(Abre numa nova janela)The AI Journalist ist zurück - mit neuem Fokus, neuem Konzept und deutlich mehr Nähe.
In den letzten Monaten ist klar geworden: Viele von euch wollen nicht nur lesen, sondern verstehen, ausprobieren und begleitet werden. Genau darauf antwortet der neue AI Journalist. Neben dem Newsletter wird es künftig Pakete geben, die stärker auf persönlichen Austausch, individuelle Betreuung und gemeinsames Lernen setzen.
Ab sofort erscheint dieser Newsletter wieder wöchentlich. Dich erwarten Einordnungen aktueller KI-Entwicklungen, konkrete Praxisbeispiele für Journalismus, Content und Wissensarbeit, sowie ehrliche Einschätzungen. Und das Wichtigste: Der Newsletter bleibt für alle kostenlos.
Was das konkret heißt, erfährst du in den kommenden Absätzen und in den nächsten Wochen.
Schön, dass du (wieder) hier bist.
Patrick

Die KI-Trends 2026
Frohes Neues Jahr! (Und ganz ehrlich: Wie lange darf man das eigentlich noch sagen - wir haben ja schon Februar?)
Für 2026 sehe ich fünf KI-Trends, die sich spürbar verstärken dürften - gerade für Journalismus und Medien.
1) KI-Agenten: von “Antworten” zu “Aufgaben erledigen”
Bislang nutzen viele KI wie eine bessere Such-/Schreibhilfe: Frage rein, Text raus. 2026 wird das Jahr, in dem KI zu “Agenten” wird - also Systeme, die nicht nur antworten, sondern mehrere Schritte am Stück ausführen können.
Was heißt das praktisch?
Stell dir vor: Du gibst ein Thema vor (“Was ist dran an dieser Aussage?”). Der Agent könnte dann automatisch:
relevante Quellen suchen,
eine kurze Zusammenfassung bauen,
offene Fragen markieren,
dir eine Checkliste für den Faktencheck ausgeben,
und am Ende einen ersten Entwurf strukturieren.
Warum 2026?
Weil immer mehr KI in echte Arbeitsumgebungen eingebaut wird (Docs, Mail, Datenbanken, CMS) - und damit der nächste logische Schritt nicht “noch ein besserer Text”, sondern “eine bessere Prozesskette” ist.
Mehr zu KI-Agenten, und wie du dieses selbst erstellt, erfährst du in meinen Workshop “KI-Agenten verstehen und selbst bauen” am 25.03.2026. Jetzt hier (Abre numa nova janela) anmelden.
2) KI-Antworten in der Suche: weniger Klicks auf News, mehr “Zero-Click”
Suchmaschinen liefern immer häufiger fertige KI-Zusammenfassungen direkt oben - und viele Nutzer:innen klicken danach gar nicht mehr auf die Originalseiten. Für News kann das bitter sein: weniger Reichweite, weniger Abos, weniger Werbeerlöse.
Woran merkt man das schon heute?
An der wachsenden Zahl sogenannter “Zero-Click”-Suchen: Du bekommst eine Antwort, ohne eine Website zu besuchen. Mit KI-Overviews wird dieser Effekt stärker, weil die Antwort ausführlicher wirkt als ein klassisches Snippet.
Warum 2026?
Weil diese KI-Overviews in den Mainstream rutschen und die Standard-Erwartung prägen: “Warum klicken, wenn die Antwort schon da ist?” Für Publisher bedeutet das: stärker auf Marke, direkte Zugriffe (Newsletter, Apps), exklusive Inhalte und neue Wege der Distribution setzen - statt sich nur auf Google-Traffic zu verlassen.
3) “Zeig mir die Quelle”: KI mit Belegen statt “klingt plausibel"
Ein zentraler Trend ist der Wechsel von “KI schreibt schön” zu “KI ist überprüfbar““ Heißt: Systeme, die nachschlagen, Quellen mitliefern oder zumindest klar sagen, was sie weiß vs. vermutet.
Warum ist das gerade im Journalismus so wichtig?
Weil Halluzinationen nicht nur nervig sind - sie sind teuer. Jede falsche Zahl, jedes erfundene Zitat kostet Zeit und Vertrauen. 2026 wird sich der Qualitätsanspruch stärker durchsetzen: Wenn KI etwas behauptet, muss sie zeigen können, worauf sie sich stützt.
Beispiel:
Statt “Schreib mir was über X” → “Schreib mir was über X und nenne die verwendeten Quellen / Zitate / Links”. Oder: KI bekommt deine eigenen Dokumente und darf nur daraus antworten.
4) Deepfakes & Herkunftsnachweise: Verifikation bekommt Standards
2026 wird die Frage “Ist das echt?” noch häufiger - nicht, weil alle plötzlich naiver werden, sondern weil KI-generierte Bilder, Stimmen und Videos immer überzeugender sind. Deshalb werden Herkunftsnachweise (Provenance) wichtiger: Woher kommt das Material, wurde es bearbeitet, womit, wann?
