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WeinLetter #120: Das Luxemburg-Special, Teil 2: Vier Tipps für Grauburgunder und Crémant

Liebe Wein-Freund:in,

Du liest den WeinLetter #120. Heute gibt’s: Teil 2 des großen Luxemburg-Specials. Jetzt geht’s an die Weine und Schaumweine! In Teil 1 hatte ich über die Energie-und-Wein-Exkursion der WeinLetter-Brigade Süd-plus-Luxemburg geschrieben. Zu lesen gab es eine Analyse des Luxemburger Weinmarkts, nach dem Redaktionsbesuch in veritablen Weingütern wie Sunnen-Hoffmann oder Henri Ruppert. Jetzt gibt es die Luxemburg-Favoriten der Redaktion.

Ich hatte im ersten Teil fünf Erkenntnisse herausdestilliert, für was Luxemburgs Weinbranche aus meiner Sicht steht (Si apre in una nuova finestra). Es waren: 1. Crémant de Luxemburg. 2. Burgunder-Sorten. 3. Grauburgunder. 4. Ein Top-Preis-Genuss-Verhältnis und 5. Trockene, mineralische Weine mit ein bisserl Restzucker.

Was aber waren die Favoriten unserer Luxemburg-Tour? Ich darf es schon verraten: Es waren zwei der fünf Erkenntnisse: Crémant und Grauburgunder. Und hier sind die Testberichte von Franz Untersteller, Tom Eischen, Walter Steinmann und mir. +++ Viel Spaß beim Lesen! Und jetzt empfehlt (und shared) diesen WeinLetter bitte. Oder verschenkt den WeinLetter an Eure Besten!

Trinkt friedlich!

Euer Thilo

Zwei von sechs Crémants aus dem Sortiment der Domaine viticole Sunnen-Hoffmann: der Etoile Filante Millésimé und der Brut Nature FOTOS: THILO KNOTT

Diese Crémant-Sternschnuppe ist vom Feinsten

von Thilo Knott

Domaine viticole Sunnen-Hoffmann | Crémant Etoile Filante Millésimé | 21,95 Euro | www.sunnen-hoffmann.lu (Si apre in una nuova finestra)

Crémant de Luxemburg ist die Marke schlechthin für Luxemburger Weine und Schaumweine. Jedes Weingut hat ein Sortiment mit minimum drei Ausprägungen dieser Besonderheit. Besonders ist der Crémant de Luxemburg, weil es die erste Region außerhalb Frankreichs ist, die seit 1991 diese geschützte Herkunftsbezeichnung verwenden darf. Also Crémant de Luxemburg steht jetzt neben: Crémant d’Alsace, Crémant de Bourgogne, Crémant de Loire, Crémant de Bordeaux, Crémant du Jura, Crémant de Limoux aus dem Languedoc, Crémant de Die (Rhône/Drôme) und Crémant de Savoie.

Crémant-Winzerinnen und -Winzer müssen in Luxemburg fünf Regeln einhalten, um wirklich auch Crémant auf die Flasche schreiben zu können. 1. Es müssen ausschließlich Luxemburger Trauben verarbeitet sein. 2. Die Trauben müssen handverlesen sein. 3. Die Ganztraubenpressung ist vorgeschrieben, also das Auspressen kompletter, unzerkleinerter Weintrauben mitsamt des Stils. 4. Unabdingbar ist die Flaschengärung. 5. Während der Flaschengärung lagert der Schaumwein mindestens zwölf Monate auf der Hefe – wobei sie vor kurzem diesen Zeitraum von neun Monaten hochgesetzt haben. In Deutschland sind mindestens neun Monate gesetzlich vorgeschrieben.

„Crémant wächst“, sagt Henri Ruppert. Sein Weingut, die Domaine Henri Ruppert, macht mehr als 50.000 Flaschen Crémant pro Jahr. 40.000 vom Basis-Crémant „Esprit de Schengen“, 7.000 bis 8.000 vom „La Brute“ und 4.000 bis 5.000 vom Rosé. Was wachsen heißt, beziffert Henri Ruppert: „Wir haben 10 bis 15 Prozent Plus im Crémant-Segment.“

Der Crémant Etoile Filante Millésimé ist der Top-Crémant des Weinguts Sunnen-Hoffmann, das wir besuchten. Insgesamt hat das Bio-zertifizierte Weingut noch fünf weitere, trinkenswerte Crémants im Sortiment. Der Etoile Filante ist auch mein Top-Crémant auf dieser Luxemburg-Weinreise. Er wird in besonderen Ernten als Millésimé verarbeitet, also als Jahrgangssekt und nicht als Assemblage verschiedener Jahrgänge.

Der Etole Filante, also die „Sternschnuppe“, lag 36 Monate auf der Hefe, er hat 4 Gramm Restzucker, 12 Prozent Alkoholgehalt. Er wird hergestellt aus den Rebsorten Chardonnay, Weißburgunder, Pinot Noir und Grauburgunder. Er ist so filigran, so leise, wie es der Name suggeriert. Birne, Quitte, leichte Briochenoten, bisschen Nuss. Er ist sehr trinkanimierend, spannungsvoll und er hat Länge. Es ist Crémant vom Feinsten.

