Danke für eure Genesungswünsche! Ich bin auf der Zielgeraden der Besserung, mache bereits wieder kleine Waldspaziergänge. Da ich aber momentan zu einer Dauerbaustelle mit Tinnitus und weiteren Behandlungen mutiere, fehlen mir diese Woche Muse und Kraft, etwas Neues zu schreiben. Ihr habt sicherlich Verständnis.
Aber ihr müsst nicht leer ausgehen!
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Passend zum heutigen Tag habe ich ein Kapitel ausgewählt, in dem ich über unsere dunklen Seiten schreibe und darüber, wie wichtig es ist, uns ab und zu damit konfrontieren zu lassen. Leute, es ist Aschermittwoch, natürlich will ich diesen Tag nicht unerwähnt vorüberziehen lassen!
Ich weiß, ich weiß, das klingt nicht nach Spaß und Leichtigkeit. Nächste Woche komme ich dafür mit leichterer Kost zurück. Versprochen.
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So, aber jetzt gehts los:
(Abre numa nova janela)Das närrische Treiben ist vorbei. An diesem Mittwochmorgen stehe ich auf, tapse leise ins kalte Wohnzimmer und stelle fest, dass der Holzkorb leer ist. Schnell husche ich ins Freie zum Holzstapel. Der nächste Arbeitsschritt: im Kaminofen die alte Asche entfernen. Ich kehre mit dem Handbesen die Reste von gestern zusammen, dabei bleiben schwarze Partikel an meinen Fingern kleben. Da überkommt mich ein seltsamer Impuls, den ich noch nie zuvor verspürt habe. Ich male mir mit dem aschebedeckten Finger ein kleines Kreuz auf die Stirn. So machen das die frommen Katholiken doch an Aschermittwoch, oder? Ich bin weder Katholikin noch besonders fromm und hoffe nur, dass nicht ausgerechnet jetzt der Paketbote klingelt. Wie sollte ich ihm erklären, dass ich keiner durchgedrehten Sekte angehöre?
Mit diesem Buße- und Reinigungs-Symbol reihe ich mich ein in eine Tradition, die fast tausend Jahre alt ist. Die Asche-Striche auf meiner Stirn lassen mich eine Weile über das Wort „Buße nachdenken. Es klang schon während meiner Kindheit furchtbar alt und hatte den Beigeschmack von Selbstgeißelung und kalten Klosterböden. Aber wenn man die Bedeutung des Wortes nachschlägt, stößt man auf „Wiedergutmachung“ und „Umkehr“. Das resoniert sofort in mir. Damit assoziiere ich Heilung. Die ersten warmen Tage im Frühjahr. Das erleichternde Gefühl von Versöhnung. Eine neue Richtung einschlagen.