
Liebe Leser*innen,
es ist fünf vor zwölf, allerdings nur sprichwörtlich. Wenn dieser Newsletter in Ihrem Postfach ankommt, ist es nämlich ziemlich genau sechzig vor zwölf. Das heißt, Sie haben noch eine gute Stunde die Gelegenheit, bares Geld zu sparen:
(Si apre in una nuova finestra)Die neue Ausgabe gibt es ab Samstag an jeder Raststätte, jetzt schon im Onlineshop (Print (Si apre in una nuova finestra) oder PDF (Si apre in una nuova finestra) oder in der App (Si apre in una nuova finestra)) – oder am besten: im Abo! (Si apre in una nuova finestra)
(Si apre in una nuova finestra)Die TITANIC-Redaktion garantiert, dass die von Ihnen bestellten Hefte nicht auf einem Tanker in der Straße von Hormus versauern: Seit der Blockade des Seewegs haben wir vollständig auf Luftpost umgestellt. Und dank der Bundesregierung können hoffentlich bald wieder alle, die Lust haben, durch den Golf von Oman schippern. So will Deutschland in der Straße von Hormus helfen:

Katherina Reiche entscheidet täglich um zwölf Uhr mittags, welche Schiffe durchfahren dürfen
Finanzbeamte dürfen an Bord von Minensuchbooten ihre jahrelang trainierten Minesweeper-Skills endlich einmal in der Realität unter Beweis stellen
Ein rechtsradikaler Millionär finanziert eine private Wasserschutzpolizei
Deutsche Autofahrer beseitigen etwaige Blockaden durch wütende Kommentare im Internet
Schwäbische Großmütter
schenkenverkaufen den Mullahs ihre besten Hormus-RezepteAn der äußersten Spitze des Oman wird eine Loreley-Statue errichtet
Die Tank & Rast baut am Ufer zahlreiche Raststätten mit Sanifair-Toiletten und Travelpussy-Verkauf
Die Bundesregierung übernimmt diese undankbare Aufgabe. Derweil interessieren sich die Oppositionsparteien lediglich für die eigene Personalpolitik:

Donald Trump hat sich im Wahlkampf bereits vor so vielen Bratwurstbuden ablichten lassen, dass ihm der Posten sicher ist. Wenn auch Sie sich volksnäher geben wollen, können unsere Powersätze für den Grillsaison-Start helfen:

»Nicht mit Bier ablöschen! Immer Aperol Spritz nehmen.«
»Sorry, aber ohne Hela-Gewürzketchup kriege ich dieses Kobe-Steak nicht runter.«
»Ach, das sind gar keine Käsekrainer? Dann sind die Würstchen wohl abgelaufen.«
»Keine Grillanzünder? Nicht schlimm, ich habe das neue Buch von Sophie Passmann dabei.«
»He! Ich wollte einen Lesekreis machen statt des doofen Grillabends und nicht das gute Buch verfeuern. Ihr Krétins!«
»Ich hatte doch gesagt: Ich rolle den Elektrogrill in den Park, du bringst 850 Meter Verlängerungskabel.«
»Entschuldigung, aber ich habe kein Schild ›Nutzung von Einweggrills in Linienbussen verboten‹ gesehen.«
»Nicht pusten, du musst ansaugen!«
Wer schon mal auf ein Stück glühende Kohle gebissen hat, weiß, dass der Grillabend schneller beim Zahnarzt endet, als es einem lieb ist. Dort aber lauern weitere Gefahren:

(Si apre in una nuova finestra)Viele Menschen werden Ärztinnen oder Ärzte, obwohl sie in den wichtigen Fächern Biologie, Latein und unleserliche Handschrift nur auf »befriedigend« standen. Diesem Phänomen widmet sich Torsten Gaitzsch:

Heute: Ein Nobelpreis ist nicht alles
Neulich habe ich den Marlon-Brando-Klassiker »Die Faust im Nacken« von 1954 gesehen, und darin nennt eine Figur eine andere »Einstein«, um zu verdeutlichen, dass diese schwer von Begriff ist. Mir war nicht klar, dass der Name des Superhirns Albert Einstein († 1955) bereits zu dessen Lebzeiten als Synonym für das Gegenteil eines Superhirns benutzt wurde! Hat Einstein das mitbekommen? Hat er womöglich selbst manchmal Leute, die er für geistig wenig rege hielt, als »Einstein« beschimpft? Entglitten ihm Ausrufe wie: »Yeah, great idea, ME!«?
Auffallend ist, dass ironische Titulierungen nur in eine Richtung funktionieren. Wenn eine angeschickerte Partybesucherin schief trällert, kann man rufen: »Okay, das reicht, Ariana Grande!«, und alle wissen, was gemeint ist. Tischt ein notorischer Küchentölpel ein ungenießbares Mahl auf, bietet sich ein Kommentar an wie: »Da hast du dich ja mal wieder selbst übertroffen, Monsieur Bocuse!« Aber nie würde man beispielsweise mit der Phrase »Gerne wieder, Dieter Bohlen!« auszudrücken versuchen, dass man es mit einer sympathischen Person zu tun hat. Reizvoll wäre es, mit Prominamen extrem ambige, verwirrende Aussagen zu tätigen. »Das ist ein richtiger Michael Jackson, sag ich euch!« – das kann alles Mögliche bedeuten: Ist der Genannte ein begnadeter Tänzer oder belästigt er Kinder?
Es könnte auch eine Lehrerin einem Schüler beim Elterngespräch attestieren, dass er »in Englisch und Französisch ein kleiner Einstein« sei, darauf Bezug nehmend, dass Einstein als Gymnasiast nicht in allen Fächern ein Primus war und vor allem mit Fremdsprachen bisweilen Probleme gehabt haben soll. Überlieferte Fakten wie dieser dienen dazu, uns Normalsterbliche vor Minderwertigkeitsgefühlen und übermäßiger Idolisierung von Genies zu bewahren. Der Spiegel vermeldete neulich, dass die deutsche Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard »in Bio nur eine Zwei« hatte. Da fühlt man sich doch gleich besser! Marlon Brando wiederum wurde laut Wikipedia »als introvertierter, unangepasster, schlechter Schüler beschrieben, der jeglicher Autorität mit übermäßiger Aggression begegnete«. Er wusste späterhin also sehr wohl, was er tat.
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
Sticker gegen VW-Scham!
(Si apre in una nuova finestra)Mit diesem hochwertigen transparenten Sticker setzen Sie ein Statement auf Ihrem geliebten Volkswagen und machen klar, dass Sie Ihr treues Gefährt schon besessen haben, bevor Hitler mit einem Waschbecken die Chefetage von VW erstürmte.
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