Dezente Frucht, dezente Restsüße: Grauburgunder ist eines der Markenzeichen der Domaine Henri Ruppert: Auf dem Foto zu sehen ist der Lagen-Pinot Gris “Felsberg”, hier verkostet wird der “Markusberg”

Dieser Grauburgunder sagt: Attacke!

von Tom Eischen

Domaine Henri Ruppert | Pinot Gris Schengen Markusberg 2024 | 20 Euro ab Hof | www.domaine-ruppert.lu (Si apre in una nuova finestra)

Im Glas zeigt sich der Pinot Gris „Markusberg“ der Domaine Henri Ruppert in einem zarten Blassgelb mit leicht grünlichen Reflexen. Schon optisch wirkt er noch sehr jung; leichte Schlieren deuten auf etwas Schmelz hin, ohne dass der Wein schwer erscheint. In der Nase bleibt er eher zurückhaltend und fein, mit dezenter Frucht und einer leicht grünlich-apfeligen Anmutung.

Am Gaumen setzt die Säure klar in der Attacke ein: ausgeprägt, aber nicht übertrieben. Eine dezente Restsüße rundet den Eindruck ab, ohne den Wein süß wirken zu lassen. Insgesamt feingliedrig und frisch, mit relativ langem Abgang und guter Spannung. Ein Pinot Gris, der jetzt schon animierend wirkt, aber noch jung ist und tendenziell weiteres Entwicklungspotenzial zeigt.

Zwei Grauburgunder der Domaine viticole Sunnen-Hoffmann: Der Lagenwein “Schwebsange Kolteschbierg und der “Insolite”

Dieser “Ungewöhnliche” ist außergewöhnlich!

von Franz Untersteller

Domaine viticole Sunnen-Hoffmann | Pinot Gris Insolite | 26,55 Euro | www.sunnen-hoffmann.lu (Si apre in una nuova finestra)

„Insolite“ übersetzt aus dem Französischen bedeutet: der „Ungewöhnliche.“ Ich denke es ist eine sehr passende Namenswahl für diesen außergewöhnlichen Grauburgunder aus Luxemburgs ältestem Bioweingut Sunnen-Hoffmann. Er zeigt sich mit einer feinen Mineralik, die sich gleichzeitig mit Aromen von Pfirsich, gelben Früchten und einer exotischen Note verbindet. Am Gaumen ist der „Insolite“ wunderbar vollmundig und zugleich aber sehr frisch – sprich: ein sehr schön ausbalancierter Grauburgunder.

Die dafür verwendeten Reben werden von Hand gelesen, die Gärung läuft mit wilden Hefen. Natur pur, verfeinert mit langjähriger Erfahrung. Der Insolite 2022 zeigt sich jetzt bereits sehr trinkfreudig, hat aber durchaus Potenzial für weitere vier bis fünf Jahre im Keller. Von den drei gekauften Flaschen gibt’s nur noch zwei. Die dritte wurde bereits bei einer Trinktemperatur von 10° C auf der Terrasse genossen. Gepasst hätte sie aber auch zu einem schönen Fischgericht.

Dieser Grauburgunder ist rund und frisch!

von Walter Steinmann

Domaine viticole Sunnen-Hoffmann | Pinot Gris Schwebsange Kolteschbierg 2024 | 13,45 Euro ab Hof | www.sunnen-hoffmann.lu (Si apre in una nuova finestra)

Seit Jahren schwärmt Tom Eischen, ehemaliger Luxemburger Commissaire de l‘Energie, von den Qualitäten der Luxemburger Weine. Um mich davon zu überzeugen, hat er mir öfters zu Weihnachten ein „Probierpaket“ zukommen lassen. Beinahe immer befand sich in dieser Sendung auch eine Flasche der Domaine Sunnen-Hoffmann, einem der ältesten und führenden Bioweinbauern des Landes. 

Klar, dass wir bei unserer Redaktionssitzung in Luxemburg dieses Weingut kennenlernen wollten. Seit sechs Generationen ist diese Familie im Weinbau engagiert, wir wurden von Corinne Sunnen empfangen und konnten nach einer Führung verschiedenste hochwertige Produkte testen. Überzeugend waren für mich sämtliche Weine, speziell herausgestochen ist für mich der Pinot Gris der Lage Schwebsange Kolteschbierg.

Die Farbe ist ein helles Zitronengelb, in die Nase steigt ein leichter Duft von Holunderblüten. Er hat eine angenehme Säure und Frische, auf der Zunge entfaltet sich ein angenehmes Fruchtbouquet. Der Wein ist rund, hat keine Kanten und Ecken. Geschmacklich dominiert vorerst leicht die Limette, wird aber auch unterstützt von Pfirsich und Aprikose. Gesamthaft hat er eine angenehme Frische, im Abgang lassen sich auch einige angenehme Bitternoten ausmachen. 

Die Reben sind rund 20 Jahre alt, der Wein hat einen Alkoholgehalt von 12,27 Prozent. Er eignet sich speziell zu weißem Fleisch, aber auch zu Foie gras oder Spargel.

WeinLetter #119: Das Luxemburg-Special, Teil 1: Der Markt, die Weingüter, die Besonderheiten (Si apre in una nuova finestra)

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