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Feuer und Eis (1983)

In einer Fantasy-Urzeit, in der es Waffen aus Metall und Dinosaurier gibt, in der Frauen winzige Bikinis und die Männer auch im Winter Lendenschurze aus Fell tragen überzieht die böse Magier-Königin Juliana die Erde mit Eis, Schnee, schwarzer Magie und ihrer brutalen Neandertalerarmee, die von ihrem Sohn Nekron angeführt wird. Ihren imperialistischen Bestrebungen stellen sich Jarol, der König des Lichts und des Feuers, seine Tochter Teegra, der junge Krieger Larn, dessen Stamm von Nekrons Kriegern vernichtet wurde, und der geheimnisvolle Reiter Darkwolf mutig entgegen. Der Kampf zwischen Feuer und Eis hat begonnen.

Feuer und Eis aus dem Jahr 1983 ist ein US-amerikanischer Fantasy-Zeichentrickfilm von Ralph Bakshi und Frank Frazetta, einer der bekanntesten und einflussreichsten Fantasy- und Science-Fiction-Illustratoren. Der Film wurde im aufwendigen Rotoskopie-Verfahren geschaffen, bei dem echte Darsteller gefilmt und anschließend Bild für Bild überzeichnet wurden. Damit kam Feuer und Eis weg vom statischen Aussehen herkömmlicher Trickfilme. Die Illusion einer beweglichen Kamera, die über Landschaften hinwegschwenkt, und andere visuelle Mittel wie Überblendungen, schnelle Schnitte und ungewöhnliche Blickwinkel prägen den Film und machten ihn damals technisch zu etwas Besonderem.

Die Figuren des Films wurden großteils von Frank Frazetta entworfen. Frazettas Reiter aus dem berühmten Gemälde "Death Dealer" ist am Anfang auch kurz zu sehen, außerdem erinnert Darkwolf in einigen Darstellungen stark an ihn. Der Film war ein finanzieller Misserfolg und bekam zumeist schlechte Kritiken wegen seiner eher eindimensionalen Handlung und den sexistischen Frauenfiguren. Ich sehe den Sexismusvorwurf relativ und im Kontext der Zeit. Moralische Vorstellungen ändern sich. So würde ein wirklich feministischer Barbarenfilm heute gleiches Recht für alle einfordern und die weiblichen Charaktere wie die Männer auch oben ohne herumlaufen lassen, während das wiederum in den 80er-Jahren noch als sehr sexistisch gegolten hätte.

Zwei Jahre zuvor konnte der Fantasy-Zeichentrickfilm Heavy Metal (1981) bereits mit großen Künstlernamen sowie viel Fantasie und nackter Haut das Publikum überzeugen. Feuer und Eis ist da auf einem ähnlichen Weg. Neben den bekannten Fantasy-Tropes, die leicht abgewandelt wurden und eine neolithisch-mesozoische Konnotation bekamen, erleben wir hier feinsten Barbarenspaß mit fantastischen und wunderschönen Bildern, pathetischer Musik und einer tollen 80er-Atmosphäre. Ich mochte vor allem den Hauptantagonisten Nekron, der wie Elric von Melniboné aussieht, schwul ist und keinen Bock auf eine Braut hat, sowie die grandiose Skeletthexe. Die Story ist ein wenig stumpf, doch Barbarenfilme sind nun mal mehr dafür bekannt, in Barneys Wagen Senftüten auszuschlürfen als im Gentlemen´s Club bei einer Partie Backgammon über Wittgenstein zu diskutieren.

https://www.imdb.com/de/title/tt0085542/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film