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Was, wenn Loyalität dich krank macht?

Welche Antwort schießt dir in den Kopf, wenn ich dich fragen würde, ob du loyal bist?

Was macht Loyalität für dich aus? Wo lebst du sie? Auf welche Weise lebst du sie?

Ganz ehrlich? Ich habe mir diese Fragen nie gestellt. Ich habe mich mit dem Thema “Loyalität” nie beschäftigt. Umso geschockter war ich, als ich feststellen musste, dass Loyalität einen gravierenden Haken hat, den ich so nie gesehen habe.

Aber lass uns zunächst mal definieren, was mit Loyalität im Allgemeinen gemeint ist, damit du verstehen kannst, in welchem täglichen Zwiespalt du steckst und warum dich Loyalität krank machen kann.

Was bedeutet Loyalität?

Loyalität (ˌlo̯ajaliˈtɛːt, von französisch loyautéAnständigkeit, Loyalität‘, dessen Wurzeln auf das lateinische Wort lexGesetz, Vorschrift, Gebot, Vertrag, Bedingung‘ zurückgehen, siehe auch legal „dem Gesetz entsprechend“) bezeichnet (in Abgrenzung zu Treue, Unterwerfung oder Gehorsam) die auf gemeinsamen moralischen Maximen basierende oder von einem Vernunftinteresse geleitete innere Verbundenheit und deren Ausdruck im Verhalten gegenüber einer Person, Gruppe oder Gemeinschaft. Loyalität bedeutet, im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles, die Werte (und Ideologie) des Anderen zu teilen und zu vertreten bzw. diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht vollumfänglich teilt, solange dies der Bewahrung des gemeinsam vertretenen höheren Zieles dient. Loyalität zeigt sich sowohl im Verhalten gegenüber demjenigen, dem man loyal verbunden ist, als auch Dritten gegenüber.

(Quelle: Wikipedia)

Schauen wir uns die etymologische Herleitung nochmal genau an:

loyal Adj. ‘Regierung, Gesetze, höhere Instanzen respektierend’, auch ‘Vereinbarungen haltend’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. frz. loyal, auch ‘den Gesetzen entsprechend’, über afrz. loial, leial auf lat. lēgālis ‘die Gesetze betreffend, den Gesetzen gemäß’ (zu lat. lēx, Genitiv lēgis ‘Gesetz’, s. legal (Abre numa nova janela)) zurückgehend. –Loyalität f., latinisierende Substantivbildung (19. Jh.) zu loyal; vgl. gleichbed. frz. loyauté.

(Quelle: DWDS)

Das bedeutet: Loyalität ist sprachlich und konzeptionell an Gesetz, Vertrag, Vorschrift gebunden.

Anders formuliert:

  • Wenn es einen Vertrag gibt (Arbeitsvertrag, Familienband, impliziten Gesellschaftsvertrag oder der Verbund im Team, zum Vorgesetzten), dann verlangt dieser Vertrag Loyalität

  • Loyalität ist keine wirkliche freie moralische Entscheidung – sie ist eine vertragliche Verpflichtung, die wir früh unbewusst lernen

  • "Anständigkeit" wird gleichgesetzt mit "Loyalität" → Wer nicht loyal ist, ist unanständig, verstößt gegen den Vertrag

Übersetzt heißt das:

Loyalität entsteht dort, wo Zugehörigkeit normativ geregelt wird – explizit oder implizit.

Denn:

  • Arbeitsvertrag → explizit

  • Familie → implizit, kulturell, moralisch

  • Gesellschaft → stillschweigend

  • Organisationen → über Rollen, Werte, Codes

Genau hier wird Loyalität internalisiert, nicht gewählt.

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Und es benötigt nur ein gemeinsames höheres Ziel, damit wir die Werte (und Ideologien) eines anderen Menschen, eines Unternehmens, eines Staates, einer Gruppe, etc. teilen und vertreten. Auch, wenn man diese nicht vollumfänglich teilt!

Irgendwie schon irre, wenn man bedenkt, dass allein diese Aussage schon aussagt, dass du etwas teilen oder vertreten sollst, was nicht deiner eigenen Ansicht entsprechen muss!

Loyalität wird als freie Entscheidung dargestellt, wirkt aber faktisch als normative Verpflichtung. Denn genau diese Täuschung macht sie so wirksam.

Wer einen Arbeitsvertrag unterschreibt, verpflichtet sich (implizit) zu Loyalität. Wer in einer Familie geboren wird, schuldet ihr (angeblich) Loyalität. (Wir können das auf Religion, Vereine, Staaten, etc. beliebig ausdehnen). Und wer diese Loyalität verweigert, gilt als unanständig, als Vertragsbrecher.

Nicht loyal zu sein wird moralisch als falsch bewertet, nicht sachlich geprüft!

Damit wird Loyalität:

  • immun gegen Kritik

  • entzogen aus dem Diskurs

  • verlagert ins Gewissen

Das ist uns nicht bewusst. Aber dieser Vertrag wirkt. Seit Generationen!

Loyalität und ihre massiven zerstörerischen Auswirkungen

Jeder weiß, dass es auch den Begriff “Loyalitätskonflikte” gibt, aber kaum jemand beschäftigt sich bewusst damit. Oder sind dir deine “Loyalitätskonflikte” bewusst? Und wenn ja, wie entscheidest du dich für oder gegen die ein oder andere Loyalität?

Ich muss gestehen, dass ich erst vor kurzem Loyalitätskonflikte bei mir entdecken musste, mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte. Sie sind durch meine sehr intensive Innenschau aufgetaucht und haben mich wirklich geschockt. Außerdem haben sie mir erklärt, warum ich immer wieder dieselben Konflikte im Job ausgetragen habe und vor allem, warum ich mehrfach psychisch krank wurde. Und ich dachte lange Zeit, ich hätte “nur” ein Burnout. Damit fing meine Suche ursprünglich an.

Es gibt vermutlich wesentlich mehr Auswirkungen. Ich nehme dich mit in die, von denen ich selbst betroffen war und in die ein oder andere typische Auswirkung, die ich in meinem Arbeitsleben beobachten konnte, ohne dass ich selbst diese Erfahrung gemacht habe, damit du für dich selbst entscheiden kannst, was dich selbst betrifft.

Denn in einem bin ich mir sicher. Es trifft uns alle und macht jeden von uns mittlerweile auf die ein oder andere Weise krank, weil aus meiner Sicht “Loyalität” in ihrer aktuellen Definition und Wirkweise ihre Zeit hinter sich hat.

Im zweiten Teil dieses Artikels erfährst du:

  • Wie falsche Loyalität in Peer-Gruppen, Ideologien und "Familien-Unternehmen" wirkt

  • Warum Unterwerfung und Anpassung deine Überlebensstrategie sind

  • Wie innere Spaltung zu chronischer Erschöpfung führt

  • Was Schuld- und Schambindung mit deiner Kindheit zu tun haben

  • Warum Loyalität zu dir selbst keine Untreue ist

Schauen wir uns nun die massiven Auswirkungen genauer an:

Tópico Bewusstsein & Wandel

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