Wie kann das aussehen?
Ähnlich wie ein digitaler “Beipackzettel”: Metadaten, die (wenn sie vorhanden sind) helfen zu erkennen, ob ein Bild direkt aus einer Kamera kommt, ob es geschnitten wurde, oder ob es aus einem Generator stammt.
Warum 2026?
Weil synthetische Inhalte normal werden - und Redaktionen ohne standardisierte Prüfsignale im Zweifel alles manuell verifizieren müssten. Standards machen Verifikation nicht perfekt, aber effizienter.
5) KI-Regeln in Redaktionen: Governance wird Teil von Qualität
Viele Teams sind über die Experimentierphase hinaus. Wenn KI dauerhaft in der Produktion steckt, braucht es Regeln, die nicht nur “Compliance” sind, sondern echte Qualitätssicherung: Was darf KI übernehmen - und wo braucht es zwingend einen Menschen?
Typische Redaktionsregeln, die 2026 wichtiger werden:
KI darf strukturieren, zusammenfassen, Varianten schreiben, aber:
Keine Faktenbehauptung ohne Quelle,
keine Zitate ohne Original,
klare Kennzeichnung, wenn KI bei Bild/Audio/Video mitgearbeitet hat,
Checklisten, wann ein Faktencheck zwingend ist.
Warum 2026?
Weil KI nicht mehr “Tool für Einzelne” ist, sondern Teil des Systems. Ohne Leitplanken entsteht Wildwuchs - und der kostet am Ende Zeit, Reputation und Nerven.
25.02.2026, 18–20 Uhr
ChatGPT, Gemini, Claude: Welches KI-Tool für was?
Für fast jede Aufgabe gibt es inzwischen ein eigenes KI-Tool - doch welches passt wirklich? Dieser Workshop hilft dir, KI-Tools nicht nach Hype, sondern nach Aufgaben zu bewerten. Du lernst, warum Tools unterschiedlich arbeiten, wie du sie sinnvoll auswählst und wie du auch neue KI-Angebote künftig sicher einordnest. Ziel ist eine eigene, nachhaltige Tool-Logik statt ständiges Tool-Hopping.
25.03.2026, 18–20 Uhr
KI-Agenten verstehen und selbst bauen
KI-Agenten sind kleine, spezialisierte Bots für wiederkehrende Aufgaben. In diesem Workshop lernst du, was hinter GPTs, Agents, Gems & Co. steckt - und baust Schritt für Schritt einen eigenen Agenten für deinen Arbeitsalltag. Ganz ohne Programmieren, mit Fokus auf Praxis, Qualität und sinnvolle Entlastung.
Preis: 79€ pro Workshop · Plus: 20 % Rabatt · Ultra: kostenlos

Wie Halluzinationen entstehen - und wie wir sie vermeiden
Bevor wir über Gegenmaßnahmen sprechen, einmal kurz zur Lage: Halluzinationen sind 2026 weiterhin ein reales Problem - besonders, wenn KI mit Nachrichten, Zahlen, Zitaten oder Quellen arbeiten soll.
Ein guter, aktueller Reality-Check kommt aus einer großen Medien-Auswertung:
In einer BBC-Studie (Februar 2025) hatten 51% der Antworten von KI-Assistenten zu News-Fragen “signifikante Probleme”. Außerdem enthielt rund ein Fünftel klare faktische Fehler. (Zusätzlich: Ein Teil der Zitate war verändert oder nicht im verlinkten Artikel zu finden.)
In einer internationalen Folgestudie, koordiniert von der European Broadcasting Union (EBU) und geleitet von der BBC (Oktober 2025), hatten 45% der Antworten mindestens ein signifikantes Problem. 20% enthielten “major accuracy issues” (u. a. halluzinierte Details und veraltete Informationen).
Spannend ist der Vergleich der Studien, zwischen denen acht Monate liegen: Der Anteil von Antworten mit signifikanten Problemen verbesserte sich von 51% auf 37% - aber: selbst nach Verbesserungen ist das Niveau für News-Fragen immer noch hoch.
Kurz: Es wird besser, aber nicht zuverlässig genug, um ohne Absicherung zu arbeiten.
Die 4 Kategorien von Halluzinationen
1) Datenlücken: Die KI kennt es nicht - und erfindet etwas Plausibles
Wenn eine Information nicht (oder kaum) in den Trainingsdaten vorkam, “rät” die KI häufig, statt zu sagen: “weiß ich nicht”. Das Ergebnis klingt dann oft sehr professionell - ist aber ausgedacht.
Typische Fälle im Alltag:
sehr spezielle Zahlen/Details (“Wie hoch war die Summe X im Projekt Y?”)
Nischen-Themen, lokale Ereignisse, interne Abläufe
genaue Zitate oder sehr konkrete Behauptungen ohne klare Quelle
Woran du es merkst: Viel Selbstbewusstsein, wenig belastbare Belege.
