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Habermas in der Organisationsanalyse – Ein unterschätztes Werkzeug

Vorbemerkung: Warum Habermas?

Wer Organisationen analysiert, greift meist zu Luhmann, Mintzberg oder den Klassikern der Managementlehre. Jürgen Habermas hingegen gilt als Gesellschaftstheoretiker, nicht als Organisationstheoretiker – und wird entsprechend selten für die Analyse konkreter Unternehmensstrukturen herangezogen. Das ist ein Versäumnis. Denn gerade die Spannungen, die Habermas auf der Ebene moderner Gesellschaften diagnostiziert, reproduzieren sich innerhalb von Organisationen mit erstaunlicher Präzision.

Der folgende Aufsatz unternimmt den Versuch, zentrale Konzepte aus Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns (1981) für die Organisationsanalyse fruchtbar zu machen – und zwar nicht als abstraktes Theorieexperiment, sondern angebunden an konkrete Phänomene: die chronischen Digitalisierungsdefizite des deutschen Mittelstands, das Scheitern kollaborativer Industrieplattformen und das, was ich an anderer Stelle als „PR-Schere" beschrieben habe.

Tópico Analytische Werkzeuge

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