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Step by Step durchs Zukunftstrainingslager

Die Vorbereitung läuft, das Interesse ist da und wir haben alle Hände voll zu tun. Wir lernen dabei viel dazu und wir lernen großartige Menschen kennen, die nicht lange zögern und zaudern, sondern mit uns anpacken und kluge Ideen umsetzen wollen. Es macht Spaß, das Zukunftstrainingslager zu organisieren, weil mit jedem Call Dinge klarer werden und wir uns inzwischen bei allen vier Trainingssträngen vorstellen können, wie ein sinnvolles Training aussehen kann, welche Inhalte es dazu braucht und wie sich das am Wochenende zusammenfügen lässt. Ich werde euch heute das zweite unserer vier Themen vorstellen, zu dem wir gerade Trainingsinhalte designen.

Versorgung und Logistik

Zeichnungen verschiedener Cargobike-Typen mit unterschiedlichen Personen, die unterschiedliche Sachen, Menschen und Tiere transportieren.

Es geht um die Versorgung (mit Nahrungsmitteln) und die Logistik, ohne die das nicht möglich ist. Die Frage während der Ausgestaltung und Entwicklung dieses Trainingsstrangs ist: wie versorge ich im Notfall Menschen mit Essen - woher bekomme ich das, wie transportiere ich es und wie bereite ich es zu. Hinter diesen drei gundsätzlichen und offensichtlichen Fragen stecken unzählige weitere, weshalb dieses Training auch nicht ganz einfach ist. Ursprünglich war die Idee, den Aspekt von Lebensmitteln & Versorgung, sowie den Transport getrennt, jeweils in einem Trainingsstrang zu behandeln. Aber uns wurde schnell klar, dass Lebensmittelversorgung in Notfallsituationen nicht ohne Transport und Logistik funktioniert und das es für diesen Fall nichts bringt, etwas über den Anbau von XY oder nachhaltiges Saatgut zu lernen. Deshalb wurde aus zwei Trainingssträngen einer und auch wenn die Komplexität dadurch erhöht wurde, nimmt die genauere Planung langsam Formen an. Wir haben Menschen aus der AbL, SoLaWi - Netzwerken, der Cargobike - Bubble und den Solibus am Start, aktuell geht es darum, Küfa - Strukturen einzubinden, die nicht nur kochen, sondern Küfa - Training für die Teilnehmenden anbieten und gemeinsam arbeiten wir da gerade an einer ziemlich runden Sache. Es geht auch darum, Strukturen wie den Solibus e.V. (Abre numa nova janela)und eine Küfa nicht nur als Dienstleister:innen für unser Camp zu buchen, sondern sie als das zu verstehen, was sie sind: politische Akteur:innen, die eingebunden werden können und wollen in unsere politische Arbeit, die Planung und Gestaltung dieser.

Worum geht’s?

Die Teilnehmenden werden vier Tage trainieren mit dem Wissen, während des Wochenendes voller unterschiedlicher größerer und kleinerer Szenarien (= Überraschungen) und somit unter Stress dafür verantwortlich zu sein, das Camp mit Essen zu versorgen - dabei geht es nicht um drei Gänge und ein Dessert, sondern um gutes Essen, das viele Menschen satt macht.

Woher bekomme ich Lebensmittel, was kann ich ggf. als Gegenleistung anbieten, wie bekomme ich alles von A nach B, was und wie bereite ich diese dann zu und wie verteile ich sie? Was ist, wenn unerwartet mehr Menschen auftauchen, der Strom ausfällt oder die Cargobikes einen Platten haben, die Parklücke für den voll beladenen Bus winzig oder die geplante Route nicht mehr fahrbar ist? Wir werden sehen, was dabei herauskommt und was am Ende dann auf unseren Tellern landet.

So etwas zu üben bedeutet vor allem auch zu erkennen, was alles mitzudenken ist, wenn schnell Lösungen gefunden werden müssen. Es geht um das Verstehen von Zusammenhängen und um eine gewisse Übung darin, kreativ mit dem, was zunächst mal durch räumliche Nähe zugänglich ist, zu arbeiten. Es geht darum zu wissen, wohin und wonach ich im Notfall zuerst schauen muss und wie ich mit Menschen auch über (ideologische) Gräben hinweg kommuniziere, denn wir können sicher nicht davon ausgehen, immer und überall auf solidarische Bio-Landwirt:innen und SoLaWi-Strukturen zu stoßen, die uns ohne zu zögern und vielleicht sogar ohne Gegenleistung Lebensmittel überlassen, um Betroffene während eines Notfalls zu versorgen. Es braucht also gute Argumente, ruhige Kommunikation und Überlegungen zu Gegenleistungen, die wir eventuell anbieten können. Dass all das in einem Training landen würde, bei dem es “nur” um’s Essen geht, hatten wir anfangs nicht auf dem Schirm und es verdeutlicht genau das, was uns immer wieder auffällt, seitdem wir mit der inhatlichen Ausgestaltung aller vier Themenfelder angefangen haben: das Offensichtliche sieht oft anders aus, als zunächst gedacht.

Wen wollen wir ansprechen?

Hilfreich kann solch ein Training im Prinzip für alle sein - für die, die sich bereits mit (Notfall-)Versorgung beschäftigen, die in Küfa- oder SoLaWi-Strukturen organisiert sind, ebenso für Antifas, Nachbarschaftshilfen und Klimaaktivist:innen, die überlegen, wo und wie sie sich in ihrer Nachbarschaft engagieren, wenn entweder eine Überschwemmung kommt oder aber grundsätzlich der Bedarf besteht, marginalisierte Communities mit Essen zu versorgen. In allen Fällen braucht es Organisation, Wissen um und Reaktion auf die örtlichen Gegebenheiten. Darauf etwas besser vorbereitet zu sein, schadet nicht, damit wir im Fall der Fälle handeln können.

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