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Warum ich Minimalistin wurde

Es war 2015 im Sommerurlaub in Bayern. Meine Website sollte mitten in dieser Zeit auf eine neue Domain umgestellt werden. Mein Webtechniker hatte mir versichert, dass das überhaupt kein Problem sei. Dass es wichtig ist, dafür zu sorgen, dass jede einzelne URL sauber weitergeleitet wird, hatte er nicht bedacht.

Als ich also am Stichtag auf meine Zahlen schaute, merkte ich sofort: Da stimmt was nicht. Das läuft nicht sauber.

Meine beiden Websites waren das Rückgrat meines Unternehmens. Mit diesen verdiente ich viel Geld, weil es um Themen wie Karriere und Bewerbung ging. Evergreen-Themen, zu denen ich mir über die Jahre einen Expertenstatus erarbeitet hatte. Unternehmen buchten Banner für ihre Bewerberansprache, und das im Personalmarketing-Umfeld höchst lukrativ.

Das hatte ich durch meine Naivität jetzt ordentlich zerstört: Ich verlor jeden Tag Geld und musste einiges ausgeben, um den Schaden zu reparieren. Ich schlief schlecht und mein Stresspegel war die ganze Zeit hoch.

Um mir selbst wieder das Gefühl zu geben, selbst am Schalthebel zu sitzen, ordnete ich mein Leben:

  • Ich begann, mein Büro aufzuräumen und immer mehr Gegenstände wegzugeben, zu verkaufen und wegzuschmeißen. Dafür gab ich mir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit. Noch bevor ich mit der Arbeit anfing.

  • Das gleiche machte ich im Digitalen: Ich sortierte meine Dateien, Ordner, Programme. Auch das 30 Minuten, vor der Arbeit.

  • Dann wechselte ich vom Büro ins Private und sortierte auch hier radikal aus.

  • Gleichzeitig guckte ich YouTube-Videos rund um das Thema Minimalismus und folgte einigen Menschen. Ich lernte Konzepte wie “Projekt 333” kennen, die “30-Tage-Minimalismus-Challenge" und natürlich Marie Kondo. Ihre Frage “Does this spark joy?” begleitet mich seitdem durchs Leben.

  • Natürlich kenne ich auch “The Minimalists”, Leo Babauta und viele andere – auch die Extrem-Minimalisten, die mit ungefähr 50 Dingen auskommen.  

Mir war klar, dass es mir nicht darum geht, nur mit extrem wenigen Dinge auszukommen, denn ich lebe ja nicht allein. Ich habe 2 Kinder und einen Partner, die nicht unbedingt minimalistisch sind.

Was mir beim Aussortieren wichtig ist

Ich will nicht einfach wegschmeißen. In der Regel versuche ich zu unterscheiden, ob ich etwas noch verkaufen kann, verschenken, tauschen oder am Ende auch wegschmeißen kann.

Mir hat das irre geholfen, als es ab zirka 2016 auch darum ging, mein Elternhaus auszuräumen. Meine Eltern haben damals noch darin gelebt, es aber zugelassen, dass ich bei jedem Besuch mit einem mit Kisten vollgeladenen Auto weggefahren bin. Die Sachen habe ich dann verschenkt, verkauft oder auch weggeschmissen. Oft hat es auch funktioniert, Dinge einfach in einer Kiste vor die Haustür zu stellen. In einer Stadt wie Köln wird dann vieles mitgenommen.

2019 wurde es dann ernst, weil erst mein Vater starb und dann das Haus verkauft wurde.

Aus ihrer nächsten Wohnung musste meine Mutter dann 2023 ausziehen, und es hieß wieder: Ausräumen. Radikal ausmisten. Von 65 Quadratmeter auf 20 in einem Seniorenheim. Und dann leider 2025 der endgültige Abschied.

Meinen Kindern will ich so viel Dinge nicht zumuten.

Gleichzeitig merke ich, wie ich wieder mehr zulasse. Es darf wieder bunter werden und verspielter. Ich liebe es einfach, Dinge auf Flohmärkten oder im Gebraucht-Kaufhaus wie Emmaus zu entdecken. Ich nehme auch gern mal etwas von der Straße aus einer Verschenk-Kiste mit.

Dafür fliegt dann etwas anderes raus. Ich verschenke, nutze Kleinanzeigen oder mache Flohmarkt.

Vielleicht bin ich jetzt eine Maxi-Minimalistin.

Eigentlich gibt es das ja nicht. Oder vielleicht ab jetzt doch!

Wie geht es dir mit der Idee von Minimalismus?

Argomento Minimalismus

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