Saltar para o conteúdo principal

Dahmer - Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer / Staffel 1 (2022)

Jeffrey Dahmer ist ein eigenbrötlerisches Kind mit einem Faible für Tieranatomie; der Junge leidet sehr unter dem ständigen Streit seiner Eltern. Auch im Jugendalter endet Jeffreys Leid nicht, hinzu kommen Mobbing in der Schule und das Erwachen seiner Homosexualität, was in diesem Jahrzehnt zu Scham und Schuldgefühlen führt. Zu keiner Zeit kann er sich seinen Eltern oder einem anderen Menschen anvertrauen, Freunde hat er keine. Also betäubt er sich früh mit Alkohol. Als junger Mann kann Jeffrey im bürgerlichen Leben keinen Erfolg verbuchen, er flüchtet in Traumwelten und treibt sich in Schwulenclubs und Saunen herum. Er beginnt damit, junge Männer mit nach Hause zu nehmen, und betäubt sie dann. Jeffrey möchte sie für immer ganz bei sich haben, weil er so einsam ist. Zwischen 1978 und 1991 ermordet Jeffrey Dahmer mindestens siebzehn Jugendliche und junge Männer, zerstückelt sie, betreibt Kannibalismus an den Opfern und sammelt deren Körperteile. Der kleine seltsame Junge wurde zu einem der berüchtigtsten Serienmörder Amerikas.

Dahmer - Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer ist eine US-amerikanische True-Crime-Serie von Ryan Murphy und Ian Brennan. In der ersten Staffel steht der berühmte Serienmörder Jeffrey Dahmer im Mittelpunkt, der grandios von Evan Peters verkörpert wird. In weiteren Rollen sehen wir Richard Jenkins als Lionel Dahmer, der ebenso unfassbar gut spielt, Molly Ringwald als Shari Dahmer, Michael Learned als Catherine Dahmer und Niecy Nash als Glenda Cleveland. Die überragende Filmmusik stammt von Nick Cave und Warren Ellis. Sie trägt maßgeblich zur abgründigen Stimmung der Serie bei.

Ryan Murphys und Ian Brennans Monster-Serie nimmt hier ihren Anfang. Die zehnteilige erste Staffel ist unheimlich dicht und intim inszeniert, wir erleben das einsame und leidvolle Dasein von Jeffrey Dahmer quasi am eigenen Leib. Man spürt zu jeder Zeit, dass der junge Mann gar nicht anders kann, als diese schrecklichen Taten zu begehen - zu prägend sind seine gesellschaftlichen, psychischen und familiären Zurichtungen. In diesem qualvollen Kosmos der Gemachtheit, aus dem es für den jungen Mann kein Entrinnen gibt, ergeben diese Untaten, so perfide das klingen mag, einen Sinn. Jeffreys monströses Begehren wird so ansatzweise nachvollziehbar. Das erzeugt bei bestimmten Szenen eine echte Gänsehaut, z.B. wenn Jeffrey eine Schaufensterpuppe liebkost, Tierorgane streichelt oder den abgetrennten Kopf eines seiner Opfer zärtlich küsst. Da sieht man das vermeintliche Ungeheuer auch als das, was es ebenso ist - ein einsamer Junge, der sich nach Liebe und Freundschaft sehnt. Doch die erste Monster-Staffel stellt den Serienmörder nicht als alleiniges Opfer der US-amerikanischen Gesellschaft dar. Der Fokus schwenkt im Laufe der Episoden auf die Familien der Opfer und Jeffreys Nachbarin Glenda Cleveland, die allesamt unter dem himmelschreienden Unrecht litten, das im Fall Dahmer zum Vorschein kam: eine Gesellschaft, die durchdrungen ist von Homophobie, Rassismus und toxischen Geschlechterbildern.

Dahmer - Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer ist großartig inszeniert und schauspielerisch auf höchstem Niveau. Sie lässt sich Zeit und verliert zu keinem Zeitpunkt ihren Fokus - ganz im Gegensatz zu vielen anderen Serien heutzutage. Für mich ist das eine der besten Produktionen, die ich je gesehen habe.

https://www.imdb.com/de/title/tt13207736/ (Abre numa nova janela)
Tópico Serie