2) Veraltete Trainingsdaten: Die KI hat ein Ablaufdatum
Jedes Modell wurde nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt trainiert. Alles danach ist Nebel - trotzdem formuliert die KI oft so, als wüsste sie es sicher.
Ein Beispiel aus meinen Redaktionsalltag:
Wenn ich eine Meldung prüfen lasse, macht die KI aus “Präsident Donald Trump” gern “Ex-Präsident Donald Trump”, weil sie nur bis vor der Vereidigung trainiert wurde. Das wirkt wie “Korrektur”, ist aber schlicht ein Zeitstempel-Fehler.
Warum gefährlich?
Weil es sich wie ein sinnvoller Fakt-Check anfühlt - und dann unbemerkt in die Veröffentlichung rutschen kann.
3) Falsche Zuordnung bei Online-Suche: Die KI verwechselt Quellen
Sobald KI “nachschaut” (Internetsuche), passiert eine andere Sorte Fehler: Sie findet zwar Material, ordnet es aber falsch zu.
Beispiel: Du fragst nach Quelle A - und die KI nennt Quelle B, weil:
dein Quellname irgendwo am Rand vorkommt,
der Text thematisch ähnlich ist,
oder sie Aussagen aus mehreren Treffern zusammenmixt.
Genau solche Probleme tauchen in der EBU/BBC-Auswertung massiv auf: 31% der Antworten hatten “serious sourcing problems” (fehlende, irreführende oder falsche Attribution).
Merksatz: “Die KI gibt dir Links” ist nicht dasselbe wie “die KI hat korrekt belegt”.
4) Falsche Infos im Internet: KI kann sauber arbeiten - und trotzdem falsch liegen
Manchmal macht die KI formal alles richtig: Sie sucht, fasst zusammen, zitiert - aber die Datenlage ist vermüllt oder manipuliert (SEO-Spam, Propaganda, Fake-”Studien”).
Das ist besonders tückisch, weil “viele Treffer” wie Bestätigung wirken, obwohl es nur dieselbe Falschinformation in zig Varianten ist.
Merksatz: Viele Fundstellen ≠ Wahrheit.
So vermeidest du Halluzinationen
1) Nimm das passende Tool - und wenn es wichtig ist: das aktuellste Modell
Für Ideen, Tonalität, Struktur: Halluzinationen sind weniger kritisch.
Für News, Fakten, Zitate, Zahlen: Tool-Wahl ist alles (und neuere Modelle sind im Schnitt robuster).
Mini-Regel: Je größer der mögliche Schaden, desto strenger dein Setup.
In meinem Workshop “ChatGPT, Gemini, Claude: Welches KI-Tool für was?” am 25.02.2026 erfährst du, welches Tool du für welche Aufgabe nutzen solltest. Jetzt hier (Abre numa nova janela) anmelden.
2) Grounding: Gib der KI etwas, woran sie sich festhalten MUSS
Statt “aus den Trainigsdaten” soll die KI auf konkrete Quellen gestützt arbeiten:
Online-Suche aktivieren, wenn Aktualität zählt
Dokumente hochladen (PDF, Pressemeldung, Protokoll, Datentabelle)
Quellenregeln setzen: “Nutze nur diese Dokumente/Links. Wenn es nicht drinsteht: sag das.”
Ein sehr alltagstauglicher Prompt:
“Wenn du keine belastbare Quelle hast, schreibe explizit: ‘Dazu finde ich keinen Nachweis.’ Erfinde keine Zahlen, Zitate oder Links.”
Das reduziert besonders Typ 1 und 2 - und macht Typ 3 schneller sichtbar.
3) Prompt Engineering: Sag der KI, wie sie sich verhalten soll
Du brauchst keinen “Zauberprompt”. Du brauchst klare Spielregeln:
“Markiere Annahmen als Annahmen.”
“Nenne Quellen so, dass ich sie prüfen kann (Link + Titel oder Dokumentseite/Abschnitt).”
“Wenn du unsicher bist: sag es.”
“Keine Zitate, die du nicht belegen kannst.”
Und ja: Wenn du Prompt Engineering systematisch lernen willst, bist du hier in Zukunft genau richtig - weil wir das im Newsletter Schritt für Schritt an echten Beispielen üben.
Wo Halluzinationen herkommen und wie du sie vermeidest, kannst du dir ausführlich anhören im “KI-Podcast” der ARD vom 11. November 2025. Hier (Abre numa nova janela) findest du die Folge auf Spotify.
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Für alle, die KI nicht nur konsumieren, sondern gemeinsam reflektieren und anwenden wollen.
Mehr zu The AI Journalist, zu Workshops, Formaten und den neuen Paketen mit persönlicher Begleitung findest du auf meiner Webseite. Dort sammle ich alles, was über den Newsletter hinausgeht - und was dir hilft, KI fundiert und praxisnah in deinen Arbeitsalltag zu integrieren.
Bis nächste Woche!