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Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973)

Im Mittelalter treibt ein Orden von Tempelrittern in der Berglandschaft von Berzano sein Unwesen. Nachdem die Templer in einem satanischen Ritual eine junge Frau geopfert haben, nimmt ein aufgebrachter Bauernmob aus einem Dorf in der Nähe die Ritter gefangen, blendet sie und verbrennt sie auf dem Scheiterhaufen. Exakt 500 Jahre später stehen die Templer aus ihren Gräbern auf und fallen über die Einwohner des mittlerweile zur Kleinstadt herangewachsenen Dorfes her, in dem gerade die 500-Jahr-Feier der Vernichtung des Ordens begangen wird. Rachsüchtig jagen die blinden Leichen zu Fuß und per Pferd die Nachfahren ihrer Mörder und richten während des Fests ein Massaker an. Eine kleine Gruppe Überlebender um den Pyrotechniker Jack Marlowe flieht vor den skelettierten Kuttenmännern auf ihren verwesenden Pferden und verbarrikadiert sich in der Dorfkirche.

Die Rückkehr der reitenden Leichen ist ein spanischer Horrorfilm von Regisseur und Drehbuchautor Amando de Ossorio aus dem Jahr 1973. Er ist die Fortsetzung von Die Nacht der reitenden Leichen (1971) und der zweite Teil der vierteiligen Filmreihe. Die Hauptrollen spielen Tony Kendall als Jack Marlowe, Esperanza Roy als seine Ex-Freundin Vivian, Fernando Sancho als der korrupte Bürgermeister Duncan, Frank Braña als dessen Handlanger Howard, José Canalejas als Außenseiter Murdo und Lone Fleming als Amalia, die im ersten Teil die Rolle der Elizabeth "Bella" Turner spielte.

Die Filmreihe mit den ikonischen Skelettreitern prägte das Genre des phantastischen Films nachhaltig. Peter Jackson war bei der Darstellung seiner berittenen Ringgeister in Der Herr der Ringe: Die Gefährten (2001) von den blinden Tempelrittern inspiriert. Auch in Sam Raimis Armee der Finsternis (1992) kommen einige berittene Untote vor, die an die reitenden Leichen erinnern. Das Grauen der Langsamkeit, wie es in Zombiefilmen seit George A. Romeros Die Nacht der lebenden Toten (1968) typisch war, trägt zusammen mit der Blindheit der Templer zu einem Grauen bei, das sich aus zwei psychologischen Quellen speist: Zum einen verbreitet die Langsamkeit ein Gefühl von Unabänderlichkeit, zum anderen deutet die Blindheit der Templer darauf hin, dass sie keinen Unterschied zwischen den Menschen machen. Das sind beides typische Attribute des Todes, dem niemand entkommen kann. Was die langfingrigen Skeletthände, die aus den schäbigen Kuttenärmeln der Templer ragen, berühren, stirbt.

Dieser Horrorfilm ist wahrhaftig ein ikonisches Gesamtkunstwerk mit herausragenden Masken, Kostümen und Kulissen. Besonders die Musik von Antón García Abril mit den gregorianischen Gesängen und die theatralischen Soundeffekte wie das Hufgetrappel der Pferde tragen zur unheimlichen Atmosphäre bei. Die dramaturgischen und inhaltlichen Dissonanzen des Vorgängerfilms sind ausgemerzt: Die Story ist geradlinig und fesselnd, es gibt keine unnötigen Nebenplots und der Film ist nicht so frauenfeindlich wie der Vorgänger. Die Rückkehr der reitenden Leichen ist mein Lieblingsfilm aus der Reihe und der Inbegriff eines atmosphärisch dichten Gruselstreifens der 70er-Jahre.

https://www.imdb.com/title/tt0068232/ (Abre numa nova janela)

Tópico Film