbegleitung und im Coaching begegne ich oft Menschen, die unter einem enormen Berg an Selbstentwertung leiden. „Ich müsste mich doch nur mehr anstrengen“ oder „Warum kriegen andere ihren Alltag hin und ich nicht?“ sind Sätze, die tief sitzende Scham widerspiegeln. Doch wer ADHS verstehen will, muss die Perspektive wechseln: Weg vom moralischen Urteil, hin zur Neurobiologie. Mit meinem Tool „Mein biologisches Profil – Der Bio-Check“ schlagen wir genau diese Brücke zwischen medizinischer Diagnose und praktischem Alltagsmanagement.

Die Hardware verstehen: Wenn das Chef-Sekretariat streikt

Um ADHS greifbar zu machen, nutze ich in meinen Materialien oft das Bild des „Chef-Sekretariats“ für den Präfrontalen Kortex (PFC). Hier werden Prioritäten gesetzt, Impulse gehemmt und Handlungen geplant. Bei ADHS herrscht in diesem Bereich oft „zu wenig Strom“ (Dopamin- und Noradrenalinmangel). Das hat nichts mit mangelndem Willen zu tun, sondern mit einer neurobiologischen Unterversorgung. Wenn die Hardware nicht genug Energie hat, kann die beste Software (Planungsstrategien) nicht laufen.

Der Thalamus: Wenn der Türsteher Pause macht

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Thalamus, den wir als „Türsteher des Bewusstseins“ bezeichnen können. Er filtert normalerweise aus der Flut an Sinnesreizen jene heraus, die für uns im Moment relevant sind. Bei neurodivergenten Menschen gleicht dieser Filter oft einem „offenen Scheunentor“. Jedes Geräusch, jedes visuelle Detail und jede fremde Stimmung strömt ungefiltert ein. Die Folge ist eine rasche Reizüberflutung, die sich körperlich durch flache Atmung, Gereiztheit oder sogar Ohrenpfeifen bemerkbar machen kann.

Die Strategie-Brücke: Vom Wissen zum Handeln

Wenn wir verstehen, dass unser Belohnungssystem primär auf NEU und SPANNEND reagiert, können wir aufhören, gegen unsere Biologie zu kämpfen. Wir fangen an, sie zu managen. Ein Kernaspekt meines Materials ist der „Strategie-Transfer“. Wir überlegen gemeinsam: Welche langweilige Aufgabe braucht eine künstliche Dopamin-Brücke? Das kann Body-Doubling sein, der Einsatz von Musik oder die Einbeziehung phytotherapeutischer Anker, um das Nervensystem sanft zu regulieren.

Wichtige Hinweise zur Nutzung

Dieses Material ist das Ergebnis meiner fachlichen Arbeit und soll euch in eurer persönlichen Entwicklung oder in der Arbeit mit Klient:innen unterstützen.

Urheberrechtshinweis: Das bereitgestellte Material darf gerne im Rahmen von Einzel-Coachings oder für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung, der Weiterverkauf oder die Verwendung in eigenen kostenpflichtigen Fortbildungen ohne Rücksprache ist jedoch ausdrücklich untersagt und unterliegt dem Urheberrecht.

Exklusiv für meine Unterstützer:innen:

Unten findet ihr die „Keep the Energie“ als Vorlage. Das Paket enthält ein liebevoll gestaltetes Beispielmenü zur Inspiration sowie eine leere Vorlage, damit ihr eure ganz persönlichen Motivations-Gerichte zusammenstellen könnt.

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