Kurze Antwort: die Schneeeule Hedwig. Seit der Veröffentlichung der Harry-Potter-Bücher ist die Tierart auch unter Muggeln weltweit bekannt.
In freier Wildbahn haben Hedwigs reale Verwandte natürlich keine Namen und ihnen drohen auch keine Todesflüche oder Todesser. Dennoch sind die Greifvögel zunehmend bedroht – wie 39 weitere Tierarten, die von der UN-Konferenz zur Erhaltung wandernder Tierarten im Jahr 2026 unter Schutz gestellt wurden.

Es ist kalt, sehr kalt. Geduldig sitzt die Schneeeule (Bubo scandiacus) auf einem Baumstumpf und wartet. Wird ein Lemming unvorsichtig und wagt sich aus der Deckung, macht sich der Beutegreifer sogleich auf die Jagd.
Schneeeule auf Wanderschaft
Das Nahrungsspektrum von Schneeeulen ist recht vielfältig. Doch vor allem der Bestand der Lemminge entscheidet, wo die Greifvögel leben, brüten und jagen. Reicht die Beute nicht mehr aus, werden sie zu tierischen Grenzgängern und ziehen in nahrungsreichere Gefilde. Ihr Lebensraum erstreckt sich von der offenen, arktischen Tundra in Alaska (USA), Grönland oder Kanada bis ins nördliche Russland oder Skandinavien (Quelle: EGE – Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (Abre numa nova janela)).

Trotz des großen Verbreitungsgebiets nimmt die Zahl der Schneeeulen seit Jahren ab. Auf der Internationalen Roten Liste wird sie seit 2021 als „bedroht“ eingestuft (Quelle: IUCNredlist.org (Abre numa nova janela)). Gründe scheint es viele zu geben. Jungvögel verhungern, weil es nicht mehr genügend Beutetiere gibt, die durch den Klimawandel geringeren Schneefälle machen nicht nur den Lemmingen zu schaffen. Außerdem kommt es auf den nördlichen Transitstraßen immer wieder zu Unfällen mit LKWs, zu Unfällen mit Hochspannungsleitungen oder Störungen durch Schneemobile in der Brutzeit.
Wandernde Tiere auf der internationalen Agenda
Doch es gibt noch Hoffnung: Im Jahr 2026 wurde die Schneeeule auf der sogenannten CMS COP 15 erstmalig unter Schutz gestellt. Die internationale Konferenz fand vom 23. bis 29. März 2026 in Brasilien statt. Hinter der Abkürzung steckt ein etwas sperriger deutscher Begriff: die 15. UN-Konferenz zur Erhaltung wandernder Wildtierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (Abre numa nova janela), CMS).
Hintergrundinformationen zur CMS und den Anhängen findest du unter der Kategorie “Was war das nochmal?” und im entsprechenden Artikel (Abre numa nova janela).
Doch auf der CMS COP 15 ging es nicht nur um Schneeeulen, die nun im Anhang II aufgeführt werden. Weltweit begeben sich Tausende von Tierarten auf Wanderungen, bei fast 50 Prozent von ihnen gehen die Bestände zurück. Rund 1.200 Arten wurden bereits in den Schutzkatalog der Konvention zum internationalen Artenschutz aufgenommen, in diesem Jahr kamen folgende 40 (Sub)Spezies hinzu (Quelle: www.cms.int (Abre numa nova janela)):