Saltar para o conteúdo principal

Sorge um das Selbstbewusstsein des Kindes

Aleya* schreibt mir: "Wir haben viel Montessori und Kohn gelesen und ziehen unsere Tochter ohne das bewertende "gut gemacht!"-Lob auf. Unsere Nichte hört aber oft, "gut gemacht". Unsere Tochter will in ihrer Gegenwart nicht mehr Laufrad fahren und singt leiser. Wir machen uns Sorgen um ihr Selbstbewusstsein."

Hier auf Steady beantworte ich einige eurer Fragen mit meinem Hintergrund eines Studiums der Neurowissenschaften und kognitiven Psychologie, einer Ausbildung zur Trageberaterin und Babykursleiterin, meinem gesammelten Wissen aus etwa 250 Büchern zum Thema Erziehung und meinen Erfahrungen, die ich in den letzten sieben Jahren als Mutter gesammelt habe. Ich bin keine Psychologin und kein Coach. Wenn euch eine Situation so sehr belastet, dass sie eure Gedanken den ganzen Tag über beeinflusst, möchte ich euch bitten, euch professionelle Hilfe zu suchen. Ich kann euch die innere Arbeit mit eurem Päckchen an Erfahrungen, Verletzungen und Traumata nicht abnehmen. Was ich aber versuchen kann, ist euch ein paar Gedanken und Impulse mitzugeben, die euch vielleicht helfen können, eure eigene Lösung zu finden. Und wenn ihr euch mit dem, was ich schreibe, überhaupt nicht identifizieren können solltet, dann ist auch das ein wichtiges Zeichen. Ich bin keine „Expertin“ und habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Was ich anbieten kann, ist eine (hoffentlich) empathische Antwort aus wissenschaftlichem und persönlichem Hintergrund.

Wer mir auch schreiben möchte, wendet sich bitte an anna.brachetti@posteo.de. Ich bearbeite dienstags und donnerstags eure Briefe. Schreibt bitte auch dazu, ob ich eure Nachricht und meine Antwort darauf anonymisiert (*Namen werden verändert) veröffentlichen kann.

Vielen Dank für das Vertrauen!

Bild: Chiara Doveri

Liebe Anna,

aus verschiedenen Gründen (dein Einfluss, Alfie Kohn, Montessori) haben wir als Eltern uns angewöhnt, nicht zu loben, sondern unserer Tochter (2 Jahre und 3 Monate) zu zeigen und ihr zu sagen, dass wir sie sehen. Soweit empfinden wir das auch total angenehm und unsere Tochter „verlangt“ auch kein Lob.

Unsere Nichte (5 Monate älter) wird viel „gelobt“, sodass „Super, (Name unserer Nichte)!“ schon ein fester Satz im Wortschatz unserer Tochter ist. Bisher war das auch in Ordnung für alle. In letzter Zeit jedoch merke ich jedoch, dass unsere Tochter wütend wird und Dinge, die sie nicht so „gut“/ schnell kann wie unsere Nichte nicht mehr machen möchte. Das ist z.B. Laufrad fahren, Lieder singen, schnell rennen. So möchte sie ihr Laufrad, wenn wir zu unserer Nichte fahren nicht mehr mitnehmen, fährt lieber im Kinderwagen mit, wenn wir gemeinsam spazieren gehen und ist eher leise, wenn wir singen. Im Großen und Ganzen lieben sich die beiden Mädchen sehr und freuen sich aufeinander und fragen nach der anderen. Sie spielen und streiten und tauschen ihre Schuhe, Hosen, Mützen etc., also soweit erst mal alles „normal“.

Dass unsere Tochter nicht so gerne in unserer Nichtes Anwesenheit läuft, Laufrad fährt oder singt, ist für uns grundsätzlich natürlich auch in Ordnung, nur fragen wir uns, ob sie bzw. ihr Selbstbewusstsein davon Schaden nimmt und wenn das so ist: Was können wir tun? Unsere Tochter fragt manchmal auf sich deutend: Auch super? Wir antworten bisher drauf, dass wir sie lieben und drücken sie.

Vielen lieben Dank, dass du Dir Zeit nimmst für die Kummerkastenfragen!

Liebe Grüße, Aleya*

Tópico Elternschaft

0 comentários

Gostaria de ser o primeiro a escrever um comentário?
Torne-se membro de annarrative e comece a conversa.
Torne-se membro