Liebe BOMLs,
in den letzten Tagen wurde mir im Alltag wieder klar, wie entspannt das Leben sein kann, wenn man nicht von Rätseln aufgehalten wird.
Ich war im Kino. Früher wäre das keine Besonderheit gewesen. Während des Studiums war ich immer jeden Mittwoch um 14 Uhr im Kino, weil es da billiger war. Dann kam ich ins Arbeitsleben, und obwohl ich in Offenbach direkt um die Ecke vom Cinemaxx gewohnt habe, bin ich nur noch selten ins Kino gegangen. Bei größer werdenden TVs und der Möglichkeit, Filme daheim in der originalen Tonspur zu schauen (von diesen Plapperleuten im Kino ganz zu schweigen), wurde Kino zunehmend unattraktiver.
Und dann war ja diese Pandemie.
Kurz vorher - Ende 2019 - war ich das letzte Mal im Kino. “The Rise of Skywalker”. Eine angemessene Wahl, wenn man sich die Lust aufs Kino verderben will, was bei mir bis August 2025 angehalten hat. Aber nun, vor ein paar Tagen, ergab es sich, dass meine Frau und ich spontan in “Jurassic World: Rebirth” gegangen sind. Weil sie keine Lust auf “Nackte Kanone” hatte, aber eine gute Ehe muss das aushalten.
Nun war in meinem Kopf ein Kinobesuch noch immer: okay, ich kann die Tickets online bestellen, aber ich muss 30 Minuten vorher da sein, um sie mir tatsächlich abzuholen. Und am besten schlage ich noch etwas Puffer drauf, falls ich was von dem teuren Popcorn haben will, da ist die Schlange immer so lang.
Doch dann überraschte mich unser provinzielles Kino (Abre numa nova janela) mit Digitalisierung.
Ich kaufte das Ticket online. Es landete direkt in meinem Google Wallet als QR-Code. Mit dem konnte ich direkt - beep - durchgehen. Und ich konnte online schon Popcorn und Getränk bestellen? Okay, teste ich. Dann hatte ich eine Mail mit einem Link “Bestellung aktivieren”, den ich drückte, als ich das Kino betrat und - ZACK - waren Popcorn und Getränk da.
Vom Betreten des Kinos bis zum Hintern im Polster: drei Minuten vielleicht. Ich weiß, ich weiß, bei euch Großstadthipstern ist das schon seit 1994 so, aber für mich war das neu. Und weil ich keine Rätsel lösen musste, wie ich am schnellsten an Ticket und Getränk komme, war das eine sehr positive Erfahrung. (Hier noch meine Kurzkritik zu “Jurassic Park: Rebirth”: Es ist ein Film, er hat Dinos, 3,5/5.)
Ich war an der Nordsee.

Den Schlüssel für die Ferienwohnung haben wir über einen Schlüsseltresor erhalten.
Wäre das nicht das wahre Leben, sondern ein Adventure, hätte ich erst einen bissigen Hund ablenken müssen, um zum Tresor an der Außenwand zu gelangen, dann das rostige Schloss mit einem Werkzeug aufstemmen, das ich von der Fähre am benachbarten Hafen klaue, dann hätte ich die vierstellige Kombination durch langes Ausprobieren finden müssen oder dem neugierigen Nachbarn ein Fischbrötchen bauen müssen, damit er mir die Kombination verrät.
Im wahren Leben bekam ich eine Mail mit dem Code, konnte den Tresor öffnen und die Wohnung betreten.
Diesen Newsletter widme ich allen Devs, die in ihre Adventures einen “Skip”-Button bei irgendwelchen random Schieberätseln ergänzen.
Ihr versteht mich.
Und jetzt spiele ich “The Drifter” weiter.
Bis bald
Falko